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Ausstellungstipps Das Licht, die Kunst und die Architektur

Eine Ausstellung über Fritz Winters Werk in München und Helmut Jahn in seiner Heimatstadt Nürnberg - die Tipps der Woche von Wilhelm Warning. Die Ausstellungstipps - immer montags um 6.25 Uhr und um 18.25 Uhr auf B5 aktuell.

Stand: 21.01.2013
Statue Mann mit Pferd | Bild: picture-alliance/dpa

Licht ist etwas Unbegreifliches: Es zeigt sich nur, wenn es auf Materie trifft und reflektiert wird. Umgekehrt wird Materie nur durch Licht sichtbar. Farben etwa oder Gebäude.

Man blickt auf ein erdiges, sehr dunkles Braun, das manchmal fast ins Schwarze spielt. Die Farbe scheint das Licht zu schlucken, wäre da nicht eine zarte, helle abstrakte Struktur, eine zarte, lichte geometrische Form, die in ihrer Stufung entfernt an ein Treppenhaus erinnert und den Blick mitnimmt. Unwillkürlich denkt man: die einen nach oben zieht, in die Helligkeit, in das Licht.

Licht-Bilder: Fritz Winter und die abstrakte Fotografie

Ein Bild des Malers Fritz Winter, der es 1934 schuf. Da war er gerade 29 Jahre alt, hatte schon ein Leben als Bergmann unter Tage hinter sich und eine Ausbildung am legendären Bauhaus. Dort war er von Paul Klee beeinflusst, aber auch von László Moholy-Nagy und dessen berühmten „Fotogrammen“, die experimentelle Licht- Bilder waren. In der Pinakothek der Moderne in München kann man unter dem Titel „Licht-Bilder: Fritz Winter und die abstrakte Fotografie“ eine beeindruckende Gegenüberstellung sehen.  

In den stillen, abgedunkelten Räumen zeigt sich, welche Bedeutung die Erde und das Licht für Fritz Winter wohl gehabt haben. Er malte kristalline Formen, fast scheint es, als ob er damit das Licht einfangen wollte, drunten, unter Tage. Und gleichzeitig setzt es sich mit der abstrakten Photographie auseinander, mit seinen Lehrern.

Es ist verblüffend zu sehen, wie ähnlich Malerei und Photographie hier das Licht zeichneten, was die wörtliche Übersetzung ist der griechischen Worte Phos, also Licht, und graphein, also schreiben oder zeichnen.

Poetisch und still, dabei hoch konzentriert sind diese Lichtstudien, die weit über den nur formalen Aspekt eines Künstlervergleichs oder eines Lehrer-Schüler Verhältnisses hinausgehen, sondern erahnen lassen, was das Kristalline, was das Licht bedeuten kann.

Die Ausstellung „Licht-Bilder. Fritz Winter und die abstrakte Fotografie“ bis zum 17. Februar in der Pinakothek der Moderne. Nicht verpassen. Man kann übrigens auch noch weitere Werke aus allen Schaffensphasen von Fritz Winter in seinem ehemaligen Atelierhaus in Dießen am Ammersee anschauen. Licht und Bilder. Auch Architektur kann bildhafte sein, vor allem: das Licht einfangen, mit ihm spielen, korrespondieren.

Helmut Jahn im Neuen Museum in Nürnberg

Leicht voneinander weggedreht und abgeschrägt, mit einem Schimmer von goldenen Bahnen zwischen dem Glas, das das Licht in den Doppeltürmen reflektiert: Das ist das eine Bauwerk, das er für die Wüsten- und Spielerstadt Las Vegas entworfen hat. Das andere Hochhaus steht in Chicago, seiner Heimatstadt, gläsern auch, mit abgerundeter Ecke, wie ein überdimensionales, glatt elegantes Designobjekt. 

Es geht um Helmut Jahn, der eigentlich aus Nürnberg, genauer aus Zirndorf stammt und Mitte der 60er Jahre nach Chicago ging, damals noch das Mekka der Architektur, und dort steile Karriere machte. Inzwischen ist er ein Altmeister, der überall in der Welt seine Hochhaustürme platziert.

Die sind mal elegant, meist kühl, manchmal gewagt, zuweilen interessant, oft auch glatt. Das umfangreiche Lebenswerk des 72 jährigen fränkischen Architekten aus Chicago ist anhand von Fotos und Modellen im Neuen Museum in Nürnberg zu sehen, bis zum 24. Februar.    


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