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Aigner im Iran "Wir sind gekommen, um zu bleiben"

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft vbw hat ein Büro in Teheran eröffnet. "Wir sind gekommen, um zu bleiben," versprach Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die auch vom iranischen Vize-Ölminister empfangen wurde.

Stand: 02.11.2015

Ein bayerischer Abend ohne Bier und ohne Schweinshaxe – dafür aber gab's Brezn. 400 Gäste waren eingeladen, um im "Diplomatic Club" hoch über Teheran bei strömendem Regen mit der Wirtschaftsdelegation aus Bayern auf die Vertiefung der Geschäftskontakte anzustoßen. Es gab frischgepresste Obstsäfte.

Einfach wird es nicht werden, bis die ersten Projekte hier anlaufen können. Wirtschaftsreformen wurden jahrelang verschleppt; die Bürokratie macht den Unternehmen das Leben schwer. Immerhin dürfen die deutschen Partner nun damit rechnen, dass ihnen in einigen Monaten wieder die Hermes-Exportkreditversicherungen zur Verfügung stehen.

Kein SWIFT-System im Iran

Paul Breitner gehört der bayerischen Delegation an

Das größte Problem ist derzeit, dass praktisch keine Bank-Transaktionen ins europäische Ausland abgewickelt werden können. Der Iran war vor einigen Jahren vom internationalen Zahlungsverkehr abgehängt worden. Das sog. SWIFT-System basiert auf einer Software, die regelmäßige Updates braucht. Bis der Iran dabei den Anschluss findet, dürfte einige Zeit vergehen. Wenn wie erhofft ab dem Frühling die Sanktionen gelockert werden, könnten davon auch die iranischen Banken profitieren. Doch ohne SWIFT kann der Außenhandel nicht in Schwung kommen; und vor allem wird sich der Investitionsstau nicht beseitigen lassen.

Bildungswerk als Türöffner

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) bietet eine Fülle von Kursen zur Weiterbildung an.

Eine besondere Rolle im Iran übernimmt künftig das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Angeboten wird eine breite Palette beruflicher Bildung und Qualifizierung, für die Fachkräfte von morgen. Seit zehn Jahren besteht ein enger Austausch junger Akademiker mit der Universität in Würzburg. Diese Programme sollen ausgeweitet werden. Und selbst wenn nicht alle iranischen Studenten in ihre Heimat zurückkehren werden, so wird das Netzwerk zwischen Bayern und dem Iran stetig wachsen. "Wir sind Türöffner für beide Seiten", betonte vbw-Präsident Alfred Gaffal.


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Brigitte K., Samstag, 07.November, 22:48 Uhr

9. Kopftuchurteil Bundesverfassungsgericht

Im März 2015 kritisiert Frau Aigner das Kopftuchurteil des Bundesverfassunggerichtes. Im Iran trägt sie als Bayer. Wirtschaftsministerin Kopftuch. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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daForscher, Dienstag, 03.November, 20:09 Uhr

8. Aigner im Iran

Eine Repräsentantin des Freistaats untetwirft sich den Regeln eines muslimischen Gastlandes; o.k. Das ist ein Akt des Respekts vor der anderen Kultur. Darf man den gleichen Respekt von muslimischen Migranten bei uns erwarten, in dem sie eben kein Kopftuch tragen oder ist man dann automatisch ein Nazi?

veltener, Montag, 02.November, 18:00 Uhr

7. Menschenrechte ?

Viele stellen die Frage nach Menschenrechten.
Na da lach ich mich mal schlapp.
USA -Folter-Internierung ohne Rechtsbeistand-ein Gefangenenlager was viele als KZ bezeichnen,Todesstrafe,Rassismus und die Duldung von Nazis-na Mahlzeit ihr Menschenrechtler.

  • Antwort von N. Schöttl, Montag, 02.November, 20:49 Uhr

    @veltener Da haben Sie völlig Recht. Die USA sind in Sachen Menschenrechte ebenso in der Zeit stehengelieben. Umso wichtiger ist es, dass Europa zu dem steht, was es sagt, dass es eine "Wertegemeinschaft" ist und nicht nur blind den anderen großen Mächten hinterherläuft und dabei das eigene Volk "belügt". Lügen sind dann nur die Basis für Pegida und Co und ein gefundes Fressen für radikale Gruppen. Halbherzigkeit wird sich nie auszahlen, sondern wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Beispiel Syrien: Wer jahrelang Waffen in Krisengebiete liefert, der muss sich nicht über Flüchtlinge wundern. Der Iran scheidet als Handelpartner derzeit völlig aus: das sollte der CSU bewusst sein.

N. Schöttl, Montag, 02.November, 14:50 Uhr

6. Menschenrechte?

Die Menschrenrechte werden im Iran missachtet. Minderheiten werden verfolgt und willkürlich eingesperrt und ermordet. Israel wird regelmäßig angefeindet und eingeschüchtert, dass man eine Atombombe baut im Iran. Jeder vernüftige Mensch muss doch zu dem Ergebnis kommen, dass man mit diesem Land keine Geschäfte machen kann. Es geht dort mal wieder nur um das Geld. Und ich dachte, dass Europa eine "Wertegemeinschaft" wäre. Stattdessen verkauft man sich nur an Länder, in denen Menschrechte nichts gelten: Russland, China, Iran. Ich finde das ganz und gar nicht gut! Wir brauchen keine Billig-Sachen aus Fernost (die mit Chemikalien belastet sind), wir brauchen nicht das Öl aus Russland (es gibt genügend Alternativen) und wir brauchen auch nicht den Iran (Menschenrechte sehen anders aus)!!!

LiFe, Montag, 02.November, 13:52 Uhr

5. Türöffner für beide Seiten

hört sich gut an. Die Hauptsache man geht korrekt miteinander um und keiner enttäuscht den anderen. Nur so baut man Vertrauen auf und starre Kulturen können abgebaut werden. Im Grunde möchte die Jugend gute Beziehungen.