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Verwendung für A400M gesucht Neuer Standort in Schwaben?

Der pannengeplagte A400M droht, ein Ladenhüter zu werden – und das ist nicht nur ein Problem für den Hersteller Airbus, sondern auch für das Verteidigungsministerium. Findet sich weiterhin kein Abnehmer, könnte ein Fliegerhorst in Schwaben zu neuen Ehren kommen.

Von: Birgit Schmeitzner

Stand: 17.03.2017

Konkret geht es um die 13 Flugzeuge, die man über den eigenen Bedarf hinaus abnehmen muss und die laut Bundestagsbeschluss an Drittstaaten weiter verkaufen werden sollen. Doch es findet sich kein Käufer.

"Diese 13 Luftfahrzeuge sollen ab Ende 2018 sukzessive ausgeliefert werden. Ein Verkauf konnte bis heute nicht realisiert werden."

Schreiben des Verteidigungsministeriums

Jetzt überlegt man im Verteidigungsministerium, dem Pannenflieger einen eigenen Flugplatz zu schaffen: Den Militärflugplatz in Lagerlechfeld, der seit 2013 nur noch als Ausweichplatz für das Luftwaffengeschwader auf dem Fliegerhorst Neuburg dient.

Kosten von 500 Millionen - ohne Flugzeug

Lagerlechfeld könnte als Standort wieder aufgebaut werden – für 150 Millionen Euro. So steht es in dem Brief, den das Ministerium an die Obleute von Haushalts- und Verteidigungsausschuss im Bundestag verschickt hat und der dem Bayerischen Rundfunk vorliegt.

Weitere rund 350 Millionen Euro würde man benötigen, um die fraglichen 13 A400M Flugzeuge dort auch in Betrieb zu nehmen. Die Idee des Ministeriums ist eine multinationale Einheit für Lufttransporte. Gespräche mit Anrainerstaaten über eine Beteiligung laufen bereits.

In der Bayerischen Staatskanzlei ist man erfreut über die geplante Stationierung. Das könne die Wirtschaft in der Region stimulieren und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, so Marcel Huber (CSU). Vor Ort gibt es allerdings auch Bedenken:

Initiative gegen Fluglärm besorgt

Die "Initiative gegen Fluglärm auf dem Lechfeld" fürchtet eine starke Zunahme des Lärms. "Wir könnten mit den 13 Flugzeugen vom Typ A400M leben", erklärt Sprecherin Adelheid Hockenmaier. Sollte der Flughafen aber zum Standort eines internationalen Verbandes mit vielen Starts und Landungen werden, werde man dagegen vorgehen. "Wir hätten dann keine ruhige Minute mehr", so Hockenmaier.

Bürgermeister von Graben zwiegespalten

Der Bürgermeister der Lechfeldgemeinde Graben, Andreas Scharf, sieht die Pläne für eine Reaktivierung des Militärflughafens mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue er sich über die Verbesserung. Andererseits, so der CSU-Mann, sehe er das Problem, dass sich der Fluglärm bemerkbar machen könnte. Er würde es begrüßen, wenn es "keine Verschlechterung gibt, was den Lärmschutz betrifft".

Landrat begrüßt Investition

Augsburgs Landrat Martin Sailer (CSU) begrüßt die Pläne. Jede Investition bedeute Zukunftssicherheit für Standort und Arbeitsplätze. Sorgen wegen des Fluglärms will er ernst nehmen. Der A400M sei wesentlich leiser als die früher stationierten Tornados. Er wünscht sich eine Grundsatzentscheidung bis zum Sommer. "Wenn das so käme, wäre der Standort so groß und bedeutsam wie nie."

Ein Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2011 besagt, dass Deutschland Airbus 53 Militärtransporter vom Typ A400M abnehmen muss, 40 davon für die Bundeswehr, der Rest muss an Drittstaaten weiterverkauft werden. Doch bisher gibt es keine Interessenten. Die Flugzeuge herumstehen zu lassen, bis sich doch noch ein Abnehmer findet, ist nach Einschätzung des Ministeriums keine sinnvolle, sprich: kostengünstigere Alternative.

Nur eine A400M fliegt

Noch sind erst acht A400M Flugzeuge an die Bundeswehr ausgeliefert. Von diesen acht fliegt derzeit nur eines, hohe Schadenersatz-Forderungen stehen im Raum. Die technischen Probleme bekam auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrer ersten Dienstreise mit dem neuen Transportflugzeug zu spüren – sie musste für den Flug von Litauen zurück nach Deutschland auf eine Transall umsteigen.


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websaurier, Montag, 20.März, 11:52 Uhr

18. Man fasst es nicht...


Was für elendige Pfeifen sind denn für derartige Verträge verantwortlich?
Können nur Politiker sein!!

Einen Vertrag über 53 Flieger, wenn man genau weiß, dass man nur 40 braucht...
Das ist so unglaublich "hohl"; das können nur deutsche Polit-Flaschen leisten !

Thomas Witt, Sonntag, 19.März, 09:14 Uhr

17. A400M

warum nicht einen bestehenden, funktionierenden Flugplatz, der 2022 geschlossen werden soll, für den A400M ertüchtigen!? In einer struktur schwachen Region, mit freiem Luftraum (München), und toleranter Bevölkerung, im schönstem Bundesland. Gruß aus dem wahrem Norden

thorie, Samstag, 18.März, 10:04 Uhr

16. keiner will das ding

kaum eins funktioniert
und was macht die regierung? richtig : eine ABM !

so kann man fehlinvestitionen auch "verstecken"

Foag, Freitag, 17.März, 22:59 Uhr

15. Fliegerhorst Lechfeld

Der Fliegerhorst Lechfeld besteht bereits seit 1912. Seit dieser Zeit gibt es dort mehr oder weniger starken Fluglärm. Das ist eine Tatsache, welcher jeder Anwohner weiß oder wissen sollte, wenn er dort aufgewachsen ist oder dort hinzieht. Für mich ist es nicht verständlich, wie sich Teile der Bevölkerung gegen diesen Bundeswehrstandort aussprechen, welcher bereits seit über 100 Jahren existiert. Nicht zu vergessen, dass die umliegende Wirtschaft in der Regel davon profitiert. Was den Pannenflieger A400M betrifft habe ich keine tiefgründigen Kenntnisse von Entwicklung, Erprobung, Montage und ähnlichen Dingen. Allerdings gab es in der Geschichte der Luftfahrt des öfteren bahnbrechende Neuerungen, welche zügig in Serie gingen, wie z.B. die Me 262 den ersten einsatzfähigen Düsenjäger der Welt, der nach nur 20 Monaten Entwicklungszeit seinen Erstflug hatte und etwa zwei Jahre später über 1400 Stück innerhalb eines Jahres gebaut wurden. Entwicklungszeit und Serienreife beim A400M?! :-(

Kaiser, Freitag, 17.März, 21:09 Uhr

14.

Wenn den Anwohnern der Lärm nicht passt, wird er vom Mainstream nur hören: Zieht doch aus eurer Heimat weg.
So wie oft in Kommentaren auch an anderer Stelle zu entnehmen, langsam wird es dann aber leer in Deutschland. :-)
Der Natodoktrin wird alles untergeordnet werden, die 2% Marke lässt grüßen.

  • Antwort von Helmut, Samstag, 18.März, 10:44 Uhr

    Natürlich...Weil die Bw ja noch so viele Fliegerhorste besitzt...

  • Antwort von BR Leser, Samstag, 18.März, 14:45 Uhr

    @ Kaiser
    Wenn den Anwohnern der Lärm nicht passt, wird er vom Mainstream nur hören: Zieht doch aus eurer Heimat weg.

    Wann war das vom Mainstream zu hören ?
    Welche Kommentare meinen sie , wenn sie schreiben, langsam wird es leer in Bayern ?

  • Antwort von thorie, Samstag, 18.März, 17:45 Uhr

    wenn der standort seit 2013 nur noch ein ausweich-platz war, und dadurch leute hingezogen sind, dürfen die sich auch beschweren, weil das aufleben ja nur ne ABM ist, um fehlinvestitionen zu verschleiern!

    wenn die region nur durch nen BW-standort leben kann, sollten die sich mal fragen, warum das so ist!