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Unterschiedliche Anerkennungsquoten BAMF: Asylanträge werden immer gleich bearbeitet

Je nach Bundesland werden unterschiedlich viele Flüchtlinge anerkannt - das teilte die Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke mit. Wie aber kommt es zu den unterschiedlichen Quoten?

Von: Lisa Weiß

Stand: 13.10.2017

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg | Bild: dpa/picture-alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen eindeutig, die Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern groß:  In Bremen beispielsweise durften im ersten Halbjahr 63,3 Prozent der Afghanen bleiben, in Bayern nur 33,7 Prozent. Bundesweit lag die so genannte Gesamtschutzquote bei 44,1 Prozent.

Ähnlich sieht es beispielsweise bei den Irakern aus: In Bremen durften  knapp 94 Prozent bleiben, in Bayern unter 50 Prozent. Die Gesamtschutzquote war bundesweit bei knapp 60 Prozent. Auch, wenn man die Fälle herausrechnet, die aus formellen Gründen beendet wurden, weil beispielsweise der Antrag zurückgezogen wurde, sieht das Ergebnis recht ähnlich aus.

Vergleiche zwischen Bundesländern sind schwierig

Allerdings: Im kleinen Bremen haben auch nur gut tausend Afghanen einen Asylantrag gestellt – im Flächenstaat Bayern über 14.000. Die beiden Länder miteinander zu vergleichen, ist also schwierig, weil bei wenigen Anträgen Einzelfälle die Statistik verzerren können.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt an, die Entscheidungspraxis sei immer gleich, egal in welchem Bundesland der Asylbewerber seinen Antrag stelle. Jeder Antrag sei ein Einzelschicksal, über das unabhängig entschieden werde. Außerdem werde in der Statistik zwar erfasst, woher die Asylbewerber kommen – aber nicht, welcher Religion oder Volksgruppe sie angehören. Das sei aber für die Entscheidung ebenfalls wichtig.


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Kommentare

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Hallo, Freitag, 13.Oktober, 15:37 Uhr

1. Wenn die Entscheidungspraxis immer gleich ist

heisst das nicht, dass auch die Anträge immer gleich sorgfältig vorbereitet wurden.
Denn wenn ich das richtig verstehe werden die Anträge in den Bundesländern ausgefüllt.

Und da wäre er wieder: Der Einfluss der Bundesländer auf die mögliche Entscheidung.