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Ermittlungserkenntnisse Waffenhändler des Münchner Amokläufers soll rechtsextrem sein

Vor dem Prozess um den Münchner Amoklauf sind neue Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des angeklagten mutmaßlichen Waffenlieferanten aufgetaucht. So zeichnete der 32-Jährige Nachrichten mit einer Signatur, die den Gruß "Heil Hitler" enthielt.

Von: Claudia Steiner

Stand: 12.08.2017

Das Kunstwerk am Erinnerungsort für den Münchner Amoklauf, aufgenommen am 22.07.2017 in München (Bayern) vor Beginn bei einer Gedenkveranstaltung. Der Erinnerungsort wird am ersten Jahrestag nach dem Amoklauf eingeweiht. Foto: Tobias Hase/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Diese Grußformel habe er auch in WhatsApp-Nachrichten verwendet, heißt es in Ermittlungsunterlagen. Die Fahnder begründen ihre Einschätzung auch mit weiteren Daten auf dem Handy des Mannes. So hätten sich dort Bilder von Hitler und Hakenkreuzen gefunden. Als Hinweis auf rechtsextreme Gesinnung gilt auch ein Video, das Philipp K. mit anderen Personen während einer Autofahrt zeigt. Darauf ist zu sehen und zu hören, wie er sich immer wieder lautstark abfällig über Muslime äußert.

Philipp K. steht ab Ende August vor Gericht

Der Prozess gegen den Mann, der vor einem Jahr in der Nähe von Marburg in Hessen festgenommen wurde, beginnt am 28. August vor dem Oberlandesgericht München. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz und fahrlässige Tötung. Er soll dem 18-jährigen Schützen David S. eine Pistole der Marke Glock mit mindestens 100, möglicherweise mehr als 200 Schuss Munition verkauft haben. 

Bei dem Amoklauf am 22. Juli 2016 hatte David S. neun Menschen und sich selbst erschossen. Auch er soll rechtsextreme Ansichten vertreten haben. Die Staatsanwaltschaft hält eine politische Gesinnung bisher aber weder für das Motiv des Amokschützen noch des mutmaßlichen Waffenhändlers. 

Philipp K. soll von Tat gewusst haben

Kennengelernt hatten sich Philipp K. und der Amokschütze über ein verschlüsseltes Internetforum. Auf dieser Plattform sollen sie sich auch zur Übergabe und Bezahlung der Tatwaffe verabredet haben. S. soll dafür zu K. nach Marburg in Hessen gereist sein. Auch bei diesem Treffen soll S. bereits seine Tat angekündigt haben. Das hatte ein Mithäftling ausgesagt, dem K. davon in der Untersuchungshaft erzählt habe.

K. selber hatte zudem einem seiner Kontakte in dem Kontaktforum geschrieben, er habe mit dem Waffenhandel deshalb angefangen, weil 90 Prozent seiner Kunden Angst vor Flüchtlingen oder Einbrüchen hätten. Auch das ermittelte das Zollfahndungsamt in Frankfurt/Main.


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