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Amoklauf im Münchner OEZ Prozess gegen Waffenverkäufer

Der Mann, der dem Amokläufer vom Münchner Olympia-Einkaufszentrum eine Pistole und Munition verkauft haben soll, muss vor Gericht. Ende August startet der Prozess. Bei der Tat waren zehn Menschen gestorben.

Von: Judith Dauwalther

Stand: 10.07.2017

Am Rande einer Presse-Veranstaltung am 27.07.2016 in der Zentrale des BKA in Wiesbaden (Hessen) zeigt ein Beamter eine Pistole vom Typ "Glock 17". Mit einer Waffe gleichen Typs hatte der Amokläufer in München geschossen. | Bild: picture-alliance/dpa/ Boris Roessler

Dem mutmaßlichen Lieferanten wirft die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung in neun Fällen und illegalen Waffenhandel vor. Er soll dem Schüler David S. die Pistole Glock 17 und 350 Munition Schuss verkauft haben. Damit hatte der 18-Jährige am 22. Juli 2016 im OEZ neun Menschen und sich selbst getötet.

Handel auch mit Kriegswaffe

Da fünf weitere Personen verletzt wurden, wird dem Angeklagten auch fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Die öffentliche Hauptverhandlung beginnt am 28. August vor der zwölften Strafkammer des Landgerichts München I, teilte das Gericht mit.

Symbolbild Darknet

Der Verkauf soll über das Darknet stattgefunden haben, das ist ein verborgener Teil im Internet. Über seine Tätigkeiten dort hatten die Ermittler den 32-jährigen, mutmaßlichen Waffenverkäufer gestellt. Sie hatten ein Geschäft fingiert und ihn bei der Übergabe in Marburg festgenommen.

Neben dem Verkauf der Waffe an den Münchner Schüler ist Philipp K. auch wegen weiterer Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt. Er soll auch mit einem großkalibrigen Gewehr gehandelt haben, das als Kriegswaffe gilt.


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Hallo, Montag, 10.Juli, 17:15 Uhr

1. Fahrlässige Tötung durch den Bundestag?

Wenn Waffenverkäufer neuerdings für die Nutzung der Waffen verantwortlich sind, muss der gesamte deutsche Bundestag auf die Anklagebank wegen der deutschen Waffenexporte in Krisengebiete.
Aber da klagt niemand, dass diese Verkäufe streng genommen illegal waren.
Da klagt auch niemand, dass demokratische Aufstände in Diktaturen mit deutschen Waffen blutig niedergeschlagen wurden.

Der kleine Fisch wird jetzt genauestens seziert und der Irrsinn der Waffenlieferungen geht lustig weiter. Da geht es ja auch nicht um Menschenleben oder genaue Einhaltung der Gesetze, sondern es geht um Arbeitsplätze...

  • Antwort von Peter Ruppert, Montag, 17.Juli, 13:13 Uhr

    Ohne nachweisbare Mitwisserschaft wird das wohl nichts werden. Ein Verkauf ist eine willentliche Entäußerung wenn auch in diesem Fall mit billigender Inkaufnahme von Folge-Straftaten.