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BR-Bayernstudie 2015 Wohlfühlland Bayern

Die Bayern fühlen sich rundum wohl im Freistaat und in ihrer Region, das zeigt die Bayernstudie des BR: Man muss lange suchen, um jemanden zu finden, der nicht gern im "Wohlfühlland" Bayern lebt.

Stand: 05.10.2015

Wolken und bayerisches Wappen | Bild: BR

Egal wo, die Menschen leben gerne in Bayern, fühlen sich in ihrer Region zuhause und empfinden ein starkes Heimatgefühl für "ihre" Gegend. Sie drücken auf unterschiedlichste Weise ihre Verbundenheit mit dem Freistaat und ihrer Wohnregion aus. So leben heute 75 Prozent nicht nur gerne, sondern sogar sehr gerne in ihrer Region. 88 Prozent der Bayern fühlen sich absolut zuhause und 83 Prozent sagen ohne Wenn und Aber: "Hier ist meine Heimat".

Zugreiste mit Heimweh

Auffällig ist, dass die im Ausland aufgewachsenen Mitbürger ebenso gerne in ihrer Region in Bayern wohnen (75 Prozent sehr gerne) wie die gebürtigen Bayern (77 Prozent sehr gerne) . Menschen, die aus dem Rest Deutschlands zugezogen sind, scheinen allerdings stärker unter Heimweh zu leiden. Von ihnen leben lediglich 59 Prozent sehr gerne in ihrer Region.

Herz vor Hirn

Freunde, Familie, schöne Landschaft: Es gibt viele Gründe, warum sich die Bayern in ihrer Region wohlfühlen, zeigt die BR-Bayernstudie. Besonders wichtig geworden ist gegenüber der letzten Erhebung, der BR-Bayernstudie 2012, das soziale Miteinander.

Dass die Menschen füreinander da sind, wenn es darauf ankommt, haben viele Bayern auch mit ihren Reaktionen auf die Flüchtlingskrise gezeigt. Die Ergebnisse der BR-Bayernstudie machen deutlich: In erster Linie ist die Verbundenheit mit der Region eine emotionale. Rationale Aspekte wie Arbeitsplatz, Freizeitmöglichkeiten oder eine gute Infrastruktur sind den Menschen zwar wichtig, für das "Wohlfühlen" aber eher nachrangig.

BR-Bayernstudie 2015 - Unterfranken Format: PDF Größe: 439,3 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Mittelfranken Format: PDF Größe: 449,21 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Oberfranken Format: PDF Größe: 459,79 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Oberpfalz Format: PDF Größe: 474,12 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Niederbayern Format: PDF Größe: 411,79 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Oberbayern und München Format: PDF Größe: 591,41 KB

BR-Bayernstudie 2015 - Schwaben Format: PDF Größe: 454,11 KB

Tradition wird moderner

Gut drei Viertel der Bayern finden außerdem die Traditionspflege wichtig. Dazu zählt auch das Bekenntnis zur heimischen Mundart und zu den regionalen Trachten: 67 Prozent geben an, dass ihnen Dialekt wichtig ist, 37 Prozent tragen gerne Tracht. Es sind vor allem die jungen und mittleren Altersgruppen, die diesen Trend antreiben.

Dabei befindet sich Bayern im ständigen Wandel: Für neun von zehn Einwohnern haben sich der Freistaat und die eigene Region in den letzten Jahren verändert. Die gute Nachricht: Über zwei Drittel empfinden die Neuerungen als positiv. Besonders begrüßt werden die Entwicklungen in den Bereichen Wirtschaft, Freizeit und Kultur sowie bei den Bildungsmöglichkeiten.

Stolze Einwohner

Knapp drei Viertel der Bevölkerung sind stolz darauf, Bayern zu sein – zeigt die BR-Bayernstudie. Bemerkenswert dabei ist:  Zugezogene aus dem Inland sind von einer Sonderstellung des Freistaats in Deutschland überzeugter als die gebürtigen Bayern.

So halten 53 Prozent der "Zugereisten" aus dem Bundesgebiet vorbehaltlos die Lebensqualität in Bayern für höher (gebürtige Bayern: 42 Prozent). Allerdings ist der Stolz auf Bayern nicht mit einem romantisch verklärten Blick zu verwechseln: Einigen Institutionen wird großer Einfluss auf Land und Leute attestiert, darunter Wirtschaft, Staatsregierung, Kirchen sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen. Durchaus kontroverse Reaktionen rufen dabei der Einfluss der EU, der Kirchen sowie der Parteien und der Wirtschaft hervor.

Die 'begeistertesten' Bayern leben in der Oberpfalz

Die Begeisterung für die eigene Region ist in Unterfranken am niedrigsten und keiner identifiziert sich so stark mit Bayern wie die Oberpfälzer: 88 Prozent leben sehr gerne in Bayern und rund zwei Drittel bezeichnen sich vorbehaltlos als stolze Bayern. Zudem sind die Oberpfälzer außerordentlich überzeugt von der besonderen Mentalität, die Bayern von anderen Bundesländern unterscheidet.


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Michael Stahl, Mittwoch, 07.Oktober, 18:28 Uhr

7. Tracht und Representativität

"Bekenntnis zu den regionalen Trachten" - "37 Prozent tragen gerne Tracht" In der Umfrage kommt nicht raus, ob hier wirklich regionale Trachten gemeint sind, oder nicht eher der fragwürdige Pseudotrend. Es wäre schön, wenn in Unterfranken wirklich 27 % regionale Tracht tragen würden - die Realität sieht leider so aus, dass selbst auf Weinfesten mittlerweile Lederhose und Dirndl zu sehen sind, ganz selten aber die echte mainfränkische Tracht. Mit Brauchtumspflege und Tradition hat das mal gar nichts zu tun.
Insgesamt wurden dem Anschein nach 1031 Personen befragt - bei mittlerweile über 12 Millionen Einwohnern im Bundesland. Da ist die Aussagekraft der Umfrage als fraglich einzustufen.

Arnold, Mittwoch, 07.Oktober, 18:26 Uhr

6. Heimat Bayern

...die Frage lautet: Wie lange noch? Wenn das das so weiter in D geht, rate ich meinen Kindern auszuwandern...Mit immer mehr Multi Kulti und immer weniger Freiheit
geht das Land zu Grunde. Die Politiker gehen geges eigens Volk, eigenen Wurzeln und nationalen Tradition.Leider auch CSU zieht mit!!!
Es hilft nur EU auzufloesen und eigene Verantwortung uebernehmen. Jeder bei sich zu Hause, in der Heimat. Also wenn werde ich waehlen...?

Michael Stahl, Mittwoch, 07.Oktober, 17:34 Uhr

5. Seltsam auch..

"Der Bayerische Rundfunk bildet nach Meinung vieler Befragter das Geschehen im gesamten Bundesland facettenreich ab und trägt zur Pflege und Weiterentwicklung der bayerischen Identität bei." (aus http://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/bayernstudie-2015-100.html). Nach einer Feststellung einer großen regionalen Tageszeitung bringt der BR mehr über Südtirol als über Franken. Die Frage dürfte sich auch stellen, warum eine Weiterentwicklung einer bayerischen Identität so zu forcieren ist. Insbesondere, wenn damit der Verlust regionaler Vielfalt einhergeht. Unter "Bayern" stellen sich die meisten Menschen die Sprache und Kultur der "Titularbevölkerung" vor. Dass die Hälfte Bayerns (Franken und Schwaben) ganz andere historische und kulturelle Hintergründe haben, wird immer noch zu wenig berücksichtigt. Eine Unterscheidung von "Bayern" und "Baiern" wäre hilfreich. Ein schlimmes Beispiel beim BR: http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2013/03806/

Thomas D., Mittwoch, 07.Oktober, 17:07 Uhr

4. Franken und Schwaben sind keine Bayern !

Schon alleine die Frage "Ich bin stolz, ein Bayer zu sein" ist eine Beleidigung aller Franken und Schwaben.

Michael Stahl, Mittwoch, 07.Oktober, 16:17 Uhr

3. Sonderstellung Bayerns?

Eine "Sonderstellung" Bayerns in Dt gibt es nicht, zumindest rechtlich nicht. Der Freistaat ist juristisch ein Bundesland wie jedes andere auch. Und wie jedes andere Bundesland auch ein durch politische Entwicklungen und Interessen zusammengefügtes Land, dessen Teilglieder eigentlich nicht zusammenpassen und von der alles dominierenden Vorzeigekultur im Süden kleingehalten werden. Interessanterweise strotzt die Darstellung dieser Umfrage - auch bei deren Wiedergabe im Radio - nur so von Überheblichkeit und letztendlich nationalistischen Zügen. Der Grundtenor: Bayern ist besser als der Rest. Braucht's des - NEIN!