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Aktion vor der Staatskanzlei Bauern verpulvern Milch gegen den Preisverfall

"Milch-(Ver)-Pulver-Tour" - unter diesem Schlagwort tourt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter schon seit August quer durch Deutschland. Die außergewöhnliche Aktion endet heute in München.

Von: Ludwig Gruber

Stand: 09.10.2017

Unter dem Motto "Die faire Milch"  protestiert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter 2016 gegen die Frühjahrs-Agrarministerkonferenz der Länder. | Bild: picture-alliance/dpa

Einige hundert Bauern werden heute Mittag vor der Bayerischen Staatskanzlei mit etwa 200 Schleppern vorfahren und Milchpulver versprühen. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass augenblicklich in der EU über 350.000 Tonnen Milchpulver auf Halde liegen - auch in Deutschland.

Diese vom Staat wegen der Milchkrise im letzten Jahr aufgekauften Milchpulverberge müssen über kurz oder lang auf den Markt gebracht werden. Dadurch, so befürchtet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, BDM, könnte der Milchpreis wieder fallen. Der hat sich in Bayern pro Liter von ca. 26 Cent Mitte letzten Jahres auf inzwischen rund 36 Cent erholt.

Milchproduktion soll gedrosselt werden

Statt Milchpulver einzulagern, fordert der BDM, künftig die Milcherzeugung einzudämmen, sobald sich ein massiver Preisverfall abzeichnet. Möglich machen sollen es rechtzeitig auf den Weg gebrachte Hilfsprogramme für die Milchbauern, die mit der Auflage verknüpft werden, die Milchproduktion zu drosseln.

Im letzten Jahr ist dies ansatzweise schon geschehen. Mit Blick auf künftige Krisen am Milchmarkt müssen nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter solche Instrumente zur Begrenzung der Milchmenge aber dringend ausgebaut werden.


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Robert, Montag, 09.Oktober, 14:23 Uhr

17. Nachhaltig wirtschaften

Viele Beispiele zeigen, wie ein nachhaltig wirtschaftender Landwirt durchaus ein gutes Einkommen erzielen kann. Dabei ist es keineswegs notwendig, Bioprodukte zu horrenden Preisen zu erzeugen, sondern einfach artgerecht zu wirtschaften. Mittlerweile gibt es genug Verbraucher, die von der Massentierhaltung und Massenproduktion genug haben und nachhaltig erzeugte Produkte nachfragen. Im BR liefen schon einige Reportagen, so Bauern den erfolgreichen Weg weg von der industriellen Lebensmittelproduktion beschritten haben.

asor, Montag, 09.Oktober, 14:10 Uhr

16. Milchbauern

verpulvern Milchpulver. Für mich ist diese unsinnige Aktion nicht verständlich. Auch Milchpulver ist ein kostbares Lebensmittel und sollte nicht auf diese Art und Weise vernichtet werden. Wie wäre es denn, wenn kostenlose Milch abgegeben würde? Da gäbe es bestimmt genügend Abnehmer. - Auch die Landwirtschaft unterliegt der freien Marktwirtschaft.
Es wurden immer größere Rinderställe gebaut, die sich im Nachhinein teilweise als Fehlinvestition herausstellten. - Mir fällt dazu die im Bayerischen Fernsehen gezeigte Reportage über den Bau eines hochtechnisierten Rinderstalls einer Familie bei Breitenbrunn ein. Eine Millioneninvestition, die sich hoffentlich irgendwann amortisiert.
Respekt an die Bauern, die nicht nur auf Teufel komm heraus Milch liefern, sondern auch selbst zu Käseprodukten verarbeiten und direkt vermarkten.

Fairer Kommentator, Montag, 09.Oktober, 13:58 Uhr

15. Wirtschaftliche Gerechtigkeit.

Wenn z. B. die Automobilindustrie eine Flaute hat, dann kauft die EU keine Neuwagen auf und lagert sie ein, sondern es wird Kurzarbeit gewährt um die Produktion zu senken. Was in der normalen Wirtschaft schon lange Normalität ist, wird in der Milchproduktion völlig verkehrt geregelt. Dort kauft man mehrere hunderttausend Tonnen Milchpulver mit Steuergeldern auf, die weder national noch im Export verkauft werden können und lagert sie teuer ein. Die Milcherzeuger wollen diese Regelung nicht, sondern erwarten von der Politik auch Hilfen um rechtzeitig die Produktion zu drosseln. Eine Verwirklichung dieser Forderungen schafft die selben fairen Voraussetzungen im Milchsektor wie in den anderen Wirtschaftsbereichen.

Hans-Peter Car, Montag, 09.Oktober, 13:29 Uhr

14. Russland-Sanktionen beenden

Wer viel arbeitet, soll auch ordentlich verdienen.
Dass der Staat seine Ernährer, die Bauern, im Regen stehen lässt, ist inakzeptabel.
Welchen Sinn haben diese widersinnigen Russland-Sanktionen? Hier könnte man den Bauern durch Export helfen.
Bliebe nur, zynisch zu schließen, jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

Blechmann13, Montag, 09.Oktober, 12:15 Uhr

13. Man könnte auch sagen:

Alle Jahre wieder...
Erst künstlich den Preis steigern, und dadurch die Produktion weiter steigern, da ja einträglicher, und dann sich wieder wegen Überproduktion und sinkende Preise beschweren?
Das hört sich nach der "Melkkuh" der Nation an!

Sorry, aber was soll das?
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis!
Wenn von einen Produkt zuviel da ist, und der Verbraucher, bzw. der Markt "gesätigt" ist, sinkt der Preis...nur bei den Milchbauern schein es genau umgekehrt zu sein!
(Agrar-)Subventionen lassen schön grüßen!

mfg