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Raus aufs Land Programm gegen Ärztemangel zeigt Wirkung

Im Kampf gegen den Ärztemangel auf dem Land hat das Förderprogramm des Freistaats erste Erfolge erzielt. "In fünf Jahren konnten wir über 460 Mediziner für den ländlichen Raum begeistern", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München.

Stand: 13.08.2017

Symbolbild: Landarzt geht auf einer Landstraße zu einem Dorf | Bild: picture-alliance/dpa

Der Freistaat fördere 351 Arzt-Niederlassungen und 117 Medizinstudierende, die sich verpflichtet haben, später im ländlichen Raum tätig zu werden, erklärte die Ministerin und rechnete vor:

"Damit kann rechnerisch rund jede vierte Kommune in Bayern mit einem Nachwuchsmediziner versorgt werden."

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml

Das Ministerium hat das Programm 2012 gestartet. Bislang wurden den Angaben nach rund 27,2 Millionen Euro bereitgestellt. Im Doppelhaushalt 2017/2018 sind den Angaben zufolge dafür insgesamt 11,2 Millionen Euro eingeplant.

Haus- und Fachärzte werden mit bis zu 60.000 Euro unterstützt, wenn sie in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohner ziehen. Psychotherapeuten können bis zu 20.000 Euro erhalten; hier liegt die Grenze bei Kommunen mit maximal 40.000 Einwohnern. Medizinstudenten bekommen Stipendien, wenn sie sich verpflichten, ihre Facharztweiterbildung im ländlichen Raum zu absolvieren und anschließend noch fünf Jahre dort tätig zu sein. "Mein Ziel ist ganz klar: Auch künftig sollen die Patientinnen und Patienten einen Hausarzt vor Ort finden können", so die Ministerin.

Viele Ärzte finden keinen Nachfolger

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) aus dem Frühjahr ist mehr als ein Drittel der Hausärzte im Freistaat älter als 60 Jahre und wird dementsprechend in den nächsten Jahren ihre Berufstätigkeit beenden. Von 414 Hausärzten, die im vergangenen Jahr in Bayern in den Ruhestand gingen, hätten 87 zunächst keinen Nachfolger gefunden.

"280 Hausärzte und 71 Fachärzte sind aufgrund unserer Förderung bereits im ländlichen Raum tätig, darunter zehn Kinder- und Jugendpsychiater und 50 Psychotherapeuten."

Gesundheitsministerin Huml


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Martin, Sonntag, 13.August, 13:55 Uhr

5. Dörfer und kl. Gemeinden scheinbar doch nicht so interessant, oder?

Naja, kommt immer drauf an, wer sich dann letztlich für die Provinz entscheidet. In unserer 7.000 Seelen Gemeinde hat der eingesessene Hausarzt mehrere Jahre nach einem passenden Nachfolger gesucht - und nichts gefunden, zumindest nichts, was seinen Vorstellungen entsprach.

Jetzt haben die Praxis 2 russischstämmige Ärzte übernommen. Nix gegen ausländische Ärzte, bitte nicht falsch verstehen. Aber das Problem jetzt: Die Sprache. Einer der beiden beherrscht nur sehr schlechtes Deutsch. Das macht sich jetzt auch am Abwandern von Patienten bemerkbar.

Scheinbar ist "das Land" doch nicht so interessant für jeden.

Barbara, Sonntag, 13.August, 12:17 Uhr

4. Dort wo dieser "weiße Mann" über Wiesen und Äcker läuft, gibt es sicher keinen

Patienten. Außerdem geht heute kein Mensch mehr weite Strecken zu Fuß, schon gar nicht auf dem Land! Er wird dabei keinen Euro verdienen, so daß er vielleicht auch bei Hartz Vier landet, wie so viele andere Leute auch und am Ende ohne Rente in Altersarmut dastehen.

100 % Erneuerbare, Sonntag, 13.August, 11:38 Uhr

3. Selbstheilung anstatt zu viel Ärzte

Wer sich mal mit dem Thema Krankheit - Gesundheit beschäftigt hat, wird feststellen, dass es in der Schulmedizin kein wirklich heilendes Mittel gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder Grippe gibt - trotz jahrzehntelanger Forschung und zahlreicher Versuchstiere, die deshalb sterben mussten. Weil sich jeder Körper selbst heilen muss und das ist der Weg zum Ziel. Wer auf diesem Weg ist, der braucht sich keine Gedanken um fehlende Ärzte und Apotheken aufm Land machen.

  • Antwort von Globuli, Sonntag, 13.August, 12:48 Uhr

    Auf diesen "Tripp" war ich auch einmal.
    Gott sei Dank hat ihn mein Sohn überlebt.
    Gut, dass es die Schulmedizin gibt und das sich wieder Ärzte auf dem Land
    niederlassen.

  • Antwort von Heidi, Sonntag, 13.August, 14:06 Uhr

    Na ja, bei grippalen Infekt hilft mir eine Hühnerbrühe, Erkältungstee und Eukalyptuskapseln... dazu brauch ich keinen Doc. Viel Bewegung an der frischen Luft (ich habe eine junge Hündin) härtet außerdem ab. Als ich berufsbedingt bei -20° C raus musste zum Zeitungen austragen war ich kein einziges Mal krank, während reihum die meisten 1-2 Wochen im Bett lagen. Und nein - ich bin nicht gegen Grippe geimpft.

Wolfgang, Sonntag, 13.August, 10:05 Uhr

2. Nicht nur Ärzte, stärkt auch andere Dienstleistungen vor Ort.

Kauft Bratpfannen vom kleinen Haushaltswarenladen im Ort, nicht im "Erdkugel" 30km entfernt ( Tännesberg-Schwandorf als Beispiel ). Geht in der Nachbarchaft zum Friseur. Bestellt Mehrweg-Getränke beim Lieferanten am Ort oder aus dem Nachbarort statt Wegwerfplastic selbst herankarren. Macht nicht im Sportlerheim oder an der Eisstockbahn dem letzten Gastwirt Konkurenz.

( Gastwirte haben aber auch die Aufgabe nicht zu vernachlässigen daß es einen abgeschlossenen Gruppenraum gibt für Feuerwehrversammlung oder Elterntreff )

Jugend, organisiert öfter Discoabende im Saal des Wirt, ladet in der Nachbarschaft ein statt der Nachtralley zur Großdisco...

Seppl , Sonntag, 13.August, 08:08 Uhr

1. Subventionen für Ärzte

Irgend eine Begründung findet sich immer, wenn man seine Klientel bedienen will. Ein Haufen Geld für Ärzte, die vielleicht sowieso aufs Land gegangen wären?