Zahl der Arbeitslosen steigt – aber "guter Start ins Jahr"

Arbeitsmarkt Bayern Zahl der Arbeitslosen steigt – aber "guter Start ins Jahr"

Stand: 02.02.2016

Ein Mann sitzt in einer Bundesagentur für Arbeit; zu lesen ist ein Schild mit dem Aufschrift "Arbeit" | Bild: picture-alliance/dpa

Obwohl die Arbeitslosenzahlen im Januar saisonbedingt deutlich gestiegen sind, spricht der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, von einem "guten Start" ins Jahr 2016. Im Vergleich zum Vorjahr steht Bayern gut da.

Insgesamt waren in Bayern im Januar 290.827 Menschen ohne Arbeit. Das entspricht einer Quote von 4,1 Prozent und ist ein Anstieg um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Dezember. Dieser Anstieg ist nach den Worten von Schmitz allerdings saisonal bedingt: Im Januar meldeten sich viele Arbeitnehmer aus der Bauwirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft arbeitslos. Im Vergleich zum Januar vor einem Jahr ist die Arbeitslosigkeit in Bayern gesunken – von 4,3 auf 4,1 Prozent.

"Gerade Bayern verfügt über einen hohen Anteil von Beschäftigten in witterungsabhängigen Branchen, in denen traditionell überwiegend Männer beschäftigt sind. So fällt daher auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich bei den Männern um ein Vielfaches höher aus als bei den Frauen."

Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt "robust und aufnahmefähig"

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen bezeichnete den bayerischen Arbeitsmarkt daher als "weiterhin robust und aufnahmefähig". Inzwischen sind in Bayern rund 22.000 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich gesunken. Das heißt, die gute Konjunktur kann diesen Zuwachs im Moment mehr als ausgleichen.

Die bayerischen Arbeitsagenturen haben zudem ein spezielles Arbeitsmarktprogramm für Asylbewerber organisiert. Zusammen mit der bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft konnten "allein im November und Dezember über 27.000 Syrer, Iraner, Iraker und Eritreer" Sprachkurse besuchen, so Regionaldirektionschef Schmitz. Für das Jahr 2016 stehen weitere Förderangebote bereit. Trotzdem versprechen die bayerischen Agenturen, "keinen Cent bei den Angeboten für Menschen einzusparen, die schon länger in Bayern heimisch sind".

"Die Wirtschaft in Bayern zeigt sich zwar etwas weniger optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung, blickt aber weiterhin positiv in die Zukunft."

Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit

Starker Anstieg in Niederbayern

Regional fällt der winterbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich aus. Die meisten von der Witterung abhängigen Arbeitsplätze finden sich in Niederbayern. Außerdem habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in den vergangenen Wochen Asylanträge von Menschen, die in Niederbayern untergebracht sind, vordringlich bearbeitet, so Schmitz. Alle anerkannten Flüchtlinge werden dann erst einmal als arbeitssuchend registriert. Deswegen stieg die Arbeitslosigkeit in Niederbayern im Vergleich zum Dezember von 3,4 Prozent auf 4,7 Prozent.

20-Jahres-Hoch in Ober- und Mittelfranken

Neben Niederbayern sind auch in der Oberpfalz besonders viele Menschen in witterungsabhängigen Außenberufen beschäftigt, so dass die Arbeitslosenquote im Januar dort besonders deutlich ansteigt. In Unterfranken, Schwaben und Oberbayern sind dagegen eher wenige Arbeitsplätze von der Jahreszeit abhängig. Besonders gute Nachrichten kommen aus Ober- und Mittelfranken: In beiden Bezirken liegt die Arbeitslosenquote unter 5 Prozent – zum ersten Mal in einem Januar seit knapp 20 Jahren.

Arbeitsmarkt bundesweit

Die Zahl der Arbeitslosen in ganz Deutschland ist im Januar erneut leicht gestiegen: 2,92 Millionen Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 239.000 mehr als im Vormonat, aber rund 111.000 weniger als im Januar 2015. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent. Ein Grund für die Entwicklung: Im Dezember hatten die Unternehmen wegen des milden Wetters kaum Mitarbeiter entlassen. Das haben einige im Januar nachgeholt - vor allem im Garten- und Landschaftsbau, auf dem Bau und in der Gastronomie.

Arbeitsmarkt Regional

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