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HC 4.000 "Cookie" So funktioniert die Augsburger Monsterbombe

Was ist das für eine Bombe, die 54.000 Augsburgern das Weihnachtsfest vermiest hat? Über 300 Luftminen vom Typ HC 4.000 wurden im Zweiten Weltkrieg über der Stadt abgeworfen. Ihre Wirkung war verheerend, ihre Funktionsweise perfide.

Stand: 23.12.2016

Luftmine HC 4.000 | Bild: picture-alliance/dpa

Die HC 4.000 lb war ein wahres Monster. In der Royal Airforce (RAF) wurde sie recht verharmlosend mit dem Spitznamen "Cookie" (dt.: Keks) versehen. Treffender dürfte da die Bezeichnung "Block Buster" sein, unter der man die HC 4.000 auch kennt – der "Wohnblock-Knacker".

Extreme Druckwelle

Die Luftmine detonierte in der Regel durch einen Aufschlagzünder direkt an der Oberfläche. Gelegentlich wurde sie auch mit Zeitzündern an einem Fallschirm abgeworfen. Die extreme Druckwelle der Explosion konnte Gebäude im Umkreis von 100 Metern dem Erdboden gleich machen. Bei einer Detonation auf freiem Gelände konnte die Bombe noch in einem Kilometer Entfernung Fenster und Türen herausreißen.

"Dachöffner" für die Brandbomben

Ein britischer Lancaster-Bomber wird mit einer HC 4.000 beladen.

Häufig wurde der "Block Buster" aber eingesetzt, um das Feld für das zu bereiten, was noch folgen sollte. Bei Luftangriffen wurde zuerst eine HC 4.000 über dem Wohngebiet abgeworfen. Die Explosion und die Druckwelle deckten die Dächer im Umkreis mehrerer hundert Meter ab. Die freigelegten Dachstühle waren dann das Ziel der Brandbomben. So entfachten die Alliierten in vielen deutschen Großstädten die gefürchteten Feuerstürme.

Die HC 4.000 hatte einen Durchmesser von ca. 80 Zentimetern und eine Länge von fast drei Metern. Sie war 1,8 Tonnen schwer. Zum ersten Mal wurde sie am 1. April 1941 beim Angriff auf Emden abgeworfen. Bis Kriegsende warf die RAF insgesamt 68.000 HC 4.000 Luftminen ab. Meist kamen dabei die Lancaster-Bomber zum Einsatz, die diese große Bombenlast tragen konnten.

Die Augsburger Bombennacht im Februar 1944

336 HC 4.000 wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs über Augsburg abgeworfen. Die schlimmste Bombennacht erlebte Augsburg vom 25. auf den 26. Februar 1944. Der Angriff galt den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof. Britische und amerikanische Flugzeuge warfen 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Über eine Stunde dauerte das nächtliche Bombardement.

Der Angriff forderte 730 Menschenleben, 1.335 Personen wurden verletzt. Bei minus 18 Grad kam damals erschwerend hinzu, dass viele Hydranten zugefroren waren und so die Löscharbeiten erschwerten. Die historische Altstadt von Augsburg wurde bei diesem Angriff weitgehend zerstört. Rund 85.000 Augsburger verloren ihr Hab und Gut und wurden obdachlos, beinahe ein Viertel aller Wohnungen waren ein Opfer der Flammen.


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Pohl, Montag, 26.Dezember, 00:37 Uhr

19. 1.8 to Luftminenblindgänger in Augsburg (22.12.2016)


Obiger Beitrag beinhaltet beträchtliche Mängel. Genannte englische Luftmine mit 1,8 Tonnen Gewicht war eine der leichtesten. Bis Ende des II. Weltkrieges steigerten die Alliierten das Gewicht von Luftminen, die sie auf deutsche Städte abwarfen, auf bis zu 10 (zehn) to Gewicht. Die Zerstörungsenergie die dadurch freigesetzt wurde war verheerend. Bedingt durch ihre Form, welche überdimensionalen Badeöfen glich, schlugen viele dieser gewaltigen Sprengkörper horizontal auf den Erdboden und kamen somit nicht zur Explosion. Mir sträuben sich noch heute die Haare, wenn ich mich an das unsagbar grässliche Gejaule abgeworfener, sich torkelnd der Erde nähernder Luftminen erinnere - und an den Gedanken, wieder mal Glück gehabt, wenn die Explosion nicht in der Nähe (oder keine) erfolgte. Diese Kindheitserlebnisse sind eingebrannt und unvergessen. Wolfgang G. Pohl

  • Antwort von Wolfman, Montag, 26.Dezember, 17:50 Uhr

    Der Bericht ist aber doch kein Fachaufsatz für Spezialisten? Ich nehme den Artikel für Laien als ergänzende Information wahr. Was es sonst noch alles auf der Welt für "Bad Boys" gab, ist für Augsburg ziemlich irrelevant.
    Aber ich verstehe ihre schlechte Erinnerungen daran. Ich will es nicht erleben wollen. Zum Glück haben wir in Europa die längsten, friedlichen Zeiten.
    Carpe diem!

Elke, Sonntag, 25.Dezember, 23:08 Uhr

18. In Aleppo, in Mossul und in Jemen werden auch Zivilisten bombardiert.

Doppelstandards: Medien konzentrieren sich auf Syrien während sie die den Krieg im Jemen ignorieren. Die Bevölkerung Aleppos feiert nach der Befreiung der Stadt durch die syrische Armee. Während dessen spielt sich im Jemen eine humanitäre Katastrophe ab. 70 Prozent der Bevölkerung brauchen humanitäre Hilfe. Über 10.000 Menschen wurden getötet. Die saudische Regierung begeht Kriegsverbrechen. Die westlichen Medien aber ignorieren den Bürgerkrieg.

  • Antwort von Hassan, Montag, 26.Dezember, 10:02 Uhr

    Die Live-Berichte aus Aleppo waren nicht aus Aleppo. Aleppo ist schon lange ohne Internet und ohne Strom. Alle Strommasten sind schon lange kaput geschossen und manche liegen ganz auf dem Boden. Ein Live-Bericht aus Aleppo war unmöglich. Die Zivilisten wollten weglaufen, aber die Söldner haben auf diese Flüchtlinge geschossen. Also sind die anderen als menschliche Schutzschilder geblieben. Der Westen hat die Kontrolle über die syrische Oposition, über die Söldner, völlig verloren.

Mlang, Sonntag, 25.Dezember, 18:53 Uhr

17. Am besten zurueck

Am besten die Bombe wieder dahin wo sie hergekommen ist. Diese Leute waren unschuldig!
Das hat mit Krieg nix zu tun!

  • Antwort von Wolf, Montag, 26.Dezember, 15:39 Uhr

    Ja klar,und Adolf wollte nur spielen.....

Ivan Adamovic, Sonntag, 25.Dezember, 18:23 Uhr

16. bald 72 Jahre Gehirnwaesche zeigen ihre Wirkung

Deutschland ist ein besetztes Land, die Schulbuecher wurden von den "Befreiern" geschrieben, mehr muss man dazu nicht wissen. Wohnviertel zu bombardieren ist immer und in jedem Krieg ein Kriegsverbrechen. Nur ein gehirnverbrandter Deutscher kommt mit der Schuld-Keule, weil er seine Besatzer mehr liebt als die seinen. Armes Volk.

  • Antwort von Adolf, Montag, 26.Dezember, 02:38 Uhr

    ...und den Hitler scheinen Sie nicht zu kennen. Ich empfehle ihr gewaschenes Gehirn einem Schleudergang zu unterwerfen. Postfaktisch?

    Für Lücken in Geschichtsunterricht ist ZDF History ist sehr zu empfehlen. Aber auch die ARD bietet viele Dokus dazu. Ach ja, dagegen sind Sie immun?

  • Antwort von Claudia, Montag, 26.Dezember, 10:06 Uhr

    An Adolf: Gibt es in geschlossener Psychiatrie WLAN auch für die Patienten?

  • Antwort von Olga, Montag, 26.Dezember, 10:15 Uhr

    Eine Frage: Sind die USA unsere Freunde oder Brüder?

    Nach langer Überlegung lautet meine Antwort,
    die USA sind unsere Brüder, weil Freunde kann
    man sich doch aussuchen.

  • Antwort von Adolf, Montag, 26.Dezember, 11:21 Uhr

    Claudine, ja, scheint so. Sonst könnte ich ihren Text ja nicht lesen. ;-)

  • Antwort von C. Kritzinger, Montag, 26.Dezember, 11:58 Uhr

    An Claudia, Wer die NAZI Keule auspackt beweist lediglich, dass die Gehirnwäsche ein voller Erfolg war.

  • Antwort von Trolliene, Montag, 26.Dezember, 17:52 Uhr

    Unglaublich was da geschrieben ist. Es kann eigentlich nur eine "Trolleriene" sein.

  • Antwort von Alexander, Mittwoch, 28.Dezember, 18:17 Uhr

    Bitte löschen, da niveaulose Diskussion...

hardy, Sonntag, 25.Dezember, 14:14 Uhr

15. Musik

Sehr witzig gemachtes Video, besonders die lustige Musik dazu, macht Bombenstimmung. Soll das Werbung für Kriegswaffen sein???