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Umstrittener Ausbau ab 2020 Sechsspurige A8: Pro und Contra

Über 70.000 Fahrzeuge sind jeden Tag auf der A8 zwischen München und Salzburg unterwegs. Um Autofahrer zu entlassen, soll sie sechsspurig ausgebaut werden. Das ist der Plan, gegen den es jedoch jede Menge Einwände der Bürger gibt. Seit heute beschäftigt sich die Regierung von Oberbayern damit.

Von: Dagmar Bohrer-Glas

Stand: 20.03.2017

Autobahn A8 bei Berchtesgaden | Bild: picture-alliance/dpa

Beim sechsstreifigen Ausbau der A 8 München - Salzburg geht die Planung in eine neue Phase: In Rohrdorf erörtert die Regierung von Oberbayern die Einwendungen und Stellungnahmen, die Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eingegangen sind. Dabei geht es um den Bauabschnitt zwischen Rosenheim und Achenmühle in der Gemeinde Rohrdorf. Laut dem Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, Martin Nell, ist eine Vielzahl an Einwendungen eingegangen:

"Da einige Einwender sowohl von dem Bauvorhaben im Abschnitt der Anschlussstelle Rosenheim-Achenmühle, als auch von dem Abschnitt Achenmühle-Bernauer Berg betroffen sind, lässt sich aufgrund der Vielzahl an Einwendungen leider die genaue Anzahl kaum ermitteln. Für den Abschnitt A8 Anschlussstelle Rosenheim bis Achenmühle geht die Regierung von Oberbayern schätzungsweise von Stellungnahmen von rund 30 Trägern öffentlicher Belange und Einwendungen von rund 300 privaten Einwendern aus."

Martin Nell, Regierung von Oberbayern

Geplanter Ausbau der A8

Die A8 im Chiemgau – gebaut in den 1930er Jahren – verfügt nur über zwei Fahrspuren in jede Richtung ohne Standstreifen. Vom Bundestag beschlossen sind sechs Fahrspuren plus Standstreifen. Es geht um eine gewissen Grundqualität, so die Autobahndirektion Südbayern. Geplant sind u.a. eine Tieferlegung der Autobahn, neun Meter hohe Lärmschutzwände und Flüsterasphalt.

Lärmschutzwände und Flüsterasphalt

Hinter München befahren täglich über 70.000 Fahrzeuge die A8, in Spitzenzeiten sogar bis zu 90.000 Autos. Mit dem Ausbau soll es nicht nur eine Entlastung für die Autofahrer geben, sondern auch für die Anwohner.

"Mit dem Ausbau rücken wir die Autobahn immer von den Bewohnern weg. Wir bauen Tunnel, wir bauen bis zu neun Meter hohe Lärmschutzwände. Auf der gesamten Strecke kommt ein Flüsterasphalt hin."

Josef Seebacher, Autobahndirektion Südbayern

Die nichtöffentliche Erörterung findet im Rathaus von Rohrdorf statt. Sechs Termine und drei Zusatztermine bei Bedarf sind hierfür angesetzt. Gehört werden Gemeinden, Verbände wie der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz, außerdem Bürgerinitiativen, Rechtsanwälte und ganz normale Bürger.

Gegner befürchten Zerstörung der Landschaft

Die Gemeinde Rohrdorf etwa will den Hochwasserschutz im Gemeindegebiet verbessern. Bürgerinitativen von Rosenheim bis zur Landesgrenze, die sich zu dem Verein "Ausbau A 8 - Bürger setzen Grenzen" zusammengeschlossen haben, plädieren insgesamt für einen kleineren Ausbau, ökonomisch und in der Fläche sparsamer. Sie befürchten eine Zerstörung der Landschaft durch eine große Autobahnschneise.

Wenn alles glatt geht, ist der Baustart für 2020 vorgesehen. Eines braucht es also noch länger: Geduld auf der A8.


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Ebert, Dienstag, 21.März, 11:04 Uhr

6. Randbemerkungen

Letztendlich, liebe Leser, verdanken wir der so viel geschmähten Autoindustrie einen großen Teil unseres Wohlstandes. Viele Harz 4er könnten hier nicht so massiv über die alles beherrschende Autoindustrie schimpfen, würde es sie nicht so geben.

Aber es ist immer und immer dasselbe, kaum wird vom Staat was wirklich notwendiges geplant, schon gibt es mindesten 100 Initiativen dagegen. Siehe auch 3. Startbahn usw. usw.

Autos sind nun einmal Tatsache; LKWs sind nun einmal Tatsache und wer glaubt, dass dies reduziert werden kann ist ein Phantast, ein weltfremder Idealist. Da dies so ist, brauchen wir auch entsprechende Infrastruktur, eine moderne Infrastruktur und nicht die von 1930

Für Diejenigen, die das so nicht akzeptieren empfehle ich Auswandern in die Sahara; ach jeh, bei meinem letzten Besuch dort habe ich aber da auch Straßen gesehen, so was aber auch.

Ebert

websaurier, Dienstag, 21.März, 09:31 Uhr

5. Bin dagegen !


Bin auf jeden Fall gegen einen weiteren Ausbau!
Was kommt denn nach dem sechsspurigen Ausbau?
In ein paar Jahren 8 oder gar 10 Spuren....

Eigentlich sollten doch die Gehirne von Beamten und Politikern soweit funktionieren, um dies zu erkennen ???
Ist aber wohl doch zu viel verlangt...

Duo, Dienstag, 21.März, 06:14 Uhr

4. 6-spröder Ausbau

Beide Vorredner sind realitätsfremd. Wo leben solche Leute und was Breiten die?

  • Antwort von Chris, Dienstag, 21.März, 07:15 Uhr

    Apropos realitätsfremd, ist "Duo" ein Bot (Computerprogramm), der seine Wörter und Textschnipsel aus einem schlechten Übersetzungsprogramm hat?
    Oder woher kommen "6-spröder" und "was Breiten die" sonst?
    Und ja, im Endeffekt haben die "Vorredner" eine ganz realitätsnahe Meinung.

Sebastian W., Montag, 20.März, 21:32 Uhr

3. Verkehrs-Wahnsinn

Statt ständig Straßen auszubauen sollten sich die Politiker besser mal Gedanken machen, wie der Straßenverkehr reduziert werden kann. Insbesondere der LKW-Verkehr. Aber unsinnige EU-Gesetze und günstige Steuern auf Diesel führen dazu, dass immer mehr Güter sinnlos quer durch Europa gekarrt werden. Und Alternativen fehlen, weil die von der Auto-Lobby gesteuerte Politik kaum etwas in die Bahn investiert. Und der Brenner-Basistunnel wird fertig sein und in Deutschland werden die Zulaufstrecken fehlen, weil hier schon seit Jahren seitens der Politik wichtige Weichenstellungen verschlafen wurden. Ebenso müsste der perverse Pendlerverkehr nach München reduziert werden. Aber solange sich Normalverdiener dort keine Wohnung leisten können, werden immer noch mehr Menschen ins Umland ziehen. Das Wachstum Münchens muss endlich gestoppt werden. Dann würden die Wohnungspreise und der Verkehr in und um München nicht noch weiter zunehmen. Und man könnte sich den Ausbau weiterer Straßen sparen.

Xaver Brunner, Montag, 20.März, 21:07 Uhr

2. Sechsspurige A8

Solche Straßen ziehen den Verkehr magisch an.