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Für die Umwelt Autofasten bis Ostern

Fasten soll Körper und Geist reinigen. Und auch die Luft, wenn es nach den Grünen geht. Sie rufen zusammen mit dem Umweltbundesamt und der Umweltministerin dazu auf, von Aschermittwoch bis Ostern das Auto stehen zu lassen. Sogar der ADAC ist dafür.

Von: Birgit Gamböck

Stand: 28.02.2017

Stau auf dem Mittleren Ring in München | Bild: pa/dpa

Die Idee ist nicht neu. Schon vor 20 Jahren riefen die Kirchen dazu auf, in der Fastenzeit öfter mal aufs Auto zu verzichten und stattdessen zu Fuß zum Bäcker zu gehen, mit dem Radl zur Arbeit oder mit Bus und Bahn in die Stadt zu fahren.  

In diesem Jahr kommt die Initiative richtig in Fahrt. Die Grünen, das Umweltbundesamt, die Umweltministerin und sogar der ADAC sprechen sich dafür aus, der Umwelt zuliebe das Auto in der Garage zu lassen.  

Weniger Abgas, saubere Luft

Die Luftverschmutzung ist hoch, Grenzwerte für Stickstoffdioxid, Ozon und Feinstaub werden regelmäßig überschritten. Nicht zuletzt wegen des Diesel-Skandals ist das Bewusstsein dafür gewachsen. 40 Tage lang keine oder sehr viel weniger Abgase in die Luft zu blasen, würde die Luftqualität verbessern.

Die Unterstützer der Idee erhoffen sich aber auch den langfristigen Effekt, dass mehr Menschen dauerhaft auf Bus, Bahn oder das Rad umsteigen.

"Wir können unsere Perspektiven ändern, wenn wir ganz bewusst und zumindest in der Fastenzeit auf andere Verkehrsmittel umsteigen."

Barbara Hendricks (SPD), Umweltministerin

Katrin Dziekan vom Umweltbundesamt und der Grünen-Verkehrsexperte im Bundestag, Stephan Kühn, wünschen sich dafür ein Zeichen der Verkehrsbetriebe: Während der 40 Fastentage sollten Bahn und regionale Verkehrsträger allen Autofastern Sonderrabatte gewähren.   

Beim öffentlichen Nahverkehr sieht der ADAC, der den Autoverzicht grundsätzlich unterstützt, die Achillesferse der Aktion. Während sich kurze Strecken gut zu Fuß und per Rad zurücklegen ließen, mangele es für längere Distanzen an günstigen und schnellen Verbindungen bei Bus und Bahn.

Auf dem Land schwieirg

Wer auf dem Land lebt, wie der CDU-Verkehrsexperte Ulrich Lange, kann davon ein Lied singen. "Ich komme aus einem Flächenwahlkreis. In der Praxis stößt der Verzicht auf das Auto und der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr für unsere Bürger und auch für mich dort an seine Grenzen."

Dabei könnte sich der Verzicht aufs Auto auch finanziell rentieren. "Gerade bei Einbezug der Fixkosten wie Wertverlust des Wagens, Steuern, Versicherung, TÜV und so weiter fährt es sich mit Bus und Bahn in der Regel deutlich günstiger", rechnet Stefan Küper vom Umweltverband Germanwatch vor. Und dann gibt es ja auch noch Carsharing und Mitfahrzentralen.

Für die kurze Strecke bietet sich auch ein E-Bike an. Das Umweltbundesamt fand heraus, dass Elektrofahrräder im Stadtverkehr bis zu zehn Kilometern das schnellste Verkehrsmittel sind. Die Hälfte aller Autofahrten ist aber sogar kürzer als fünf Kilometer.

Luftnummer oder gute Idee? Fasten Sie mit? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren!


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Ingo Bogatu, Freitag, 03.März, 09:04 Uhr

47. Autofasten

Das Autofasten ist zwar ein hehres Ziel, doch nicht generell umsetzbar. Gerade für Selbständige oder Menschen in ländlichen Regionen äußerst schwierig. Vielmehr hat die Politik die Pflicht, den Autokonzernen Maßgaben vorzugeben oder sie zu zwingen, endlich saubere Motoren zu liefern.

Brigitte , Mittwoch, 01.März, 17:39 Uhr

46. Funsportlobby?

Ich habs hier wirklich langsam dick, mich ständig für die Notwendigkeit rechtfertigen zu müssen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Ein Thema, an das an diesen Stellen nie gerührt wird und das bald wieder superaktuell sein wird: Warum sagt eigentlich nie jemand was gegen die Motorradhorden, die bald wieder bei schönem Wetter mit einem Wahnsinnslärm durch die Landschaft röhren? Viele meiner Bekannten haben eins, keiner(!) nutzt es, um zur Arbeit zu fahren (wo umziehen? verschwitzt ankommen? Regen? Aktentasche?), einzukaufen oder die Kids irgendwohin zu bringen. Das sind reine Freizeitfahrzeuge und fahren anscheinend völlig emissionsfrei. Den ganzen Sommer über werden auch noch von Medienanstalten "Sternfahrten" über Riesenstrecken und "Bikerevents" organisiert und hochgejubelt.
Oder brauchts das "Brauchtum", dass plötzlich in jeder 2. Garage ein Uralttraktor stehen muss und diese dann zig Kilometer in Kolonne zum nächsten Bulldogtreff zockeln?

Thorsten, Mittwoch, 01.März, 16:28 Uhr

45. Luftnummer - sinnvoll wäre es aber auf dem Land nicht möglich.

Ich pendle auf dem Land über 60 km (Bamberg - Schweinfurt)

Mit dem Auto über die freie Autobahn -> 35 Minuten - im letzten Jahr max. 2-3 mal Stau.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln -> über 2 1/2Stunden!
Beides EINFACHE Strecke.

Verzicht aufs Auto - gerne:
Mit öffentlichen täglich zur Arbeit -> 1h wäre noch o.k.,
Einkaufen mit dem Rad und dem Bus und am Wochenende der Ausflug per Carsharing.
Ich glaube ich zieh auch in eine Großstadt ...

B.Dieter, Mittwoch, 01.März, 14:33 Uhr

44. Gute Luft.

Es wäre für die Industrie ein leichtes saubere Autos die Benzin oder Dieselangetrieben sind herzustellen. Aber die Lobbyverbände waren halt bei Frau Merkel und die wieder in Brüssel mit dem Hinweis im Koffer das in Deutschland Arbeitsplätzen in Gefahr wären. Was in realem Leben eine glatte Lüge ist. Damit war das Thema sauberer Autos erstmal durch. Dieses spezielle Vorgehen der Deutschen kannten die in Brüssel von der Katalysator Problematik her schon. Damals hätte die Einführung des Katalysators in Deutschland laut Industrie angeblich alle Motoren geschottet. Die Franzosen bauten ihn einfach ein ohne auf Deutschland oder Brüssel zu hören und kein Motor ging KO. Die deutsche Industrie musste nachziehen um konkurrenzfähig zu bleiben, sonst hätten wir heute noch keinen KAT im Auto. So einfach funktioniert das wenn es um den Gewinne der Wirtschaft geht, und nur um die geht es. Darauf muss Umwelt und Demokratie schon mal Rücksicht nehmen.
M.f.G.

Macher, Mittwoch, 01.März, 14:29 Uhr

43. Nicht nur reden, sondern für saubere Luft aktiv werden !

An alle, die nicht nur reden, sondern "Macher" sind und ernst machen wollen mit dem Autofasten und ein Radl fürs Autofasten brauchen - für bessere Luft in unseren Städten: Der große Radlflohmarkt der Radlhauptstadt München findet dieses Jahr am Samstag, den 4. März von 10 - 16 Uhr in der Zenith-Halle in München statt. Dort kann man nicht nur gebrauchte Räder kaufen oder verkaufen, sondern auch Fundräder des städtischen Fundbüros ersteigern. Es erwartet einen eine sehr große Auswahl an Fahrrädern aller Art. Mehr Infos findet man auch auf der Webseite von "Greencity".