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Überwachung Apple baut Rechenzentrum in China

Der iPhone-Konzern plant ein Rechenzentrum in der südchinesischen Provinz Guizhou. Apple kommt damit einem neuen chinesischen Gesetz nach, das die Speicherung sensibler Daten vorort vorsieht.

Von: Achim Killer

Stand: 13.07.2017

China: ein lukrativer Markt für Apple | Bild: picture-alliance/dpa

So wie Russland hat auch die Volkrepublik China gerne Zugriff auf die Daten seiner Internet-Nutzer. Apple will deshalb das neue Rechenzentrum von dem örtlichen Anbieter Guizhou Cloud Big Data Industry betreiben lassen. Der Konzern erklärt, keine Abstriche beim Datenschutz zu machen – allerdings ohne zu erläutern, wie das gehen soll.

Internet-Firmen kollaborieren

Internet-Unternehmen befinden sich, wenn es um China geht, in der Zwickmühle. Einerseits ist es ein riesiger und stark wachsender Markt. Andererseits schädigt es das Markenimage, wenn sich ein US-Unternehmen bei der Kollaboration mit örtlichen Schergen erwischen lässt.

Zugangsdaten für Schergen

So wurde etwa 2004 der Journalist Shi Tao aufgrund seiner Yahoo-Zugangsdaten verhaftet und zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte eine Zensur-Anweisung chinesischer Behörden ins Ausland gemailt. Eine Klage in den USA deswegen wendete Yahoo mit einer Geldzahlung ab.

Keine neue Datenschutz-Show

Apple wiederum hat sich letztes Jahr in den USA mit großen PR-Aufwand geweigert, die Daten eines iPhones zu entschlüsseln, das einem Attentäter gehörte. In China allerdings gibt sich der Konzern fügsamer. Die New York Times nahm Apple ohne Widerstands-Show aus seinem chinesischen Angebot fürs iPhone.

  • Achim Killer | Bild: BR Achim Killer

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