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Drohende Zinsausfälle Banken wollen Gebühren weiter erhöhen

Deutsche Banken und Sparkassen werden auch in den kommenden Jahren unter den absehbar niedrigen Zinsen leiden. Das wollen sie zum Teil mit höheren Gebühren ausgleichen, wie Befragungen durch Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin ergaben.

Von: Felix Lincke

Stand: 30.08.2017

Rechner neben der Aufschrift Girokonto | Bild: picture-alliance/dpa

Banken und Sparkassen sehen zunehmend die Chance, ihre entgangenen Zinsgewinne mit höheren Gebühren bei ihren Kunden auszugleichen. Das ergab die repräsentative Umfrage, die Bundesbank und BaFin jährlich bei einer Vielzahl der kleineren Institute durchführen.

Abbau von Filialen und Mitarbeitern

Die Niedrigzinspolitik der EZB wird den Banken zufolge ihre Gewinne noch bis 2021 um 16 Prozent belasten. Im Vorjahr befürchteten sie noch einem Rückgang um ein Viertel und das in kürzerer Zeit. Doch inzwischen haben viele Geldhäuser ihre Dienstleistungen reduziert mit dem Abbau von Filialen und Mitarbeitern. Außerdem wurden die Gebühren erhöht und viele Gratis-Leistungen gestrichen.

Sparer bleiben auf der Strecke

Seit die Europäische Zentralbank Strafzinsen von den Banken verlangt, haben Sparer bei ihnen so gut wie nichts mehr zu erwarten. Die Bundesbank befürchtet, dass diese Durststrecke für alle Beteiligten noch längst nicht überstanden ist. Die Ertragslage der Banken habe sich aber etwas stabilisiert und ihre Widerstandsfähigkeit für den Krisenfall verbessert. Eine Krise für die Banken könnte auch dadurch entstehen, dass die Zinsen zu schnell wieder steigen.


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Kommentare

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Nürnberger, Mittwoch, 30.August, 20:53 Uhr

2. legitim

Wenn man eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, kostet die eben was. Es war nur so, dass in der Vergangenheit eine Quersubventionierung erfolgte, also mit dem Zinsüberschuß Defizite z.B. bei der Kontoführung ausgeglichen wurden. Wenn nun viele Kredite nicht mal mehr 2% kosten, geht das natürlich nicht mehr. Dann müssen eben andere Dienstleistungen auch in Rechnung gestellt werden.

Oder sollte man sich das nächste Mal aufregen, weil z.B. eine Bahnfahrkarte oder ein Kino- oder Frisörbesuch Geld kosten?

Und bevor alle wieder schreien wegen den Gewinnen bei den Banken: Diese entstehen nicht durch die kleinen Privatkunden, sondern durch die Geschäfte mit Großkunden.

bergundtal, Mittwoch, 30.August, 20:51 Uhr

1. Einmal im Monat

Ich heb nur noch einmal im Monat Geld ab, jede Abbuchung kostet 0,45 Euro
Kartenzahlung mach ich nicht mehr