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Studie: Spaenle sieht sich bestätigt Bayern ist im Bildungsmonitor erneut Dritter

Der Bildungsvergleich der Bundesländer ergibt das gleiche Spitzentrio wie schon in den letzten Jahren: Sachsen, Thüringen und Bayern belegen die ersten Plätze. Bayerns Bildungsminister Spaenle sieht sich bestätigt - SPD und Grüne kritisieren unter anderem die Defizite in der Ganztagsbetreuung.

Von: Janina Lückoff, Peter Kveton

Stand: 17.08.2017

Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Osterbek sitzen in ihrer Klasse.  | Bild: picture-alliance/dpa

In Auftrag gegeben hat die Vergleichsstudie die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Deren Geschäftsführer Hubertus Pellengahr verweist auf die besondere Stärken des bayerischen Bildungssystems:

"Dort verlassen nur wenige Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss; die Berufsvorbereitung in Bayern ist hervorragend und die Altersstruktur der Lehrer ist ausgewogen. Darüber hinaus investiert Bayern ausreichend in allen Bereichen der Bildung."

Hubertus Pellengahr, INSM-Geschäftsführer

Verbesserungsbedarf gibt es laut der Studie jedoch weiterhin bei der Förderinfrastruktur. So lag in Bayern der Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren bei 34,6 Prozent; im Bundesdurchschnitt liegt er knapp zehn Prozentpunkte höher.

Zahl der Sitzenbleiber

Reformagenda für das Bildungssystem

Insgesamt beklagen die Studienmacher vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, dass es kaum noch Fortschritte in den Bildungssystemen gebe. Sie fordern eine Reformagenda: 12 Milliarden Euro Mehrbedarf seien unter anderem für eine bessere Integration von Geflüchteten, qualitative Verbesserungen der Kitas und den Ausbau von Ganztagesschulen nötig.

Unterschiedliche Interpretationen

Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) sieht die bayerische Politik durch den Bildungsmonitor bestätigt. Spaenle sagte, Die Studie bestätige Bayerns differenziertes und durchlässiges Schulsystem. Er wies darauf hin, dass Bayern unter den Bundesländern Spitzenreiter in der beruflichen Bildung und bei der effizienten Verwendung von Mitteln im Bildungswesen ist.

Anders sieht es die Opposition in Bayern: SPD-Bildungsexperte Martin Güll bemängelte, dass in Bayern nur elf Prozent der Grundschulkinder einen echten Ganztagsschulplatz haben. Grünen-Bildungsexperte Thomas Gehring fasste die Ergebnisse so zusammen: Bayern sei Erster bei den Sitzenbleibern und Letzter beim Ausbau des Ganztags.

Kritik an Rückkehr zu G9

Die Studie kritisiert außerdem die Rückkehr zum G9 als einen „riesigen Fehler“. Viel Flexibilität für die Schüler sei damit verloren gegangen, um beispielsweise eine Klasse freiwillig zu wiederholen oder ein Auslandsjahr einzulegen. G8 sei keine Überforderung der Schüler gewesen, so INSM-Geschäftsführer Pellengahr; vielmehr seien die Lehrpläne nicht richtig eingestellt gewesen.


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Lehrer Laempel, Donnerstag, 17.August, 20:53 Uhr

4. Glaubt Ihr das denn selbst?

Warum hat denn die ach sooo tolle Bildung der Bayern das Land nicht vor dem Beinahezusammenbruch der eigenen Landesbank bewahrt?
Waren da nur dumme PREUSSEN taetig?

Heuberg, Donnerstag, 17.August, 17:31 Uhr

3. Betreuung

Auch in Bayern sind so gut wie alle Kinder ganztags betreut, teils in ihren Familien, teils in außerfamiliären Einrichtungen. Allerdings gilt - warum auch immer - ein Kind nur soweit als betreut, soweit es außerhalb der Familie betreut wird. Kinder, die von ihren Eltern betreut werden, gelten in der Statistik als unbetreute Kinder. Im Sprachgebrauch der Statistiker gibt es in den Familien keine Betreuung, keine Bildung und auch keine Arbeit. Insofern geht die Erziehungsleistung der Eltern nicht in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ein; die Prostitution - zum Vergleich - zählt dagegen seit wenigen Jahren als volkswirtschaftlich relevante Leistung.

  • Antwort von Hans, Donnerstag, 17.August, 23:09 Uhr

    Was hat die Betreuung von 3-6 jährigem Kindern in Einrichtungen mit Bildung zu tun? Garnichts. Dort sind 20 Kinder mit 2 Betreuern. Einem Kind, das nachmittags zuhause ist, wird durch das Elternteil viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn in Bayern die Quote der in Einrichtungen betreuter Kinder im niedrigsten ist, liegt Bayern hier aus meiner Sicht also vorne. Die Betrachtung der die Studie in Auftrag gebenden Wirtschaft kommt zum gegenteiligen Ergebnis. Wie es den Kindern dabei geht, war ja auch nicht gefragt gewesen.

  • Antwort von do, Samstag, 19.August, 21:18 Uhr

    nun wenn arbeitslose Eltern ihre Kinder betreuen müssen weil es keine richtigen betreubgsangebote gibt dann ist das ein massives Defizit für die Eltern und die Kinder.

Erich, Donnerstag, 17.August, 16:26 Uhr

2. Kein Wunder,

das die Ostländer immer mehr davonziehen. Dort sind auch noch einheimische Kinder in der Grundschule in der Mehrzahl. Ausser natürlich Berlin. BW stürtzt ab. Grüne Bildungspolitik mit viel bunt.

  • Antwort von Stuttgarter, Donnerstag, 17.August, 17:17 Uhr

    BW lässt nur von seriösen Institutionen Studien machen. Gefälligkeitsgutachten von arbeitgebernahen Initiativen ist doch mehr als unseriös. Aber passt zu Bayern, passt zur CSU. Man belügt sich selber und freut sich darüber wie erfolgreich man ist.

  • Antwort von PS_ED, Donnerstag, 17.August, 17:25 Uhr

    Sie Interpretieren ohen den Inhalt der Studie zu kennen!

    Wie wurde die Studie durchgeführt, was war die Grundlage!
    Wieso sind die beiden Bundesländer vorne und die anderen 13 hinterBayern?

    Aus dem Artikel geht dies alles nicht hervor!

  • Antwort von Wolf, Donnerstag, 17.August, 17:36 Uhr

    Erich,ich denke man darf jemanden der anscheinend ausländische Kinder für dümmer hält guten Gewissens als Rassist bezeichnen,sind sie einer?

  • Antwort von Valentin, Donnerstag, 17.August, 17:37 Uhr

    @ Stuttgarter
    Starker Tobak.

Schorsch, Donnerstag, 17.August, 14:30 Uhr

1. Studien

Vergleichsstudie der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Arbeitgebernahen Initiative? Tolle Propaganda im Wahljahr. Parteispenden, Studien u.s.w. das muss sich doch lohnen, für diese getreuen Arbeitgeber. Bin gespannt was die Arbeitgeber dafür bekommen.

  • Antwort von PS_ED, Donnerstag, 17.August, 17:23 Uhr

    Ich stellte mir eine ähnlich Frage: Wenn es Arbeitgebernahe Initiativen zum Bewerten des Schulsystems gibt, gibt es dann auch Arbeitnehmernahe Initiativen?
    Zu welchem Ergebnis würden diese kommen?

    Tatsache ist das Ergebnis ist ja schön ung gut aber ohne eine Link, wie die Studie aussieht macht der Artikel keinen Sinn!