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Erste autonome Buslinie Bahn macht mit "ioki" in Bad Birnbach mobil

Mobil sein im ländlichen Raum heißt oft: Auto fahren. Der öffentliche Nahverkehr wird ausgedünnt, Buslinien sind zu teuer, wenn die Fahrzeuge häufig fast leer unterwegs sind. Die Bahn setzt nun auf neue individualisierte Modelle, ein Pilotprojekt startet in Kürze im niederbayerischen Bad Birnbach.

Von: Birgit Schmeitzner

Stand: 11.10.2017

Autonom fahrender Bus in Bad Birnbach | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bahn nennt ihr neues Angebot "ioki". Es geht um autonomes Fahren und um Mobilität on demand, also auf Bestellung, quasi die moderne Form des früheren Anruf-Sammeltaxis. Die Bahn möchte den öffentlichen Verkehr individueller gestalten - und damit natürlich auch weitere Kunden gewinnen.

Pilotprojekt in Bayern

"ioki"-Innenraum

Noch in diesem Monat soll die erste autonom verkehrende Buslinie den Betrieb aufnehmen, und zwar in Bad Birnbach. Autonom heißt in diesem Fall, dass der Bus hochautomatisiert fährt, Laser-Sensoren und Kameras liefern die nötigen Daten, damit das Fahrzeug auch seinen Weg findet. Mit an Bord ist zunächst noch ein Mitarbeiter, der notfalls eingreifen kann. Zahlen muss man erst einmal nicht für den Service, die Passagiere werden auf der Strecke zwischen dem Stadtzentrum und der Therme umsonst mitgenommen.

"Auf dem Land ist das Auto der Goldstandard"

Bei der Vorstellung der neuen Bahn-Angebote sagte der zuständige Projektleiter Michael Barillère-Scholz, es gehe darum, Lücken im öffentlichen Nahverkehr zu schließen und Autofahrer dazu zu bewegen, ihr Fahrzeug auch mal stehen zu lassen. In größeren Städten ziehen dabei die Argumente Stau und Parkplatznot. Aber auch in Kleinstädten und auf dem Land kann ein individuell buchbarer öffentlicher Nahverkehr durchaus eine Alternative zum eigenen Auto sein - ein Linienbus, der nur ein paar Mal am Tag fixe Haltestellen anfährt, ist es meist nicht.

Vernetzte Welt

Ziel ist die Vernetzung zweier Apps: Auf der einen Seite kann der Kunde über sein Smartphone ein Shuttle buchen und bezahlen, auf der anderen Seite lotst die Fahrer-App das Fahrzeug durch den Verkehr. Das kann ein kleiner Bus mit sechs Steh- und Sitzplätzen sein wie in Bad Birnbach. Es gibt aber auch Elektroautos für fünf bis sechs Passagiere und ein kleines E-Tuktuk, die moderne Version der Rikschas in Asien.


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