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Entscheidung bis März Bayern-FDP will Spitzenkandidaten per Urwahl bestimmen

Wer soll die bayerischen Liberalen in den Landtagswahlkampf führen? Die FDP will ihren Spitzenkandidaten in einer Urwahl bestimmen. Das hat der Landesvorstand heute beschlossen. Einer Regierungsbeteiligung der Liberalen erteilte Bayerns designierter Ministerpräsident schon mal eine Absage.

Stand: 14.01.2018

Daniel Föst, FDP | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bayern-FDP will in einer Urwahl ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Oktober bestimmen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Landesvorstand auf einer Klausurtagung im oberbayerischen Beilngries, wie der FDP-Landesvorsitzende Daniel Föst am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bis Ende Januar können sich demnach Kandidaten melden, danach folgen insgesamt sieben Bezirksforen. Voraussichtlich Mitte März soll dann feststehen, wer Bayerns Liberale in die Landtagswahl am 14. Oktober führen wird.

Föst: Bayern-FDP bereit für Koalition

"Wir wollen mit einer klaren Modernisierungsstrategie in den Wahlkampf ziehen", sagte Föst. Mehr Bildungsgerechtigkeit, eine moderne Infrastruktur, Bürokratieabbau und eine neue Clusterstrategie zur Stärkung des ländlichen Raums gehörten dazu. Außerdem wolle die Bayern-FDP das von den Freien Wählern angekündigte Volksbegehren zur Abschaffung der umstrittenen Straßenausbaubeiträge unterstützen. Bayerns FDP sieht in ihrem Kurs auch eine Machtperspektive: "Wir wollen in Bayern etwas bewegen", sagte Föst. "Wir sind bereit, in eine Modernisierungskoalition einzutreten."

Söders Absage

Der designierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich zuvor in einem Interview noch zurückhaltend bis ablehnend zu einer möglichen Koalition mit der FDP geäußert. "Für mich in Bayern ist klar: Wer sich in Berlin nicht traut zu regieren, braucht nicht in München um Verantwortung zu buhlen", sagte er der Bild am Sonntag.

Laut einer jüngsten Umfrage wäre die CSU in Bayern auf einen Koalitionspartner angewiesen, da sie derzeit lediglich rund 40 Prozent erreicht. Die FDP müsste allerdings mit gegenwärtig 5 Prozent sogar um den Einzug in den Landtag zittern. Die Bayern-FDP hat nach eigenen Angaben derzeit etwa 6.400 Mitglieder.

Sendungsbezug: Bayern 3 Nachrichten, 14.01.2018, 15 Uhr


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Klartext, Montag, 15.Januar, 18:47 Uhr

1. Schmollen gilt nicht

In Berlin war die gemeinsame Regierungsbildung aufgrund von
ökologischen Differenzen,
die FDP und CDU Delegierten aus NRW setzten sich für umweltbewusste Lösungen,
die überregional im Bund das Land NRW betrafen, ein
und
wurden von beleidigten Grünen torpediert,
die den Verlust der letzten Landtagswahl in NRW noch nicht verkraftet hatten.

In Bayern sollten sich die beiden Team-Player CSU und FDP anfreunden,
Mit den jeweils spezifischen Akzenten und inhaltlichen Schwerpunkten
lässt sich Bayern gelingend aufstellen.
Ohne die Liberalen fehlt das wachsame Bürgerauge. Stichwort: Staatstrojaner. Stichwort: Bargeld