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Atommüll-Endlager Millionen Jahre unter Tage?

Wohin mit dem radioaktiven Müll in Deutschland? Im Eis oder im Meer lagern? Diese Optionen hat die Kommission, die sich seit knapp zwei Jahren mit dem Problem befasst, verworfen. Stattdessen soll ein Bergwerk die langfristige Lösung bringen.

Von: Daniel Pokraka

Stand: 10.03.2016

Atommüll | Bild: picture-alliance/dpa

Die Endlager-Kommission biegt auf die Zielgerade ein. Erste Teile des Entwurfs für den Abschlussbericht hat sie ins Internet gestellt. Auf der Seite www.endlagerbericht.de können interessierte Bürger sie lesen, bewerten und Verbesserungsvorschläge machen.

Eine Million Jahre lang im Bergwerk

Die Kommission wird dem Gesetzgeber vorschlagen, den Atommüll unter Tage in einem Bergwerk unterzubringen, in einer undurchlässigen Gesteinsformation aus Ton, Granit oder Salz, die groß genug ist und tief genug liegt. Das Endlager soll den Atommüll eine Million Jahre lang sicher einschließen können. Gleichzeitig soll es aber möglich sein, den Atommüll - falls erforderlich - wieder herauszuholen.

60 Regionen in Deutschland wären möglich

Außerdem formuliert die Kommission zahlreiche Ausschlusskriterien, davon hier nur einige: Wo Menschen wohnen, wo Trinkwasser oder Bodenschätze gewonnen werden, in Natur- oder Hochwasserschutzgebieten - überall dort soll das Endlager nicht entstehen. Die Kommission geht davon aus, dass nach Anwendung der Ausschlusskriterien 60 Regionen in ganz Deutschland übrig bleiben. Dort könnte dann nach geeigneten Gesteinsformationen gesucht werden. Diese Suche soll im nächsten Jahr beginnen und bis 2031 dauern - zuständig dafür ist allerdings nicht mehr die Endlager-Kommission.


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