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AfD-Politiker von Gottberg "Der Holocaust muss ein Mythos bleiben"

Der AfD-Politiker Wilhelm von Gottberg hat gute Chancen, Alterspräsident des künftigen Bundestages zu werden. Den Holocaust bezeichnete er als "Mythos" und "Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen". Gegenüber der dpa schob er nach: Das sei ein "etwas leichtfertiges Zitat gewesen, was ich bedauert habe".

Von: Redaktion BR24

Stand: 16.03.2017

AfD-Politiker Wilhelm von Gottberg | Bild: picture-alliance/dpa/ Tim Brakemeier

Wie die "Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hatte von Gottberg 2001 in einem Artikel für "Das Ostpreußenblatt" (heute "Preußische Allgemeine Zeitung") die Art, wie in Deutschland die Erinnerung an die Schuld der NS-Diktatur wachgehalten wird, kritisiert. Er schrieb damals:

"Als wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen und ihrer Geschichte wird immer noch - auch 56 Jahre nach Ende des Dritten Reiches - der Völkermord am europäischen Judentum herangezogen."

Wilhelm von Gottberg

Außerdem zitierte er den Italiener Mario Consoli mit den Worten: "Jeder noch so fadenscheinige Vorwand (...) ist gut genug, um den Holocaust in Erinnerung zu rufen. Die Propaganda-Dampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern stärker (...)." Und: "Der Holocaust muß ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt." Von Gottberg kommentierte das Zitat in dem Artikel mit: "Wir haben dem nichts hinzuzufügen."

"Etwas leichtfertiges Zitat"

"Das ist ein etwas leichtfertiges Zitat gewesen, was ich bedauert habe", sagte von Gottberg der Deutschen Presse-Agentur. Er habe dieses Bedauern damals in einer Regionalzeitung öffentlich gemacht. Der AfD-Politiker wird am 30. März 77 Jahre alt. Von Gottberg war bis 2012 Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen. 2011 trat er aus der CDU aus. Er steht auf dem vierten Platz der Kandidatenliste der niedersächsischen AfD. Der Alterspräsident darf in der ersten Sitzung des neuen Bundestages eine Rede halten. Die AfD hat gute Chancen, am 24. September erstmals in den Bundestag einzuziehen. Sie steht nach mehreren Umfragen zurzeit bei 8 Prozent.


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