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Bauteil kaputt Regionalzüge bis auf Weiteres ohne Neigetechnik

Die Bahn hat aus Sicherheitsgründen die Neigetechnik in ihren Regionalzügen abgeschaltet. Bis der Fehler gefunden ist, müssen sich Reisende auf Verspätungen einstellen. Noch ist unklar, wann der Fehler behoben ist.

Stand: 21.12.2015

Noch ist unklar, wann die Neigetechnik bei den Regionalzügen in Bayern wieder eingesetzt werden kann, sagte ein Bahnsprecher dem Bayerischen Rundfunk. Man sei derzeit damit beschäftigt, den Fehler zu finden.

Fehlersuche beim Lagertyp

Die Bahn geht davon aus, dass fehlerhafte Lagertypen für die Probleme sorgen. So sei es bei einem Zug vorgekommen, dass er sich nach einer Kurve nicht mehr in die Ausgangsposition aufrichtete. Derzeit könne man bei elf Zügen ausschließen, dass dieser spezielle Lagertyp verbaut wurde. Die übrigen 74 bayerischen Regionalzüge müssten nun genau untersucht werden, da in jedem Zug vier der möglicherweise fehlerhaften Lager verbaut wurden.

Langsamer unterwegs

Solange die Neigetechnik abgeschaltet ist, fahren die Züge langsamer. Die Folge: Verspätungen und längere Fahrtzeiten für die Bahnreisenden.

Triebwagen der Baureihe VT 612

"Aufgrund der geringeren Geschwindigkeit der betroffenen Züge bei der Fahrt in kurvenreichen Abschnitten verlängern sich auf einigen Linien die Fahrtzeiten. Im Allgäu sind die RE-Züge nach Lindau und Oberstdorf betroffen. In Oberfranken sind es vor allem die Strecken nach Bayreuth, Hof, Marktredwitz, Weiden und Schwandorf. Es ist mit Verspätungen je nach Strecke zwischen fünf und 20 Minuten zu rechnen – abhängig von den jeweils eingesetzten Zügen."

Information der DB Regio Bayern

Betroffen sind vor allem Verbindungen im Allgäu und in Nordbayern. So ist derzeit auf den Verbindungen von Nürnberg nach Cheb und Neustadt an der Waldnaab sowie auf den Strecken von Hof nach Lichtenfels und Regensburg mit Verzögerungen zu rechnen.

Angetreten als schnell und gut

Die High-Tech-Züge werden von Bombardier Transportation hergestellt. Sie werden vor allem als Regional-Express oder Interregio-Express eingesetzt und sind für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgelegt. Die DB-Baureihe 612 kann sich bis zu acht Grad in die Kurve legen. Somit können enge Kurven schneller durchfahren und die Reisezeit um bis zu 30 Prozent verkürzt werden. 


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Projektleiter, Samstag, 19.Dezember, 12:55 Uhr

2. Sicherheit

Das mit der Sicherheit an oberster Stelle war mal zu Bundesbahnzeiten. Heute zählt Wirtschaftlichkeit, Projekte schnell abrechnen, auch wenn sie technisch noch gar nicht fertig sind. Da werden nicht alle Sicherheitsaspekte beachtet. Es gibt halt keine Eisenbahner mehr vom alten Schlag, die zu Anfang monatelang in vielen Bereichen der Bahn ausgebildet wurden und so ein gutes Feeling für die Bahn hatten, vor allem die Sicherheit. Heute kommen die Planer direkt von der Hochschule und dementsprechend gibt es auch genügend Probleme in den Projekten, die sich auch auf die Sicherheit auswirken. Und mit den Neigetech-Zügen gab es immer schon Probleme, ich erinnere nur an die Neigetech-ICE, die sind nie bei uns gelaufen wegen "unlösbarer" Probleme und haben ein heiden Geld gekostet.

  • Antwort von Oliver S., Samstag, 19.Dezember, 19:23 Uhr

    Woher beziehen Sie eigentlich Ihre frechen Unterstellungen die Sicherheit betreffend? Richtig ist, die Deutsche Bahn AG hat sich verändert Aber die Sicherheit ist gewährleistet. Darüber wacht schon das Eisenbahn Bundesamt unabhängig jeglicher wirtschaftlicher Interessen, glauben Sie mir. Wobei berücksichtigt werden muss, dass es in der Technik - auch wenn das viele nicht wahr haben wollen (Stichwort Atomkraft) - keine 100 %-tige Sicherheit geben kann.

    Warum glauben Sie wird die Neigetechnik deaktiviert? Stünden wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, dann würde die Neigetechnik weiter laufen. Es geht um die Sicherheit, bevor etwas passiert wurde die Neigetechnik präventiv deaktiviert!

    Wenn wir aber weiter machen und den Bahnsektor weiter zerstückeln, privatisieren und liberalisieren, dann geht das mittelfristig wohl tatsächlich zu Lasten der Sicherheit. Weil diese diversen Kleinbahnen den Aufwand für Sicherheit, welchen die DB AG bringt, nicht finanzieren können...

  • Antwort von Andi K., Montag, 21.Dezember, 08:51 Uhr

    Ich fahre jeden Tag mit der Baureihe 612 in die Arbeit ich muss sagen das diese Baureihe schlicht und ergreifend ein Konstruktionsfehler ist abgesehen von der Neigetechnik Toilettentüren in Fahrtrichtung wo beim Bremsen des Zuges selbstständig sich öffnen, lautes Motorengeräusch im Innenraum und und und. Da wollte die DB einen Deutschen Pendolino Bauen! da lach ich wie ein volles Kino, da war die Baureihe 610 viel Angenehmer! der blieb anfangs auch oft stehen meist im winter durch fehlende Lufttrockener, die sitze waren bequemer und er war von den Geräuschen besser gedämmt!!!!!

    gute Leistung von bombardier hatt man auch bei den S-Bahn Zügen Talent 2 gesehen!

Willi, Freitag, 18.Dezember, 22:43 Uhr

1. Der BR kennt sich in Bayern aus

Habe ich etwas verpasst? Schwandorf und Weiden liegen nun in Oberfranken?????????????? Danke schön, aber wir wissen schon Bescheid. In der zitierten Info der Bahn heißt es wörtlichen "Im Allgäu sind die RE-Züge nach Lindau und Oberstdorf betroffen. In Oberfranken sind es vor allem die Strecken nach Bayreuth, Hof, Marktredwitz, Weiden und Schwandorf." Jedenfalls haben wir es im Text jetzt deutlicher gemacht, dass auch die Oberpfalz betroffen ist.
Viele Grüße, i.A. Red. BR24 Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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