6

Versicherungssteuer fällig ADAC muss Steuern in Millionenhöhe nachzahlen

Der ADAC muss neuerdings Versicherungssteuer abführen - und hat deshalb gerade knapp 90 Millionen Euro Nachzahlung an den Fiskus überwiesen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Bis 2020 will der Autoclub hunderte Stellen streichen.

Stand: 13.11.2017

ADAC-Zentrale in München | Bild: picture-alliance/dpa

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hat das Bundesamt für Steuern Ende Juli einen entsprechenden Bescheid für den Zeitraum von Frühjahr 2014 bis Ende 2015 erlassen. Ohne die Summe zu bestätigen, sprach ein ADAC-Sprecher von einer Nachforderung "in zweistelliger Millionenhöhe", die der Automobilclub "fristgerecht bezahlt" habe. Steuerprüfer hatten zuvor moniert, dass der ADAC seinen Mitgliedern über deren Beiträge zwar Versicherungsleistungen etwa für Unfall- und Pannenhilfe verkauft, darauf jedoch - anders als herkömmliche Versicherer - in der Vergangenheit keine Steuern bezahlt hat.

Ende der "Großzügigkeit"

Der "SZ" zufolge profitierte der ADAC von einer jahrzehntelangen "Großzügigkeit" der bayerischen Finanzbehörden. Sie bewerteten die ADAC-Leistungen bei der Straßenwacht, der Pannenhilfe und bei Tierkollisionen als steuerlich nicht relevant. Das seit 2010 zuständige Bundeszentralamt für Steuern bewertete dies jedoch anders. Nun stehen dem ADAC offenbar auch für 2016 und 2017 Nachzahlungen bevor, mutmaßlich muss der Automobilclub künftig jedes Jahr Versicherungssteuer im mittleren zweistelligen Millionenbereich bezahlen. Es gebe da aber noch "keine verbindliche Auskunft" seitens des Bundeszentralamts, hieß es. Sicher ist nur, dass der ADAC wegen Vertrauensschutz für die Zeit vor 2014 nichts nachzahlen muss.

Defizit und Stellenstreichungen

2016 hat der ADAC den Berichten zufolge ein Defizit eingefahren. Der Verein nahm knapp 1,2 Milliarden Euro ein, von denen 443 Millionen Euro an die 18 Regionalklubs flossen. Nach Abzug weiterer Ausgaben blieben beim ADAC e.V. knapp 490 Millionen Euro hängen. Zugleich kosteten Hilfsleistungen für havarierte Autofahrer und der Mitgliederservice gut 400 Millionen Euro. Hinzu kamen weitere Ausgaben, etwa für Verbraucherinformation. Unter dem Strich stand so ein Defizit von 327.000 Euro. Bis 2020 will der größte Automobilclub Europas 170 Millionen Euro einsparen und bis zu 400 der 2.500 Stellen in seiner Münchner Zentrale streichen.


6

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

thorie, Dienstag, 14.November, 18:20 Uhr

5. wenn man den bananen-freistaat in einer antwort nennt

gibts ne freigabe.

die csu in einem kommentar zu kritisieren----ein zensurwürdiger vorgang !!! gestrichen !!

thorie, Dienstag, 14.November, 17:40 Uhr

4. gefühlte 100 jahre

CSU-"wirtschaft" und ihre blüten !!

gehts noch??!! bei steuern weggeschaut?

nichtmal, nach den wahrlich kriminellen test-machenschaften des ADACs griff man in bayern durch?

der, der für das wegschauen verantwortlich ist, soll seinen hut nehmen ! zuletzt war das wohl H. söder, der als finanzminister als "pate" bzw schutzpatron einzustufen ist . und so einer soll seehofer ablösen?

  • Antwort von thorie, Dienstag, 14.November, 18:31 Uhr

    ok ok --- ich streich das , mit den kriminellen test-machenschaften .

    ist alles ok --- siehe audi & co !

    betrug ist ja unter amigos kein strafbares delikt!

Das Leihschwein , Montag, 13.November, 18:53 Uhr

3. Bei mir waren die Finanzbehörden nicht so großzügig, die zogen den Steueranteil

ohne mich zu fragen von meinen Gehalt einfach ab. Auch die Zinsabschlagsteuer,als es noch Zinsen gab, wurde ohne mich zu fragen von der Sparkasse einfach an das Finanzamt überwiesen. Man hat den Eindruck das nur die Masse der dummen Gehaltsempfänger die Steuern zahlt die er soll. Konzerne, Banken und sonstige Reiche können ganz legal durch windige Firmenkonstruktionen in Holland, Malta, Zypern und Luxemburg ihre Steuern verkürzen oder brauchen überhaupt keine bezahlen und das der Milliardenkonzern ADAC durch beste Verbindung zur CSU es schafft als Verein anerkannt zu werden finde ich nicht in Ordnung.

  • Antwort von Nürnberger, Montag, 13.November, 19:24 Uhr

    Ach wollen wir mal nicht so sein wegen dem ADAC in Bayern. Auch andere Hilfsorganisationen, welche mit kirchlichem Hintergrund oder welche, die auch Krankentransporte etc. fahren, sind ebenso Milliardenkonzerne, und in nicht CSU-regierten Bundesländern genauso als gemeinnütziger Verein anerkannt und müssen keine Steuern zahlen.

    Und zum Lohnsteuerabzug: Ja, die wird jedem Lohn- und Gehaltsempfänger monatlich abgezogen, ob er will oder nicht. Aber nicht vergessen sollte man dabei auch, dass viele nebenher noch etwas arbeiten (nennt man Sch....arbeit) und diese Einkommen bei der Steuer vollständig vergessen

Michi, Montag, 13.November, 12:11 Uhr

2. Bayern als Innerdeutsches Steuerparadies

soweit kommt es noch durch diese Amigo Partei! Der Söder (Finanzminister!) will ja auch nicht, dass Irland die in Bayern nicht gezahlten und in Irland erlassenen Steuern eintreibt, das spricht Bände!

Jeder, der in Bayern irgendetwo irgendetwas zu sagen hat, gehört zu diesen CSU Amigos.
Sonst wirds ja auch nix mit der Karriere.

Bleibt nur zu hoffen, daß das jetzt allmählich vorbei ist!

  • Antwort von thorie, Dienstag, 14.November, 17:59 Uhr

    bei der momentanen "empörung und entrüstung" unserer politiker nach den "paradise papern" wunderts mich, daß kein deutscher politiker den bananen-freistaat bayern angreift !

Squareman, Montag, 13.November, 12:03 Uhr

1. Gleiches Recht für alle

Es ist überfällig das diese Sonderbehandlung dieses Vereins beendet wird. An dem Beispiel sieht man recht gut wie weit man mit Beziehungen in Deutschland kommen kann.