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Salmonellen-Eier "Bayern-Ei"-Skandal erreicht Bundestag

Der Salmonellen-Skandal um die Firma "Bayern-Ei" ist nun auch Thema in Berlin. Die Linksfraktion stellte eine Anfrage zu Lebensmittelkontrollen an das Bundeslandwirtschaftsministerium - wegen des Salmonellenausbruchs im vergangenen Sommer mit rund 500 Erkrankten und mindestens zwei Toten. Die Antwort des Ministeriums, die dem BR-Politikmagazin "Kontrovers" und der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt, weckt große Zweifel an der Argumentation bayerischer Politiker und Behörden.

Von: Philipp Grüll

Stand: 08.07.2015

In dem Schreiben des Bundeslandwirtschaftsministeriums heißt es zu routinemäßigen Kontrollen von Eiern im Jahr 2014: "Bei insgesamt 8 (0,18%) von 4.522 Konsumeiern, die als Planproben untersucht wurden, wurden Salmonellen nachgewiesen, in 3 Fällen handelte es sich um Salmonella Enteritidis."

Bayern auffällig

TV-Tipp

Nachgehakt - der "Bayern-Ei"-Skandal | Kontrovers | 8.7.15, 21.00 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Dadurch wird deutlich: Kontrolleure finden auf Eiern in Deutschland höchst selten Salmonellen. Das gilt sowohl für den Erreger generell als auch für den speziellen Typ Salmonella Enteritidis, der den länderübergreifenden Ausbruch verursacht haben soll. Auch bei bundesweit mehr als 600 anlassbezogenen Kontrollen fanden die Behörden nur 16 Mal Salmonellen auf Eiern. In zwölf Fällen handelte es sich um Salmonella-Enteritidis-Erreger.

"Die Mehrzahl dieser Befunde wurde aus Bayern berichtet."

Bundeslandwirtschaftsministerium

Bislang hatten Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU), der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sowie der Dingolfinger Landrat Heinrich Trapp (SPD) den Eindruck vermittelt, Salmonellen auf Eiern seien nichts Ungewöhnliches.

"Eine völlige Salmonellenfreiheit gibt es nicht. Sie kann auch nicht durch Kontrollen oder durch Maßnahmen der Behörden hergestellt werden."

Ulrike Scharf (CSU), bayerische Verbraucherschutzministerin

"Eier kommen aus einem Hühnerstall und nicht aus einem sterilen OP."

Andreas Zapf, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

"Jeder, der ein Ei heute kauft, muss damit rechnen, dass Salmonellen drauf sind. Auch wenn er sie beim Bio-Bauern draußen kauft."

Heinrich Trapp (SPD), Landrat Dingolfing-Landau

Die Zahlen aus dem Bundesministerium lassen diese Argumentation höchst fragwürdig erscheinen.

Aktuelle Fundorte von Käfigeiern in Bayern

Auf der Suche nach Käfigeiern im bayerischen Einzelhandel

Käfigeier soll es in bayerischen Geschäften gar nicht geben - das zumindest hat das Verbraucherschutzministerium lange behauptet. Stichproben ergeben etwas anderes. Wie verbreitet sind Käfigeier in Bayern wirklich? Kontrovers, SZ und der Verein "Soko Tierschutz" haben in mehreren bayerischen Supermärkten Käfigeier gefunden, darunter auch Eier der Firma Bayern-Ei. Um das ganze Ausmaß abzuschätzen, setzen wir auf Ihre Hilfe:

Haben Sie solche Eier mit einem Code, der mit einer 3 beginnt, in bayerischen Geschäften gesehen oder gar gekauft?
Dann nehmen Sie sich doch bitte die Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten und schreiben uns über das unten stehende Formular.

Dazu muss man wissen: Eier der Handelsklasse A - also jene Eier, die in Supermärkte geliefert werden - müssen in der Europäischen Union gekennzeichnet werden. Auf jedes Ei ist ein zehnstelliger Code gedruckt, anhand dessen kann man die genaue Herkunft herausfinden. So steht Code 3-DE-0920431 für den Bayern-Ei-Standort in Aiterhofen, 3-DE-0920411 für Bayern-Ei in Ettling und 3-DE-0920441 für den Stall in Aholming.

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Scheuriger, Donnerstag, 09.Juli, 10:08 Uhr

1.

Dranbleiben lieber BR!
Solche Recherchen findet man halt einfach nicht bei Google-News. Das die bayerische Politik nicht umgehend handelt, sondern sich über Frau Scharf billigst rausredet ist ein Skandal. Wir brauchen endlich wieder echten Verbraucherschutz bei den Lebensmitteln. Die industrielle Landwirtschaft darf sich nicht weiter lohnen.
Wo ist der Aufstand der Kleinbauern? Wo sind die eigentlichen Stammwähler der CSU? Was tut Eure Partei denn für Euch seit 20 Jahren? Oder gibt's gar keine Bauern mehr?