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Behörden greifen durch Verkaufsverbot für Bayern-Ei

Neuer Höhepunkt im Bayern-Ei-Skandal: Die niederbayerische Firma darf ab sofort keine Eier mehr in den Handel bringen, die Behörden haben alle Legebetriebe sperren lassen. Die Opposition erhöht den Druck auf Umweltministerin Scharf.

Stand: 08.08.2015

Ei und Salmonellen | Bild: picture-alliance/dpa

Alte Ware, gefälschte Haltbarkeitsdaten, Salmonellen-Verdacht: Das niederbayerische Unternehmen Bayern-Ei kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt haben die Behörden Konsequenzen gezogen. Gegen den Betrieb wird wegen diverser Skandale seit längerem ermittelt. Dabei haben sich offenbar konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen das Lebensmittelrecht ergeben. So seien retournierte Eier umgepackt und das Mindesthaltbarkeitsdatum verlängert worden, heißt es in der Mitteilung unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Regensburg.

Immer wieder Salmonellen

Erst vor einer Woche hatte Bayern-Ei wegen Salmonellenverdachts Eier zurückrufen müssen. Ermittelt wird gegen die Firma aber schon seit längerem wegen eines europaweiten Lebensmittelskandals. Eier aus Niederbayern sollen im Sommer 2014 für einen Salmonellen-Ausbruch mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten verantwortlich gewesen sein. Politiker von SPD und Grünen haben wiederholt gefordert, den Betrieb zu schließen.

Das jetzt erlassene Verkehrsverbot für Eier erstreckt sich auf alle Handelsklassen und gilt für die beiden Bayern-Ei Standorte Niederharthausen im Landkreis Straubing-Bogen und Tabertshausen im Landkreis Deggendorf. Im Legebetrieb in Ettling im Landkreis Dingolfing-Landau ruht die Produktion bereits. Damit würden von der Firma Bayern-Ei ab sofort keine Eier mehr als Lebensmittel auf den Markt gelangen, heißt es in der Mitteilung. Zuletzt waren die Eier aus Käfighaltung dem Unternehmen zufolge "ausschließlich" an gewerbliche Abnehmer in Bayern ausgeliefert worden.

Chronologie: Lebensmitgtel-Skandale der letzten zehn Jahre

Ministerin in Erklärungsnot

Im Zuge des Bayern-Ei-Skandals war auch die bayerische Politik in die Kritik geraten. So hatte Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf versprochen, die Eier der Firma würden nicht mehr in den Einzelhandel gelangen. Stichproben des Bayerischen Rundfunks, der SZ und des Vereins "Soko Tierschutz" hatten allerdings das Gegenteil belegt. Die Oppositionsparteien im Umweltausschuss des Landtags hatten daraufhin eine Sondersitzung durchgesetzt - gegen den Willen der CSU.

SPD: "Zu lange gezögert"

Nachdem die Behörden nun ein Verkaufs-Verbot verhängt haben, verlangte am Samstag die Landtagsfraktion der SPD umfassende Aufklärung von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf. SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn kritisierte, die CSU-Politikerin habe "zu lange gezögert und gezaudert". So sei zu befürchten, dass das Unternehmen in den letzten Monaten Sperren wegen Salmonellen-Belastungen missachtet haben könnte. Scharf selbst meinte hingegen, die Behörden hätten "schnell und konsequent zum Schutz der Verbraucher reagiert".


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Antonietta, Montag, 10.August, 16:54 Uhr

23. Legehennen + männliche Küken

Legehennen leben in der Regel zwischen 12 und 15 Monaten bevor sie geschlachtet werden. Sie werden als Suppenhühner verkauft. In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 31 Millionen Legehennen geschlachtet.
Männliche Legehühner werden noch am Tag des Schlüpfens getötet, da sie weder Eier legen, noch schnell wachsen können. Sie werden meist bei lebendigem Leib mit einem Homogenisator (einer Maschine mit rotierenden Messern) zerstückelt oder mit Kohlendioxid vergast. So ergeht es allein in Deutschland jährlich 44,2 Millionen Küken.

Anonym, Montag, 10.August, 10:45 Uhr

22. Übertrieben

Wenn man Salmonellen sucht, dann finden man sie auch!

rolto, Montag, 10.August, 10:38 Uhr

21. Haltbarkeitsdatum überschritten

Ulrike Scharf wird sich wegen ein paar fauler Eier wohl kaum aus dem Fenster hängen, sie setzt doch eigentlich nur konsequent die von Kauder geforderte Blochflötenpolitik um. Gehen wir also getrost davon aus, daß die Entscheidung, das Problem auszusitzen von der Kanzlerin getroffen wurde. Langsam wird es allen klar. Hier sitzen die faulen Eier ganz weit oben, diese Regierung hat ihr Haltbarkeitsdatum klar überschritten und gehört auf den Index.

Barbara, Sonntag, 09.August, 15:02 Uhr

20. Wo ein faules Ei ist,

da gibt es meistens mehrere faule Eier!

pohlmanns einer sind die besten, Sonntag, 09.August, 13:40 Uhr

19. Peinlich diese Ministerin

Als ich gestern diverse Artikel über diesen Skandal gelesen habe, musste ich feststellen, dass diese untersuchten Straftaten in der Familie genetisch weitergegeben werden. Wegen der gleichen Vorwürfe wurde Vater Kohlmann verurteilt. Vielleicht wurde die CSU auch durch die Familie Pohlmann gesponsert, ähnlich wie die CDU in Niedersachsen. Der Verbraucherschutz in Bayern kann mit solch einer Ministerin meiner Meinung nach nicht sichergestellt werden. Das ist nicht die Landwirtschaft, die sich Bayern wünscht!??? Oder doch - dann empfehle ich Cloppenburg und Vechta als "Vorzeigeregionen ". Die Migration von in Niedersachsen gescheiterten Unternehmern scheint in Bayern auf jeden Fall zu funktionieren. Guten Appetit weiterhin.