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Balkanroute vor der Schließung Slowenien, Kroatien und Serbien machen ernst

Jetzt ist sie dicht. Die Balkanroute ist für Flüchtlinge faktisch geschlossen. Slowenien lässt seit Mitternacht nur noch wenige Ausnahmen zu. Das Land wendet wieder die Schengenregeln an und lässt nur noch Menschen mit gültigem Pass sowie Visa hinein.

Stand: 09.03.2016

Regierungschef Cerar kündigte an, Slowenien werde pro Monat nur noch bis zu 50 Menschen Asyl gewähren. Serbien will ebenso verfahren.

Auch an der Grenze zu Mazedonien und Bulgarien, so das serbische Innenministerium. Serbien könne es sich nicht leisten, zur Sammelstelle für Flüchtlinge zu werden. Auch Kroatien will in dieser Weise reagieren.

Bisher waren die Flüchtlinge auf der Balkanroute von einem an den nächsten Staat weitergereicht worden, weil sie am Ende nach Österreich und vor allem nach Deutschland wollten.

Fakten gegen das EU-Gipfel-Schlussdokument

Slowenien und Serbien schaffen mit ihrer Entscheidung nun die Fakten, die im Entwurf für das Schlussdokument des Brüsseler EU-Türkei-Gipfels gestanden hatten. Die entsprechene Passage wurde aber dann in Merkels Sinne abgeschwächt. Im Entwurf stand ursprünglich: "Diese Route ist nun geschlossen." Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker widersprachen jedoch dieser Formulierung. Die Balkanroute sei ja eben nicht geschlossen, immer noch kämen Menschen auf diesem Weg nach Mitteleuropa. Außerdem wollten sie nicht den Eindruck einer Abriegelung und neuen Abschottung Europas nähren.


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