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Studie der Sozialverbände Armutsquote erreicht Rekordwert

Rund 16 Prozent der Deutschen gelten als arm. Zu dieser Erkenntnis kommt der Armutsbericht, den Sozialverbände in Berlin vorgestellt haben.

Von: Roderik Wickert

Stand: 02.03.2017

Ein Kind schaukelt vor einem Hochhaus in Meschenich bei Köln (Foto vom 03.02.2010) | Bild: picture-alliance/dpa/ Rolf Vennenbernd

Die aktuellen Daten stammen alle aus dem Jahr 2015. Dabei geht der Bericht davon aus, dass derjenige als arm gilt, der weniger  als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens besitzt. Demnach sind rechnerisch 12,9 Millionen Deutsche arm, das sind gut 15,7%.

Für ein Paar ohne Kinder setzte der Verband für 2015 beispielsweise als Armutsschwelle 1413 Euro monatlich an. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund kritisiert den am Donnerstag vorgelegten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Er sei zu undifferenziert, zu pauschal, Menschen mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens als arm zu bezeichnen. Denn demnach würden auch 2,8 Millionen Studenten als arm gelten. Sie seien aber gesellschaftspolitisch besonders aktiv und wäre nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt.

Armutsquote ist gestiegen

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverband, Ulrich Schneider verteidigte den Bericht gegen Kritik. Armut dürfe nicht auf existenzielles Elend reduziert werden und beginne nicht bei denen, die zum Pfandflaschen sammeln gezwungen sind. Die Herausgeber des Berichts kommen des weiteren zu dem Schluss, dass die Armutsquote bei allen Risikogruppen im Vergleich zum Vorjahr  2014 gestiegen ist. Bei kinderreichen Familien liegt sie bei 25 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 44 Prozent, bei Erwerbslosen bei 59 Prozent.

Schneider wies in diesem Zusammenhang auch auf die Lage der Rentner hin. Zwischen 2005 und 2015 stieg deren Armutsquote von 10,7 Prozent auf 15,9 Prozent. Die Tatsache, dass es auf immer wieder heißt Deutschland gehe es gut , es gebe erfreulich wenige arbeitslose und erfreulich viele Arbeitende zeige aber auch, dass viele nicht von ihrer Arbeit gut leben können, die Bezahlung sei meist zu schlecht. Das sei in Bayern anders. Bayern habe die niedrigste Armutsquote, weil es hier gut bezahlte Jobs gebe. Und auch einen guten Mix zwischen Dienstleistungsgewerbe, Tourismus und Industrie beispielsweise. Aber bundesweit gesehen, begrüßte es Schneider ausdrücklich, dass sich Ungleichheit und Armut als ein zentrales Wahlkampfthema zur Bundestagswahl am 24. September herauskristalisiere. Das sei "der Lage in Deutschland mehr als angemessen".


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Udo Pablitschko, Sonntag, 05.März, 22:20 Uhr

23. ARMUT ist nur ein Wort ...


Über 12 Millionen der Deutschen sind arm ?

Also das ist sicher ein FAKE ! Das kann doch nicht stimmen ! In Deutschland geht es doch Allen ganz unverschämt gut (so fast täglich
die Mitteilungen in Presse und TV) ! O.K. ein paar Rentner sammeln z.B. Pfandflaschen aber sicher nur als "Hobby" ! Ja, und ein paar wenige gehen zu den
Tafeln, weil´s da was um sonst gibt ! Wahrscheinlich alles Harz-IV-Leute, also "SOZIALSCHMAROTZER" ! Das Pfandgeld und das ersparte durch die
Tafeln, haben diese Leute doch längst in lukrativen Aktienfonds "gebunkert " ! ODER NICHT ???

claudius, Samstag, 04.März, 12:00 Uhr

22. Und was macht Merkel

sie trägt 221 Milionen Euro nach Tunesien.

Frau BK gehen sie mal durch Deutschland, schauen Sie ihre Städte und Gemeinden an,fahren Sie mal abseits der Autobahn.

Sie werden staunen!

Frau Merkel und Herr Schäuble ,zusammen mit einer sich selbst zerlegten SPD sind doch die Verantwortlichen dieser Zustände.

Wer hatte die Regierungsverantwortung der letzten Jahre?

Auch wenn ich M. Schulz verstehe ,aber auch die SPD ist mitverantwortlich das der normale Arbeiter im Alter von seiner Rente kaum die Miete hier in München bezahlen kann.
Die Eliten müssen mehr in die Pflicht genommen und hohe Einkommen müssen mehr zum Gemeinwohl beitragen.
Oder wollen wir Zustände wie in USA wo die Mehrheit der Einwanderer die Drecksarbeit für die weißen Eliten macht?

Schweizer, Samstag, 04.März, 11:27 Uhr

21. Lohnsklaverei und Lohndrückerei

und eine unkontrollierte Zuwanderung das passt zusammen. Besser wäre eine kontrollierte Zuwanderung und damit ein regulierter Arbeitsmarkt. Es würde schon reichen, wenn man bestehende Gesetze konsequent umsetzt.

wm, Freitag, 03.März, 22:40 Uhr

20. @Barbara

Barbara,ich schwelge nur so im Wohlstand.
Bin so unermesslich reich,dass ich die GEZ-Gebühr mühelos zahlen kann.
Und.....demzufolge kann ich mir ein Fernsehgerät leisten! :-D

  • Antwort von Barbara, Samstag, 04.März, 12:42 Uhr

    Die Beschaffung eines Fernseh-Geräts wäre das wenigste. Aber nicht jede Wohnung hat einen TV-Anschluß, weil es technisch nicht möglich ist, überall einen TV-Empfang zu installieren: eine Schüssel ist nicht überall montierbar; andere Anschlüsse sind oft nicht vorhanden. Es gibt viele Gründe, warum nicht jede Wohnung einen TV-Anschluß hat. Es kann aber nicht sein, daß Leute, die gar keinen TV-Anschluß haben, dafür bezahlen müssen, ohne diese Gegenleistung überhaupt in Anspruch nehmen zu können. Darum ist es ein Skandal, daß die GEZ von Leuten, die gar keinen TV-Anschluß haben, trotzdem TV-Gebühren abkassiert! Dies ist eindeutig ein Verstoß gegen geltendes Recht, wonach Gebühren nur der schuldet, der auch eine Gegenleistung dafür hat.

  • Antwort von Cosi, Sonntag, 05.März, 20:40 Uhr

    @Barbara

    Sie brauchen weder eine Schüssel oder einen Anschluss .Kabel. usw
    Per Internet kannst du heute fast alle Sender im lifestream anschauen.oder bereitgestellte Mediathek der Sender/Sendungen.
    Daher muss heute jeder GEZ Gebühren zahlen pro Haushalt.Soweit klar?

  • Antwort von Denis , Sonntag, 05.März, 22:16 Uhr

    Ich liebe die GEZ. Warum?
    Ich bin durch eine Verbindung von 2 unterschiedlichen Berufen sehr erfolgreich und reich geworden.
    Ich habe mit der Ablese von Heizkörpern in Wohnungen angefangen. Später habe ich dazu noch die
    Arbeit für die GEZ genommen. Danach hatte ich nicht einfach nur 2 Gehälter. Ich habe unzählige
    Erfolgspremien von der GEZ eingesackt. Ich brauche jetzt nicht mehr arbeiten, ich fahre nur noch
    von einem Hotel auf einer Insel zum nächsten. Ich liebe die GEZ !

Many, Freitag, 03.März, 15:36 Uhr

19. Armut

da wird sich noch mancher wundern, wenn Er oder Sie ab 45- 50 plötzlich zum" alten Eisen"gehören. Da wird dann ein junger, flexibler
aber vor allem, billiger Mensch eingestellt. Erfahrung und Fachkunde sind da nicht mehr gefragt. Das kann man alles im smartfhone
nachlesen. Die Stellensuche wird zur Hauptaufgabe und ehe man sich versieht, landen viele bei Harz 4. Dann ist Schluß mit lustig.
Erfahrungsgemäß wird das noch viele ereilen, die noch der Meinung sind ,mir passiert das nicht.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 03.März, 18:03 Uhr

    Das Problem existiert vor allem für Arbeitnehmer mit wenig spezifischer Ausbildung und in Regionen mit Stellenknappheit. Hingegen gibt es eine ganze Reihe von Berufen, in denen Fachkräftemangel herrscht und da wird man dann eher gefragt, ob man nicht noch länger arbeiten möchte, wenn man ankündigt, in Rente gehen zu wollen. Eine boomende Wirtschaftsregion ist dabei natürlich auch von Vorteil.

  • Antwort von Erich, Freitag, 03.März, 21:10 Uhr

    @Leonia,
    wissen Sie überhaupt, ab wann die Industrie von einem Fachkräftemangel spricht? Wenn sich auf eine ausgeschriebene Stelle, weniger als 7 Bewerber melden.
    Es ist manchmal nicht auszuhalten, wenn man Ihre "Geistreichen" Beiträge liest.

  • Antwort von R.B., Samstag, 04.März, 07:54 Uhr

    @Erich, 21:10 Uhr:
    Wenn die Politik und Industrie vom Fachkräftemangel sprechen, werde ich zunächst sehr hellhörig. Zumal diese Medaille zwei Seiten hat. Und ich ziemlich sicher, dass er mit Masse daran liegt, dass immer mehr der vorhandenen Fachkräfte nicht mehr bereit sind für weniger Lohn und in befristeten Arbeitsverhältnissen zu arbeiten. Das erklärt auch die Abwanderung ins Ausland. Insofern ist der Fachkräftemangel in der Hauptsache den herrschenden Arbeitsbedingungen geschuldet und weniger dem Mangel an qualifiziertem Personal.

  • Antwort von wm, Samstag, 04.März, 09:17 Uhr

    Erich,keep calm!

  • Antwort von wm, Samstag, 04.März, 11:02 Uhr

    @R.B

    Geringer Lohn bedeutet bei eingetretener Arbeitslosigkeit eine noch geringere "Stütze",im Rentenalter ..... Armutsrente!

  • Antwort von Many, Samstag, 04.März, 11:09 Uhr

    @Leonia,
    danke für Ihre Antwort, ich nehme an ,daß sie noch nicht die Altersgrenze von 50 erreicht haben. Sie sollten sich jedoch Gedanken machen wie Ihre Altersversorgung aufgestellt ist. Es kann sei daß Sie später mal ernüchtert sein werden.

  • Antwort von Leonia, Samstag, 04.März, 12:28 Uhr

    Many, ich bin vor einem Jahr in Rente gegangen (obwohl man mich gern noch länger beschäftigt hätte). Und da ich zwar Höhen und Tiefen erlebt habe, aber (auch mit ein wenig Glück) ganz gut durch's Berufsleben gekommen bin, fleißig gespart und rechtzeitig entsprechend vorgesorgt habe, geht es mir für meine Verhältnisse gut (auch wenn ich mir die staatliche Rente ein wenig höher gewünscht hätte) und ich bin dafür dankbar.
    Aber ich weiß natürlich, dass bei vielen die Ernüchterung mit den ersten Rentenbescheiden einsetzt (ging mir auch so). Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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