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Ethikkommission stellt in Berlin Ergebnisse vor Selbstfahrende Autos und die Moral

Was macht ein selbstfahrendes Auto, wenn ein Unfall unausweichlich ist? Wer darf die gespeicherten Daten verwenden? Mit solchen Fragen hat sich neun Monate lang eine Ethikkommission beschäftigt.

Von: Tanja Oppelt

Stand: 20.06.2017

Selbstfahrendes Auto auf der Autobahn | Bild: picture-alliance/dpa

Für die allermeisten Autofahrer ist hochautomatisiertes Fahren noch nicht Alltag. Aber auf einer Teststrecke auf der A9  zwischen München und Ingolstadt wird es seit zwei Jahren bereits getestet. Fahrer oder Fahrerin dürfen sich zurücklehnen, lesen oder aus dem Fenster schauen.

 Datenschutz und Dilemma-Situationen

Die selbstfahrenden Autos zeichnen dabei eine Unmenge von Daten auf: wann ist das Auto mit wem wohin gefahren. Diese Daten werden wie im Flugzeug in einer Art Blackbox gespeichert. Aber was passiert nach einem Unfall mit diesen Daten? Wer darf sie bekommen, wer nicht? Mit solchen Fragen zum Datenschutz hat sich die Ethikkommission in den vergangenen neun Monaten beschäftigt.

Außerdem auch mit so genannten Dilemma-Situationen: Ein Kind läuft über die Straße. Wenn das Auto ausweicht, fährt es in eine Gruppe Menschen auf dem Bürgersteig. Was soll das selbstfahrende Auto tun? Oder darf der Algorhythmus eines Computers überhaupt eine solche Entscheidung treffen? Als Bundesverkehrsminister Dobrindt die Ethikkommission im vergangenen Herbst einsetzte, gab er zwei Grundsätze vor: Der Computer muss bei einem Unfall alles tun, um einen Personenschaden zu vermeiden. Und er darf die Verkehrsteilnehmer nicht nach Größe oder Alter sortieren.

Wissenschaftler und Experten in der Ethikkomission

Der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio leitet die Ethikkommission zum automatisierten Fahren. Ihr gehören Wissenschaftler und Experten an, unter anderem der ADAC-Chef August Markl und der Augsburger Weihbischof Anton Losinger.


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Kommentare

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Kritikwürdig , Dienstag, 20.Juni, 12:07 Uhr

5. Bald ist der Mensch selbst überflüssig und wird ganz abgeschafft

Für mich gibt es nur eine Lösung: selbstfahrende Fahrzeuge erhalten eigene Fahrwege, die ähnlich abgesichert werden, wie die Bahntrassen.

Das die Technik nicht zuverlässig funktioniert, ist doch jedem klar!
Wenn selbst die technikverlebt Gesellschaft Japans einen massivsten AKW Supergau nicht verhindern konnte, dann möchte ich auch keine Computergelenkten Fahrzeuge um mich herum haben.
Ich habe über 2.000.000 km ohne Computer bestens selbst das Auto gesteuert. Welche Fähigkeiten soll der heutige Mensch denn noch verlernen. Auto fahren ist hoch komplex und hält den eigenen Geist auf Trapp.
Kein Mensch könnte im Notfall noch eingreifen, wenn der Computer versagt, da er viel zu lange benötigt, um seine menschlichen System hochzufahren, wenn er nicht ständig aktiv fährt.

Und selbst wenn die Technik Unfälle verhindert, was ich bezweifle, dann suchen sich die Unfallpersönlichkeiten halt andere Wege, um sich zu schädigen, z.b. beim Smartphone bedienen überfahren zu werden

  • Antwort von Blechmann13, Dienstag, 20.Juni, 15:31 Uhr

    2-26 Sekunden haben Test's ergeben, ist die Zeit, bis ein Fahrer nach einer Gefahr in der die "KI" die Segel streicht braucht, bis er die volle Kontrole über das Fahrzeug wieder erlangt hat....
    ...und das waren durchaus "normale" Fahrer, also keine, die nach ein paar Jahren autonomen Fahrens gar nicht mehr wissen, was eigentlich zu tun wäre...

    mfg

Münchner, Dienstag, 20.Juni, 10:29 Uhr

4. ,,Ethikkommission‘‘

Ist es nicht erstaunlich, dass sich in Ethikkommissionen de facto nie echte Ethiker, also Wissenschaftler aus dem Gebiet der Ethik befinden? Stattdessen tümmeln sich dort Lobbyvertreter, Techniker, kirchliche Amtsträger, ...

Alexander K., Dienstag, 20.Juni, 09:26 Uhr

3. Vorteile des autonomen Fahrens

Keine Raser und Schnellfahrer mehr.

Man kann auch Risikominimierung umsetzen: Sicherheit vor Geschwindigkeit und Gewicht. Je leichter und langsamer, desto kürzer der Anhalteweg, Warum ausweichen? Anhalten!

  • Antwort von Blechmann13, Dienstag, 20.Juni, 15:25 Uhr

    Das funktioniert nur, wenn alle Verkehrsteilnehmer, incl. Fahrrad-/Motorradfahrer und die Mutti mit Kinderwagen in diesem System eingebunden sind und dieses aktuelle Positionsdaten hat, denn ansonsten kann der Computer nur auf Gefahren reagieren, die ihm seine Sensoren mitteilen, und dies ist bei nicht-rationalem menschlichen Verhalten nicht immer gegeben.

    Die Alternative ist, 3-5 km/h (Schrittgeschwindigkeit) in allen Städten, oder ähnlichen Umgebungen...dann braucht es aber auch kein Auto mehr...

    mfg

Franz Xaver, Dienstag, 20.Juni, 07:59 Uhr

2. Algorithmus -Rhythmus

Vielleicht gefällt der Rhythmus der Musik dem Fahrer, aber es ist der Algorithmus der den Board-Computer steuert.

Blechmann13, Dienstag, 20.Juni, 07:41 Uhr

1. Anderes Szenario....

...ein Kind läuft über die Straße.
Ausweichen nur mit erheblicher Gefährdung der Insassen möglich (evtl. ebenfalls mit Kindern an Bord!). Riskiert die "KI" das die Insassen (tödlich) verletzt werden?

Das bisher vorgeführte, gemächliche, in einer Richtung(!) geradeaus fahren auf der AB, mit bremsen, beschleunigen und gelegentlichem LKW überholen, hat nichts miit dem "realen" Fahren in der Stadt, oder auch nur auf der Landstraße zu tun.
Davon sind wir noch weit entfernt.

Bis das, wenn überhaupt, jemals absolut sicher funktioniert, wird es noch eine Weile dauern.
Bis dahin ist die Ganze Sache in meinen Augen, nichts weiter als eine weiteres Gimmick um den Autoverkauf anzukurbeln und, noch wichtiger, eine weitere Datenkrake für den Staat/Versicherungen.
Wenn ich mir die täglichen Meldungen von Hard-und Software Bugs, sowie Hacks anschaue, dann braucht es in Zukunft keine Selbstmordattentäter mehr die in Menschenmengen fahren...das geht dann direkt von irgendwo her auf der Welt.