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Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosengeld - zukünftig Auszahlung an der Supermarktkasse

Die Bundesagentur für Arbeit will sparen. Acht Euro kostet jede Transaktion, wenn ein Arbeitsloser seine Bezüge an einem Automaten des Jobcenters zieht. Im Laufe des Jahres 2018 sollen Arbeitslose ihr Geld an Kassen von Supermärkten ausbezahlt bekommen können.

Stand: 13.11.2017

Ein junger Mann steht in der Schlange an einer Supermarktkasse. | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bundesagentur für Arbeit verbannt das Bargeld aus allen Jobcentern und Arbeitsagenturen. Leistungen wie das Arbeitslosengeld können künftig stattdessen bar an Kassen von Supermärkten und Drogerien ausgezahlt werden, unter anderem bei Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann, berichtet die «Welt am Sonntag».

«Ziel ist die flächenweite Einführung der neuen Lösung bis Ende 2018», sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) der Zeitung. Im zweiten Quartal 2018 soll die Umstellung starten.«Das Verfahren ist für Menschen, die in Not sind und kurzfristig einen Barbetrag benötigen», teilte die BA dem Blatt weiter mit. Dies betrifft vor allem Menschen, die kein Bankkonto besitzen oder einen Vorschuss benötigen.

Acht Euro pro Transaktion

Bislang standen 309 Kassenautomaten in den Jobcentern und Arbeitsagenturen. 400.000 Bar-Transaktionen im Wert von 120 Millionen Euro wurden dort im Vorjahr abgewickelt. Die Automaten sollen nun aus Kostengründen abgebaut werden. Der Unterhalt der Maschinen kostete die Bundesagentur nach eigenen Angaben acht Euro pro Transaktion, im Vorjahr also 3,2 Millionen Euro. Die Kosten der neuen Lösung «werden geringer sein», erklärte eine BA-Sprecherin. Eine genaue Höhe nannte sie nicht.

Diskretion muss gewährleistet sein

Damit Arbeitslose bei den Händlern Geld bekommen, müssen sie laut Zeitungsbericht einen Zettel mit einem Barcode vorlegen. Dieser wird an der Kasse eingescannt und der angezeigte Betrag sofort ausgezahlt. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, kritisierte das Vorhaben. «Wenn das ein Bescheid mit einem Barcode ist, den man in der Supermarktschlange an der Kasse vorzeigen muss, um Geld ausbezahlt zu bekommen, ist das ein denkbar indiskretes Verfahren», sagte er der Berliner Boulevardzeitung «B.Z.» Es müsse absolute Diskretion gewährleistet sein, um jede Stigmatisierung auszuschließen.

«Die Auszahlung der Barmittel erfolgt unkompliziert, ohne Wartezeit und diskriminierungsfrei im normalen Lebensumfeld des Kunden», teilte die BA der «Welt am Sonntag» mit. Die Gefahr, dass der Barcode-Zettel die Geldabholer im Supermarkt als Arbeitslose outet, bestehe nicht. Das Logo der Arbeitsagentur werde dort nicht zu finden sein.

Berliner Unternehmen verfügt bundesweites Händlernetz

Den Zuschlag für die neue Art der Bargeldauszahlung erhielt das Berliner Unternehmen Cash Payment Solutions mit der Marke Barzahlen.de. Der Zahlungsdienstleister verfügt über ein bundesweites Händlernetz, dem 8.500 Filialen angeschlossen sind. Dort können Kunden schon heute Online-Einkäufe und Stromrechnungen bar an der Ladenkasse bezahlen. Einige Banken bieten die Kassen ihren Kunden als Alternative zum Geldautomaten an.


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