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Polizei zieht "Geisterfahrer" aus dem Verkehr Autofahrer blockieren Rettungsgasse nach tödlichem Unfall auf A3

Bei einem Unfall auf der A3 bei Altdorf haben sechs Autofahrer die Rettungsgasse genutzt, um entgegen der Fahrtrichtung zur Anschlussstelle Altdorf zurückzufahren. Bei dem Unfall waren ein Mensch getötet und fünf verletzt worden.

Stand: 21.08.2017

Nachdem bei dem Unfall auf der A3 bei Altdorf drei Menschen aus dem Kleinbus geschleudert worden waren, bot sich ein Bild der Verwüstung. | Bild: News5

Dass Autofahrer eigenmächtig vor einer Unfallstelle wenden und quasi als "Geisterfahrer" zur letzten Ausfahrt zurückfahren, komme nur selten vor – vor allem dass es gleich so viele sind, sagte Polizeisprecher Michael Petzold dem Bayerischen Rundfunk. Die Autofahrer wurden dort von einer Polizeistreife aus dem Verkehr gezogen. Sie müssen nun 200 Euro Bußgeld bezahlen, bekommen zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Gaffer filmen Unfall

Lobende Worte findet Petzold für das Verhalten der anderen Autofahrer: Das Bilden der Rettungsgasse habe dieses Mal vorzüglich funktioniert. Als die Rettungskräfte eine Fahrspur freigeräumt hatten, um den Verkehr an der Unfallstelle vorbeizuleiten, griffen allerdings wieder viele Autofahrer zum Handy und filmten den Unfall. Zum Teil seien auch Kinder unangeschnallt im Auto gestanden und hätten durch die Fenster gesehen, so Petzold. Die Polizei konnte rund 20 Gaffer anhalten: Weil sie am Steuer ein Handy benutzt hatten, müssen sie nun 60 Euro zahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg.

Aus dem Wagen geschleudert

Der Fahrer des mit insgesamt sechs Personen besetzen Kleinbusses aus den Niederlanden hatte am Sonntagabend (21.08.17) offenbar die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Drei Männer wurden aus dem Fahrzeug geschleudert – ein 19-Jähriger wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Die anderen beiden Männer im Alter von 20 und 25 Jahren kamen schwerverletzt ins Krankenhaus. Die drei übrigen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen in Kliniken.


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Knallharte Strafen, Donnerstag, 24.August, 13:56 Uhr

7. Knallharte Strafen

Vielleicht müssen die Strafen noch viel härter ausfallen, z.B. 6 Monate Fahrverbot.
Bodycams könnten die Ermittlung der Fahrer, Kennzeichen und anderer Informationen dabei sehr gut unterstützen.

Sollten einzelne Täter dringendst auf das Fahrzeug angewiesen sein, um z.B. zur Arbeit zu kommen, sollte es entsprechende Regelungen geben (z.B. nur Fahrten zur Arbeit erlauben, wie das in der Vergangenheit z.B. für Minderjährige gehandhabt wurden, welche dadurch einen Führerschein früher erwerben durften).

Christian, Dienstag, 22.August, 13:49 Uhr

6. Die Frage nach dem Warum

Keine Frage: Erfreulich zu lesen, dass endlich gegen Gaffer und vor allem diejenigen durchgegriffen wird, die Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei behindern. Die Strafen dafür können nicht hoch genug sein. Was mir Sorgen macht: Was sagt das über "diese Menschen" aus (nun ja, ein paar Idioten gibt es immer) und was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Warum spielen "Werte" zunehmend keine Rolle mehr, werden ersetzt durch Egoismus, Ellenbogen, Ignoranz, letztlich Gewalt? Was setzen wir, was setzt der Staat dem entgegen? Wo kommt das her? Und: Wo führt das hin?!!!

Merkur, Montag, 21.August, 19:05 Uhr

5.

Solange mit Gaffen u.filmen nicht besser durch gegriffen wird und STRAFEN die wo sitzen ,wird sich nicht viel ändern.

Rolf Ackermann, Montag, 21.August, 12:57 Uhr

4. Absichtliche "Geiseterfahrt"

Wer auf der Autobahn wendet um Zeit zu sparen und dabei vorsätzlich das Leben anderer gefährdet, sollte nicht 200,- sondern mindestens 2.000,- € bezahlen müssen. Wer das Geld nicht hat, dem sollte das Auto eingezogen werden (zusammen mit dem Führerschein).
Gleiches gilt für Handy-Filmer.
Nur so wird man das Problem in den Griff bekommen

  • Antwort von Floh, Montag, 21.August, 19:00 Uhr

    Seh ich genau so !! Stimme Ihnen voll zu.

websaurier, Montag, 21.August, 10:25 Uhr

3. Ist die Kommentarfunktion hier wirklich nötig ???


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