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Vor Amoklauf am OEZ David S. besuchte vor der Tat das Grab von Tugce

Der Amokläufer vom Münchner OEZ hat rund ein Jahr vor seiner Tat das Grab der getöteten Studentin Tugce besucht. Die Fahrt zum Friedhof in Osthessen gehörte laut Ermittlern zur Vorbereitung der Tat. Später soll er sich über ihren Tod lustig gemacht haben.

Stand: 19.07.2017

Blumen und Kerzen liegen am 24.07.2016 an der U-Bahn Station Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München (Bayern), zwei Tage nach einer Schießerei mit Toten und Verletzten. Die tödlichen Schüsse hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner abgegeben. Zehn Menschen starben, darunter der Täter. Am 31.07.2016 finden in München Trauerfeiern für die Opfer statt.  | Bild: picture-alliance/dpa/Sven Hoppe

Der Münchner David S. hat seine Tat lange vorbereitet. Laut Münchner Staatsanwaltschaft gehörte auch der Besuch am Grab von Tugce A. dazu, die selbst Opfer einer Gewalttat geworden war.

Fotos am Grab von Tugce

Am 25. Mai fuhr David S. zum Friedhof im osthessischen Bad Soden-Salmünster, wo Tugce begraben liegt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft machte der spätere Amokläufer auch Fotos am Grab. Später soll er sich mehrmals abfällig über die Tote geäußert haben und sich lustig gemacht haben über ihr Schicksal.

Die Geschichte von Tugce hatte ganz Deutschland aufgeschreckt: Ein damals 18-Jähriger hatte die 22 Jahre alte Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach derart geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später.

David S. erwähnte den Fall auch in einem schriftlichen Dialog, den er nach Erkenntnissen der Ermittler mit sich selbst führte:

"Dein Gedankenstoß wird viele für eine längere Zeit beschäftigen. So wie Tugce Albayrak."

Schriftliche Aufzeichnung von David S.

David S. war auch in Winnenden

Zweimal war David S. auch zur Gedenkstätte des Amoklaufs von Winnenden gereist, wo im Jahr 2009 der 17-jährige Tim K. an einer Realschule Amok gelaufen war und 15 Opfer und sich selbst erschossen hatte.

David oder Ali?

Hieß der Amokläufer von München nun Ali oder David? Beide Versionen sind im Netz verbreitet und werden auch hier im Forum diskutiert.

Die Fakten: Der Täter wurde als Sohn iranischer Eltern in München geboren und besaß die doppelte Staatsbürgerschaft. Sein Name war zunächst Ali. Nachdem er am 20 April 2016 volljährig geworden war, ließ er diesen Namen offiziell ändern. In seinem Pass firmierte er seither als David S.

Zur ebenfalls viel erörterten Gesinnung des Täters referierte am 26. April 2017 der Inspekteur der Bayerischen Polizei, Thomas Hampel, im Innenausschuss des Landtags. Ihm zufolge sei der Täter politisch interessiert gewesen, habe sich mehrfach fremdenfeindlich und rassistisch geäußert und bei einem Klinikaufenthalt Hakenkreuze gezeichnet und den Hitlergruß gezeigt. Gleichwohl sehen die Ermittler als Motiv für den Amoklauf persönliche Kränkung durch Mobbing und und Rachegefühle gegenüber Menschen mit ausländischen Wurzeln.


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Hans Holtz, Mittwoch, 19.Juli, 16:24 Uhr

6. Der Muslim soll "rechts" gewesen sein? Ein Wunderkind - ein rechter Iraner...

Es machte sich medial besser, mal keinen ausländischen Vornamen nennen zu müssen. Es wurde dazu immer betont, er sei psychisch krank gewesen. Dabei konnte sich jeder halbwegs politisch Interessierte denken, wieso der junge Mann um sich geschossen hatte. Ein weiterer Fall von bewusst oberflächlich gehaltener Berichterstattung, der die allgemeine Benennung "Lückenpresse" rechtfertigt, oder?

Süddeutscher und gleich weg, Mittwoch, 19.Juli, 11:39 Uhr

5. Unkenntnis?

Wie jeder gut Informierte weiß heißt der Täter Ali Daud Sonboly und seine Eltern sind mittlerweile in Österreich.

  • Antwort von Mickel, Mittwoch, 19.Juli, 12:16 Uhr

    Und wie es in seinem Pass steht hat er seinen Namen in David ändern lassen.

  • Antwort von Süddeutscher und gleich weg, Mittwoch, 19.Juli, 12:25 Uhr

    wenn man dem glauben darf ist er nun posthum Reichsdeutscher? Klingt irgendwie plump.

  • Antwort von PeterZä, Mittwoch, 19.Juli, 12:38 Uhr

    Da wäre mal eine Stellungnahme der Stadt fällig gewesen.
    Fakt ist: Einen Vornamen kann man nur unter ganz besonderen Umständen ändern oder eindeutschen lassen.
    Geht nun also ein Peter zum Amt und will seinen Namen in Siegfried ändern lassen weil ihm Peter zu jüdisch klingt, wird es bestenfalls eine Razzia der Polizei geben, aber keine Namensänderung.
    Aus einem Pedro oder Pjotr kann ein Peter werden, aus einem Ali aber kein David.

    Wäre übrigens ein interessantes Rechercheprojekt, also falls mal jemand bei der Stadt München den Akt rausrücken würde...

  • Antwort von Mickel, Mittwoch, 19.Juli, 13:05 Uhr

    Wieso posthum? Wenn er sich selbst als Nazi gesehen hat und deswegen seinen Namen eindeutscht spricht des doch noch mehr für seine Gesinnung.
    Genauso wie sich in Deutschland geborenen islamistisch radikalisieren können auch welche mit Migrationshintergrund sich rechtsextremistisch radikalisieren.
    Ein Nazi muss kein Deutscher sein, in den USA gibt es viele Nazis und ich bezweifel das die meisten davon deutsche Wurzeln haben.

  • Antwort von Süddeutscher und gleich weg, Mittwoch, 19.Juli, 13:23 Uhr

    Wie jeder gut Informierte weiß heißt der Täter Ali Daud Sonboly und seine Eltern sind mittlerweile in Österreich.

  • Antwort von Hallo, Mittwoch, 19.Juli, 14:06 Uhr

    @PeterZä
    Zitat: "Aus einem Pedro oder Pjotr kann ein Peter werden, aus einem Ali aber kein David."

    Ali Daud Sonboly
    Laut Wikipedia entspricht der arabische Name Daud dem hebräischen Namen David.
    Hätte mich gewundert wenn das Amt da geschlampt hätte. So etwas nehmen die sehr genau.

  • Antwort von Berzelmayr, Donnerstag, 20.Juli, 06:13 Uhr

    Ich kenne den Blog, auf dem behauptet wird, er hätte "Ali Daud Sonboly" geheißen, anstatt zuerst Ali und dann David Sonboly. Ich finde das aber nicht wirklich überzeugend, was dort behauptet wird. Das ist genau so Wunschdenken wie der krampfhafte Versuch, aus ihm einen "Nazi" zu machen. Und dass seine Eltern mittlerweile in Österreich leben ist auch ziemlich irrelevant.

Alexander K., Mittwoch, 19.Juli, 11:03 Uhr

4. Mein Kommentar zu den Kommentaren

Der Artikel enthält für mich genau drei relevante Informationen: Der Täter besuchte das Grab von Tugce, die Gedenkstätte in Winnenden und "er sprach mit sich selbst". Diese Informationen könnten Fake News sein - ich glaube die aber mal ohne Prüfung.

Alles andere, was da steht, ist für mich "Beischmückung" auch der Name des Täters - ich kenne ihn: es war ein Mensch. Beischmückung deswegen, weil ich es nicht prüfen(!) kann (und will). Eine Prüfung, die ergibt, dass er Ali heißt, ohne Recherche ob David auch richtig sein könnte, ist genau so Fake nur weil es ins Konzept passt.

Was ich hier als Kommentar lesen muss, ist Interpretation der Beischmückung und ganz schlimm: Interpretation von Interpretation: Wo steht da was von "als Nazi verkaufen"

Karl H., Mittwoch, 19.Juli, 09:53 Uhr

3. Wow jetzt bin ich aber beeindruckt

Ihr habt es geschafft die Tugce Geschichte zu erwähnen ohne die Mär von "Sie wurde getötet als Sie Mädchen verteidigen wollte" zu schreiben und dann habt Ihr es auch noch geschafft die Sache mit Ali/David S. Namen richtig darzustellen. Das war der erste komplett sachliche und komplett unideologische Artikel zu solch einem Thema den ich seit Jahren in der MSM gelesen habe. Solltet Ihr das bei so halbwegs 50% Eurer Artikel schaffen könnte man Euch ernsthaft wieder als Nachrichtenquelle in Betracht ziehen. Ihr müsstet allerdings dann damit leben das Ihr von der Amadeu Antonio Stiftung als als "rechtes Hetzmedium" gelistet werdet.

  • Antwort von Stolperer, Mittwoch, 19.Juli, 15:07 Uhr

    Sie scheinen etwas verwechselt zu haben: Sie schreiben hier auf BR-Seiten und nicht bei denen von msn. Aber so genau scheinen Sie es ja nicht zu nehmen. Hauptsache Stimmung machen und rechte Hetze verbreiten!
    Ihre hier geäußteren Werte empfinde ich als moralisch völlig inaktzeptabel: Nicht nur dass Sie Tote verunglimpfen. Sie stellen sich auf die Seite der Täter, auch bei dem Seitenschlenker auf die Amadeu-Antonio-Stiftung, deren Namensgeber von Rechten getötet wurde.
    Gut, dass es genau diese Stiftung gibt, die aufzeigt, mit welcher Brutalität Neonazis seit Jahrzehnten mordend und brandschatzend umherziehen.

Markus Sternberg, Mittwoch, 19.Juli, 08:51 Uhr

2. Interessant, wie mit Namen verschleiert wird.

Der Iraner Ali Sonboly wird als David S. zu einem deutschen Neonazi gemacht.
Sein Amoklauf wird als rechte Gewaltat gezählt - war es aber nicht!
Die Wahrheit wird unterdrückt . so wie wahrscheinlich dieser Kommentar...

  • Antwort von PS_ED, Mittwoch, 19.Juli, 12:03 Uhr

    Was war es dann?

    Es war David S, der seinen namen ändern ließ!
    Es war David S. der in die kamara rief er sei Deutrscher!
    Es war David S. der türkische Kinder einlud und diese töten wollte

    Also klar kein faschistischer Hintergrund....

    Wenn Sie mehr wissen dann müssen sie auch die Fakten offenlegen!

  • Antwort von Mittfünfziger, Mittwoch, 19.Juli, 16:28 Uhr

    Zuerst war der "David" psychisch krank. Und nun, man fasst es nicht, ist er ein Rechter gewesen? Ein Muslim, der Nazi war. Eine neue Steigerung der treudoofen Berichterstattung. Und der früh auf dem Bahnhof auf Menschen einstach - das war auch ein Nazi? Oder der, der mit dem Beil um sich hieb im Zug... Tja, meine Oma wäre mit Rädern ein Omnibus...