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Nach dem Zugunglück Aschermittwoch im Zeichen der Trauer

Dieser Aschermittwoch steht heute ganz besonders im Zeichen der Trauer. Die Parteien in Bayern verzichten nach dem Zugunglück mit den vielen Toten und Verletzten auf ihren traditionellen Schlagabtausch. Ministerpräsident Seehofer besucht heute den Unglücksort.

Stand: 10.02.2016

Politischer Aschermittwoch und Trauer passen nicht zusammen. Alle Parteien sagten deshalb nach dem schweren Zugunglück in Bayern ihre Kundgebungen ab. Auch Kanzlerin Angela Merkel verzichtet auf einen Auftritt. Der Respekt vor den Opfern sorgt dafür, dass Politiker im ganzen Land ihre Termine umstellen.

Einen Tag nach der Zugkatastrophe von Bad Aibling will Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Unglücksstelle aufsuchen. Seehofer wolle sich vor Ort ein Bild von der Situation machen und auch mit Rettungskräften und Verantwortlichen sprechen, teilte die Staatskanzlei in München mit.

Am Dienstagmorgen waren zwei Nahverkehrszüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal ineinander gerast. Mindestens zehn Menschen starben. 18 Menschen wurden schwer, 63 Reisende leicht verletzt. Die Katastrophe ist das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren.

Trauer herrschte nicht nur in der Region, bis in die Politik hinein sendete das Unglück seine Schockwellen: Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer zeigten sich bestürzt über die Tragödie.

Weniger Pendler als sonst in den Zügen

Bei aller Trauer war den Rettern schnell klar, dass das Unglück sogar noch schlimmer hätte ausfallen können. Denn wegen der Faschingsferien in Bayern saßen in den Zügen am Morgen weniger Pendler als sonst - und vor allen Dingen keine Schüler.

Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. Wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, blieb zunächst unklar. Die Bergung der Trümmer wird aber wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Das Unglück soll auch Thema im Bundestag werden - der Verkehrsausschuss wird sich voraussichtlich bereits in der nächsten Sitzungswoche damit beschäftigen. "Es ist klar, dass alles getan wird, um das restlos aufzuklären“", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Beginn der christlichen Fastenzeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit vor dem Osterfest. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch und Wein oder neuerdings auch auf den Fernsehkonsum und oder andere Gewohnheiten gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näherzukommen.


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