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Zum Wohle des DGB Weniger Geld für viele Arbeitnehmer im Aufsichtsrat

Das deutsche Modell der Mitbestimmung sieht auch für die Vertreter der Arbeitnehmer Sitze im Aufsichtsrat vor. Dafür gibt es Tantiemen. Doch DGB-Mitglieder müssen die zum Großteil abführen. Neuerdings zahlen sie sogar noch mehr - wovon der DGB profitiert.

Von: Birgit Harprath

Stand: 22.02.2017

Aussenansicht: Zentrale Deutscher Gewerkschaftbund ( DGB ) mit Logo.  | Bild: picture-alliance/dpa

Von einigen Hundert Euro im Jahr bis hin zu einem sechsstelligen Betrag – es hängt von der Größe der Firma ab, was ein Aufsichtsrat überwiesen bekommt. Doch Mitglieder einer DGB Gewerkschaft dürfen die Vergütung nicht in voller Höhe behalten. Von Beträgen bis zu 5000 Euro wandern zehn Prozent an die gewerkschaftseigene Hans-Böckler-Stiftung – bei allen Tantiemen darüber sind es sogar 90 Prozent.

Neu ist, dass ab dem Geschäftsjahr 2016 auch von den gezahlten Sitzungsgeldern etwas abgeführt werden muss. Denn DGB-intern hatte es Unmut gegeben, weil einige Unternehmen diese Sitzungsgelder statt der Tantiemen deutlich erhöht haben sollen. Dem Aufsichtsrat blieb dann am Ende mehr Verdienst – die Hans-Böckler Stiftung hatte das Nachsehen.

Die Abhängigkeit der Hans-Böckler-Stiftung von den Tantiemen

Ohne die Einnahmen aus den Tantiemen könnte sich die Hans-Böckler-Stiftung kaum finanzieren. Sie forscht dafür nicht nur, sondern schult auch die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten. Die Gewerkschaften im DGB kontrollieren dabei, ob ihre Vertreter in den Gremien sich auch an die Regelungen halten. So veröffentlichen viele in ihren Zeitschriften einmal im Jahr die Namen derer, die abgeführt haben. Das sind die meisten. Die IG Metall nennt auch die, die das nicht tun. Wieder aufgestellt für das Mandat im Aufsichtsrat wird laut DGB nur, wer sich an die Regeln gehalten hat.

  • Birgit Harprath | Bild: BR/Julia Müller Birgit Harprath

    BR-Expertin für Tarifpolitik und Arbeitswelt. Redaktion Wirtschaft und Soziales


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