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Diesel-Problem Umwelthilfe: A8 als "schmutzigster Diesel" gekürt

Neue Wende in der Diskussion um erhöhte Stickoxidwerte bei Diesel-Motoren: Der A8, die Luxuslimousine des Ingolstädter Autobauers Audi, sei der "schmutzigste Diesel"-Pkw. Das will die Deutsche Umwelthilfe herausgefunden haben.

Von: Von Maximilian Burkhart

Stand: 16.06.2017

Eine Reihe Audi A8 | Bild: picture alliance / SvenSimon

Es seien die höchsten Stickoxid-Werte, die das Emissions-Kontrollinstitut der Deutschen Umwelthilfe jemals bei einem Pkw gemessen hätte. Fast 2.000 Milligramm pro Kilometer habe ein Audi A8 bei einem Straßentest aus dem Auspuff geblasen. Die Norm "Euro 6" erlaubt aber gerade mal 80 Milligramm pro Kilometer.

Der A8 sei damit schmutziger als ein 15 Jahre alter Euro 4-Diesel, so der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch. Er fordert Konsequenzen.

"Wenn grade die momentan schmutzigsten gemessenen Fahrzeuge Euro-6-Diesel sind, dann kann eine Ausnahme sich wirklich nur an den Real-Emissionen orientieren, das heißt nur die Euro-6-Diesel, die auf der Straße vernünftig sauber sind, dürfen von Diesel-Fahrverboten ausgenommen werden."

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe

Audi hat unterdessen einen ersten vom Bund geforderten Rückrufplan vorgelegt. Zu den von der Deutschen Umwelthilfe vorgenommenen Messungen könne Audi allerdings keine Stellung nehmen. Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks teilt ein Sprecher der Audi AG schriftlich mit

"Da wir weder den technischen Zustand des konkret vermessenen Fahrzeugs (A8L 4.2 TDI), noch die exakten Messrandbedingungen dieser PEMS-Messung kennen, ist es schwierig eine Aussage zu den Messergebnissen zu treffen."

Stellungnahme Audi AG

Zudem würden Emissionen grundsätzlich von ganz unterschiedlichen Randbedingungen und Fahrsituationen abhängen, unter anderem von Motorlast, Drehzahl und Temperaturbedingungen. Um die Abweichungen zwischen den Werten im Labor und denen im realen Fahrbetrieb zu reduzieren, habe die EU für 2017 die Einführung des Messverfahrens für die Real Driving Emissions (RDE) beschlossen. Dies werde von Audi ganz ausdrücklich begrüßt und vollumfänglich unterstützt, so der Audi-Sprecher.

"RDE-Messungen werden mit einem sogenannten Conformity Faktor von 2,1 erst Zug um Zug ab September 2017 für neu homologierte Modelle relevant. Bis dahin sind Messungen abseits der Prüfbedingungen des NEFZ nicht vergleichend bewertbar."

Stellungnahme Audi AG

Bis die neuen Regelungen in Kraft seien, könnten die Ergebnisse unterschiedlicher Modelle bei Off-Cycle-Messungen je nach individueller Fahrzeugtechnik und Randbedingungen mehr oder weniger deutlich von den auf dem Prüfstand nach geltenden Regel für die Homologation abweichen. Auch die anderen deutschen Premiummarken sind im Visier der Umwelthilfe. Verdächtig hohe Messwerte bei den Stickoxiden hätten auch der BMW 750 und die Mercedes S-Klasse gezeigt, so die Deutsche Umwelthilfe.


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DerRobert, Donnerstag, 22.Juni, 08:41 Uhr

15. Glück hat, wer das Auto zurückgeben kann ...

Wenn man so eine Dreckschleuder hat, kann man nur hoffen, dass sie finanziert ist. Dann gibt's nämlich über den Widerruf des Autokredits die Möglichkeit, "hintenrum" auch aus dem Kaufvertrag auszusteigen. Zumindest wird das von verschiedenen Stellen behauptet ...

Quellen:
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Artus, Samstag, 17.Juni, 12:28 Uhr

14. Versagen des CSU Verkehrsministers

Der Grund warum ich den CSU Verkehrsminister Dobrindt, seiner Staatssekretärin und Staatssekretäre für die größte Fehlbesetzung nicht nur dieser Legislaturperiode halte, ist nicht nur die Murksmaut, die mehr kostet als sie einbringt. Nein es ist vor allem ein Versagen in der Kontrolle der Autoindustrie. Durch sein Nichtstun bedroht er nicht nur das Leben von tausenden Bürgern, die an den Ein- und Ausfallstraßen der Städte wohnen, nein er bedroht auch 100tausende Arbeitsplätze in der Autoindustrie, die sich nicht neuen Herausforderungen stellen müssen. Die chinesische Automobilindustrie hat sich so sehr der e-Mobilität verschrieben, daß sie heute zur Weltspitze zählt. Dort wo heute e-Busse im Einsatz sind, kommen sie aus China. Auch bei uns in Bayern. Dobrindt sei Dank.
Ein Verkehrsminister aus Bayern ja, aber nicht mehr von der CSU.

  • Antwort von Straßennutzer, Samstag, 17.Juni, 21:01 Uhr

    Ich gehe gerade mal die ganzen Verkehrsminister durch.
    Dumme Frage ?!
    Gab es schon mal einen Guten ?
    Mir fällt beim besten Willen keiner ein.

lollipop, Samstag, 17.Juni, 09:50 Uhr

13. diesel

Au weh ,der A8 der schmutzigste Diesel.
Ich glaube aber das hier in München die vielen LKW und Kleintransporter die schon Megajahre auf dem Buckel haben immer noch die größten Dreckschleudern sind.
Auch wenn die IHK schon mächtig Ausnahmen fordert,verschrottet endlich alle diese Karren die schon 10 Jahre und älter sind.
Übrigens ,alle die hier die DUH kritisieren,es ist doch schon traurig das deutsche Gerichte unseren Politikern sagen müssen was zu tun ist.
Sie sind halt immer noch abhängig von den Spendierhosen der Autokonzerne.
Jeder Münchner sollte sich freuen wenn die Luft sauberer wird,und der Autoverkehr zurückgedrängt wird.
Mehr Platz für Menschen statt für Blech.

Saboteur, Samstag, 17.Juni, 01:36 Uhr

12. Umwelthilfe?

Für mich ein Sabotageverein mit Eigennutz. Abmahnen lohnt sich.

highwayfloh, Samstag, 17.Juni, 00:14 Uhr

11. Man wundert sich und staunt

Meinen Erinnerungen zu Folge gab es mal eine Doku über die deutsche Marine, bei der ganz offen die neueste Generation unserer U-Boote über den grünen Klee gelobt wurde, da sie sozuagen "stealth" sind... Wasserstoff-Antrieb bzw. Brennstoffzellen-Technik usw. Hmh, etwas komisch, dass diese Technik offenbar bei Schiffsmotoren und im militärischen Bereich ausgereift und damit anwendbar ist, jedoch nicht, was die zivile Nutzung anbelangt. Ein Schelm, der dahinter Absicht vermutet... .

  • Antwort von Leseoma, Sonntag, 18.Juni, 16:51 Uhr

    Ist doch klar. Große Aktienpakete unserer Automobilindustrie gehören Öl-Scheichs. Die können ja gar nicht daran interessiert sein, dass unsere PKW und LKW einen Wasserstoff-Antrieb bekommen. Meines Wissens hatte Linde dazu schon fortgeschrittene Entwicklungen. Die sind aber wohl in der Schublade verschwunden. Warum wohl?

  • Antwort von highwayfloh, Sonntag, 18.Juni, 19:24 Uhr

    @Leseoma: Leider! Auch wenn ich beruflich aktiv jetzt (wieder) LKW fahre und damit "Diesel", hätte ich kein Problem damit, wenn die LKWs auf Brennstoff-Zellentechnik etc. umgestellt würden. Für den "Diesel-Sound" kann man ja dann serienmäßig einen entsprechenden Soundgenerator installieren. An das Geräusch selbst ist man dann doch gewöhnt ;-). Darüber hinaus gibt es noch andere Patente, die leider in der Schublade verschwunden sind und welche jetzige Umweltprobleme gar nicht erst entstehen lassen hätten... z.B. die "ewige Batterie". Wenn ich mich erinnere hat "Beppo" Brem diese seinerzeit erfunden, welche aber nie verwirklicht wurde.