Saisonbedingt mehr Arbeitslose in Bayern

Arbeitslosenzahlen im Juli Saisonbedingt mehr Arbeitslose in Bayern

Stand: 01.08.2017

Schriftzug "Agentur für Arbeit" auf einer Fassade | Bild: picture-alliance/dpa

In den Sommerferien werden keine neuen Mitarbeiter eingestellt und Schulabgänger melden sich arbeitslos. Deshalb ist im Juli die Zahl der Arbeitslosen angestiegen. Es sind aber weniger Menschen ohne Arbeit als 2016.

Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren im vergangenen Monat 219.017 Menschen in Bayern arbeitslos gemeldet. Das sind 2.495 mehr als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Juni unverändert bei 3,0 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 3,3 Prozent und es waren 17.373 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als aktuell.

Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, hält aus diesem Grund die Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt nach wie vor für ausgesprochen gut. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist bei den bayerischen Unternehmen weiterhin sehr hoch.

"Wir haben hohe Zugänge an Stellenangeboten, das ist auf der einen Seite sehr erfreulich. Wir haben auf der anderen Seite einen hohen Bestand an offenen Stellen, das ist nicht erfreulich."

Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit

Stellen im Schnitt mehr als 100 Tage vakant

Die Firmen und Unternehmen brauchen inzwischen länger, um offene Stellen zu besetzen – im Schnitt 107 Tage und damit elf Tage mehr als im vergangenen Jahr. "Das ist ein deutlicher Indikator dafür, dass wir nicht mehr in der Lage sind, den großen Fachkräftebedarf in Bayern zu decken", sagte Holtzwart dem Bayerischen Rundfunk.  Deshalb sei nun die Herausforderung, qualifiziertes Personal für diesen Bedarf zu finden, beziehungsweise auszubilden.

In manchen Berufsfeldern, etwa in der Altenpflege und der Fahrzeugtechnik, werden deutlich mehr Fachkräfte gesucht, als Arbeitslose gemeldet sind. Für Helfer ist die Situation allerdings genau umgekehrt. In Bayern suchen derzeit 85.000 Menschen einen Job auf Helferniveau. Im Juli standen dem aber nur 21.500 Stellen gegenüber. "Hier zeigt sich einmal mehr: Je besser jemand qualifiziert ist, desto höher sind seine Chancen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt", so Holtzwart.

Auch Unterbeschäftigung unter Vorjahreswert

Zählt man die Menschen, die sich beispielsweise derzeit in Weiterbildung befinden oder Selbständige, die einen Gründungszuschuss erhalten, zu der Zahl der Arbeitslosen hinzu, befinden sich im Freistaat aktuell 321.049 Menschen in der so  genannten Unterbeschäftigung. Diese Zahl liegt allerdings unter dem Juli-Wert des vergangenen Jahres.

Eichstätt Spitzenreiter, rote Laterne in Hof

Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote im Freistaat im Landkreis Eichstätt mit 1,4 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Pfaffenhofen a.d. Ilm und Regensburg mit jeweils 1,7 Prozent. Schlusslicht ist die Stadt Hof mit einer Quote von 6,9 Prozent.

Bei den Regierungsbezirken liegt die Oberpfalz mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent an der Spitze. Danach folgen Niederbayern (2,7 Prozent), Schwaben (2,8 Prozent), Unterfranken (2,9 Prozent) und Oberbayern (3,0 Prozent). In Oberfranken waren 3,3 Prozent aller Erwerbsfähigen arbeitslos gemeldet, in Mittelfranken 3,7 Prozent.

Arbeitmarkt bundesweit

Die Zahl der Arbeitslosen im Juli ist wegen der Sommerferienzeit auch im gesamten Bundesgebiet leicht gestiegen: um 45.000 auf 2,518 Millionen. Das ist jedoch der niedrigste Wert in einem Juli seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 143.000 Erwerbslose weniger.

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In Mittelfranken hat es auf dem Arbeitsmarkt im Juli kaum Veränderungen gegeben: Wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte, lag die Arbeitslosenquote im Juli wie auch schon im Juni bei 3,7 Prozent. Von Eleonore Birkenstock [mehr]

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Wie im Sommer üblich, ist auch in Niederbayern die Zahl der Arbeitslosen im Juli angestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Juli in Niederbayern 18.507 Menschen arbeitslos gemeldet, 203 mehr als im Juni. Von Eleonore Birkenstock [mehr]

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In Oberbayern ist im Juli die Zahl der Arbeitslosen um 1.076 auf aktuell 77.611 gestiegen. Dieser Anstieg ist aber normal, weil sich im Sommer viele junge Menschen nach ihrem Schulabschluss arbeitslos melden. Von Eleonore Birkenstock [mehr]

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Auf dem oberfränkischen Arbeitsmarkt hat es im Juli im Vergleich zum Juni kaum Veränderung gegeben. Auffällig ist aber, dass Oberfranken bayernweit die meisten Arbeitslosen hat, die über 55 Jahre alt sind. Von Eleonore Birkenstock [mehr]

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Mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent ist die Oberpfalz bayerischer Spitzenreiter: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Juli im Regierungsbezirk 16.266 Menschen arbeitslos gemeldet. Probleme gibt es aber in den Städten. Von Eleonore Birkenstock [mehr]

Symbolbild: Das Wappen von Schwaben, Bayernkarte | Bild: BR, Montage: BR zum Artikel Arbeitsmarkt Schwaben Saisonüblicher Anstieg und "sehr gesunde" Lage

In Schwaben ist die Zahl der Arbeitslosen wie im Juli üblich angestiegen - um 0,1 Prozentpunkte auf nun 2,8 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 3,1 Prozent. Aktuell sind 28.927 Menschen in Schwaben arbeitslos gemeldet. [mehr]

Symbolbild: Das Wappen von Unterfranken, Bayernkarte | Bild: BR, Montage: BR zum Artikel Arbeitsmarkt Unterfranken Stabile Situation und viele offene Stellen

Auch Unterfranken verzeichnet im Juli den üblichen Sommer-Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser fällt mit 0,1 Prozentpunkten auf nun 2,9 Prozent aber moderat aus. Vor einem Jahr lag die die unterfränkische Arbeitslosenquote noch bei 3,2 Prozent. [mehr]