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Islam-Verband Bayerischer Jugendring will DITIB-Jugend weiter fördern

Jugendreisen, Jugendleiterkurse und Wochenendseminare für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. In Bayern ist es vor allem die DITIB-Jugend, die staatliche Förderung bekommt. Dabei steht der türkeinahe Islam-Verband seit einiger Zeit in der Kritik.

Von: Daniel Knopp

Stand: 17.03.2017

Ditib | Bild: dpa / picture alliance

Wichtiger Partner dabei für die Bayerische Staatsregierung ist der Bayerische Jugendring. Zugleich will die DITIB mehr Mitspracherechte. Schon jetzt sei die DITIB-Jugend in zahlreichen Stadt-, Kreis-, und auch Bezirksjugendringen vertreten, sagt der DITIB-Vertreter in Südbayern Aykan Inan.

"Erst seit einigen Jahren dürfen auch die Migranten im Jugendring Mitglied werden. Und wenn man Mitglied ist, dann kann man sich aktiv vor Ort engagieren und auch die Stadtpolitik mitbestimmen."

Aykan Inan, DITIB-Südbayern

"Verwendung wird geprüft"

Seit 2014 wurde die DITIB-Jugend in Bayern durch den Bayerischen Jugendring mit fast 10.000 Euro gefördert. Zukünftig könnte die DITIB aber auch als anerkannter Landesverband im BJR eine strukturelle Förderung bekommen. Mit Personalstellen wären dies dann bis zu 95.000 Euro pro Jahr. BJR-Präsident Matthias Fack hat keine Bedenken, dass die staatlichen Zuschüsse in falsche Hände kommen könnten. Zwischen DITIB und DITIB-Jugend sei ein deutlicher Unterschied, zu machen. Und schließlich werde die Verwendung der staatlichen Fördergelder an die DITIB- Jugend genau geprüft.

"Die DITIB-Jugend ist für uns ein ganz wichtiger Jugenverband, wo es auch richtig Freude macht, weil die uns auch inhaltlich in der Jugendarbeit und im Bayerischen Jugendring bereichern."

Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings

Ob der DITIB-Jugendverband tatsächlich so unabhängig von der DITIB und damit vom türkischen Staat ist, bleibt fraglich. Im Bayerischen Sozialministerium wird man unterdessen nicht müde zu betonen, dass das Ministerium mit der DITIB nicht direkt zusammenarbeite. Alle Projekte mit der DITIB-Jugend würden vom Bayerischen Jugendring eigenverantwortlich durchgeführt.

Bayerisches Sozialministerium bleibt gelassen

Das Bayerische Sozialministerium fördere ausschließlich den Bayerischen Jugendring. Im Gegensatz zum Bundesfamilienministerium sieht man im Bayerischen Sozialministerium keinen Grund etwas zu ändern. In Berlin will man jetzt erstmal Klarheit darüber haben, ob die DITIB auf dem Boden der freiheitlichen Grundordnung steht, bevor man der DITIB weitere Förderungen genehmigt. Wie bei der aktuellen Türkeipolitik, der Umgang mit der DITIB in Deutschland bleibt eine Gratwanderung.  

Bayerischer Jugendring

Der Bayerische Jugendring setzt sich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Bayern ein – unabhängig von ihrer Herkunft. Die Einbindung junger Menschen mit Migrationshintergrund ist ein wesentliches Ziel der Interkulturellen Öffnung der Jugendarbeit. Vereine junger Menschen mit Migrationshintergrund (VJM) sind ein Meilenstein auf diesem Weg. Neben der DITIB-Jugend sind 33 weitere Vereine junger Menschen mit Migrationshintergrund Mitglied im Bayerischen Jugendring (BJR). Drei von ihnen erhalten bisher Strukturförderung, etwa die Alevitische Jugend in Bayern, die Islamische Jugend Bayern und VRJD-JunOst- der Verband russischsprachiger Jugend Bayern. Die DITIB-Jugend ist seit 2014 Mitglied im BJR, ihr Antrag auf Strukturförderung läuft. Die Mitglieder des BJR eint ein gemeinsames Grundverständnis für die Prinzipien der Jugendarbeit: freiwillig, ehrenamtlich, selbstorganisiert und demokratisch. Auf dieser Basis gestalten Jugendorganisationen in Eigenverantwortung wesentliche Rahmenbedingungen der Jugendarbeit. (Quelle: Bayerischer Jugendring)


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