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Bayern-SPD Surfen auf der Schulz-Welle

Der Schulz-Effekt hat eine Woge der Begeisterung für die SPD angeschoben, die spürbar nach Bayern hinüberschwappt. Auch der jüngste Höhepunkt, die 100-Prozent-Wahl von Martin Schulz, sorgt für gute Stimmung bei der Bayern-SPD.

Von: Achim Wendler

Stand: 19.03.2017

Martin Schulz beim SPD-Sonderparteitag, 19.3.2017 | Bild: picture-alliance/dpa/Kay Nietfeld

Wenn Klaus Barthel sagen soll, wann die Stimmung in der Bayern-SPD zuletzt so gut war, muss er weit zurück gehen. "Ich glaube, das letzte Mal war das bei Renate Schmidt so." Also Anfang der 90er. Seitdem ist Barthel Bundestagsabgeordneter, derzeit kandidiert er obendrein für den Vorsitz der Bayern-SPD. Wie seine Mitbewerber zieht er deshalb durch den Freistaat und stellt sich vor. "Wenn da der Name Schulz auftaucht und wofür er steht, dann ist immer spontaner Beifall."

Martin Schulz beim Politischen Aschermittwoch 2017

Martin Schulz, der 100-Prozentige. Sowas haben die bayerischen Sozialdemokraten, die ihren Vorsitzenden auch gern das Parteileben schwer machen, selten erlebt. Nach Nein-Sagern müssen sie diesmal nicht suchen in ihren Reihen.

Martin Burkert, Vorsitzender der SPD-Landesgruppe im Bundestag, sagt, der #Schulzzug rolle auch in Bayern: "Martin Schulz begeistert die Partei, vor allem die Menschen! Mit diesem Parteitag gehen wir Richtung Kanzlerschaft."

Begeisterung für die bayerische SPD

Und die Bayern wollen ihren Beitrag dazu leisten. In Traunstein zum Beispiel bekam die SPD bei der letzten Bundestagswahl nur knapp 15 Prozent der Zweitstimmen. Diesmal sollen es mehr werden, die Stimmung "ist fantastisch", sagt die Traunsteiner Abgeordnete Bärbel Kofler. "Ich hatte letzte Woche Bürgersprechstunde, und die Leute kommen mit Begeisterung. Das fand ich wahnsinnig schön." Laut Karl-Heinz Brunner, dem SPD-Abgeordneten aus Neu-Ulm und Günzburg, hat sich der Zuspruch bei Veranstaltungen "verdreifacht". 

Erfolgsgeheimnis Zusammenhalt

Tobias Afsali, Landesvorsitzender der bayerischen Jusos

Sogar auf die Jusos kann der neue Parteichef sich verlassen. Mit seinem Vorgänger Gabriel hatten sie gerungen. Unvergessen ist der offen ausgetragene Streit zwischen der Juso-Chefin Johanna Uekermann und Gabriel beim Parteitag 2015, auch deshalb erhielt Gabriel nur noch 74,3 Prozent der Delegiertenstimmen. Dergleichen muss Martin Schulz nicht fürchten. Über ihn sagt der bayerische Juso-Landesvorsitzende Tobias Afsali: "Schulz macht einfach deutlich, dass er einer von uns ist, dass er nicht einfach seinen Kopf durchboxt."

Das soll wohl auch heißen: Wer die Partei am besten zusammenhält, hat die besten Aussichten auf den Landesvorsitz.


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