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ARD-Deutschlandtrend Befragte erwarten Schwächung der AfD

Der Absturz in der Wählergunst fällt für die AfD noch moderat aus. Offenbar erwarten die Befragten nach dem Rücktritt von Frauke Petry eine deutliche Schwächung der Partei. Die doppelte Staatsbürgerschaft wird unterdessen deutlich abgelehnt. Die Ergebnisse des ARD-Deutschlandtrends sind eindeutig.

Von: Marc Strucken

Stand: 21.04.2017

AfD-Chefin Frauke Petry vor Parteiplakat | Bild: picture alliance / Ina Fassbender/dpa

Jeder zweite Bundesbürger erwartet, dass der Verzicht von Frauke Petry auf eine Spitzenkandidatur für die AfD bei der Bundestagswahl die Partei schwächen wird. Die AfD-Chefin, Frauke Petry, hat unlängst angekündigt, auf eine Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl zu verzichten.

Der ARD-Deutschlandtrend hat daher gefragt, welche Auswirkung nach Meinung der Befragten das auf die Partei hat. 17 Prozent meinen, dass diese Entscheidung die Partei eher stärkt. Der Vergleich von Ost- und Westdeutschen bringt nur leichte Unterschiede: Im Westen sehen 49 Prozent in der Entscheidung eine Schwächung der Partei - im Osten sind es 56 Prozent. Insgesamt 33 Prozent hatten zu dieser Frage keine Meinung, was auch damit zusammenhängt, dass zum Zeitpunkt der Befragung Uhr viele offenbar noch nicht über Petrys Rückzug informiert waren.

Mehrheit der Deutschen gegen doppelte Staatsbürgerschaft

Die CSU im bayerischen Landtag hat nach dem Ergebnis des Verfassunsgreferendums in der Türkei die doppelte Staatsbürgerschaft als "echtes Integrationshindernis" bezeichnet und damit eine erneute Diskiussion darüber losgetreten. Rund 63 Prozent der abstimmenden Deutsch-Türken hatten für eine Verfassungsreform votiert. In der Debatte um den sogenannten "Doppelpass" sprechen laut Deutschalndtrend sich 58 Prozent der Deutschen dagegen aus. Fast jeder Dritte (35 Prozent) befürwortet die doppelte Staatsbürgerschaft.

Anders ist die Meinung in den verschiedenen Altersgruppen: Während die 18- bis 34-Jährigen zu 48 Prozent für einen Doppelpass sind - 43 Prozent dagegen - sind die über 65-Jährigen zu 73 Prozent gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft - nur 20 Prozent dafür. Ein noch stärkere Gewichtung auf Seiten der Gegner gibt es nur bei AfD-Wählern: 84 Prozent sind gegen die Möglichkeit, zwei Ausweise zu besitzen.

Sonntagsfrage: Leichter Gewinn für Union

In der aktuellen Sonntagsfrage erhält die Union 35 Prozent der Wählerstimmen, die SPD kommt auf 30 Prozent. Die AfD erhält zehn Prozent der Stimmen, Die Linke acht Prozent und die Grünen kommen auf sieben Prozent. Die FDP würden sechs Prozent der befragten Bundesbürger wählen. Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 11. April 2017 gewinnen die Union und Die Linke einen Prozentpunkt hinzu. SPD, Grüne und die AfD verlieren jeweils einen Prozentpunkt. Die Stimmen für die FDP bleiben unverändert. Insgesamt erhält die Regierungskoalition aus Union und SPD 65 Prozent.


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