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Kanzler-Gehalt Kritik und Rückendeckung für Steinbrück

Der Bundeskanzler in Deutschland ist unterbezahlt. Das hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück moniert und sich damit ein klassisches Eigentor geschossen. Für die Äußerung hagelt es Kritik, es gibt aber auch Rückendeckung.

Stand: 31.12.2012

"Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt", sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Jeder Sparkassendirektor in NRW verdiene mehr.

Linke: Politikergehälter an Rente koppeln

Die SPD reagierte teils mit Befremden, teils gab es - wie von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach - Rückendeckung für den Kanzlerkandidaten. Der sagte, Steinbrück habe in der Sache Recht. Bei den anderen Parteien stieß Steinbrücks Aussage mehrheitlich auf Unverständnis. Claudia Roth von den Grünen kritisierte Steinbrück ebenso wie die Linken, die von einer "Verhöhnung der Wähler" sprachen. Linken-Parteichefin Katja Kipping plädierte für neue Mechanismen, damit Politiker nicht den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren. Ihr Vorschlag: Politikergehälter sollen künftig nicht stärker steigen als die Durchschnittsrente.

Beißende Kritik von Schröder: Um anderen Beruf bemühen

Altkanzler Gerhard Schröder kann den Wunsch seines Parteifreundes Peer Steinbrück nach einem höheren Gehalt für Bundeskanzler ebenfalls nicht nachvollziehen. "Nach meinem Eindruck werden die Politiker in Deutschland angemessen bezahlt", sagte Schröder der "Bild am Sonntag". "Ich habe jedenfalls davon immer leben können... Wem die Bezahlung als Politiker zu gering ist, der kann sich ja um einen anderen Beruf bemühen."

Info

Das Bundeskabinett hatte im Mai für sich die erste Gehaltsanhebung seit zwölf Jahren beschlossen, und zwar in drei Stufen. Nach einem ersten Erhöhungsschritt erhält die Kanzlerin derzeit 16.684 Euro Gehalt und eine reduzierte Abgeordnetendiät von 3.969 Euro zuzüglich 4.045 Euro Aufwandsentschädigungen als Kanzlerin (1.023 Euro) und Abgeordnete (3.022 Euro).

"Geld löst bei mir keine erotischen Gefühle aus"

Der SPD-Kanzlerkandidat, der sich selbst immer mehr ins Abseits zu manövrieren scheint, bezeichnete sein Verhältnis zum Geld in dem Interview als rein instrumentell. Es habe Zeiten gegeben, in denen er sehr wenig Geld gehabt habe. Zuletzt war er freilich wegen seiner zum Teil äußerst großzügig entlohnten Vorträge in die Schlagzeilen geraten. Insgesamt soll er seit 2009 Nebeneinkünfte von rund zwei Millionen Euro eingenommen haben. Davon legte er 1,25 Millionen Euro aus Vortragshonoraren öffentlich dar. "Heute bin ich, jedenfalls aus der Sicht vieler Menschen, ein vermögender Sozialdemokrat. Aber Geld löst bei mir keine erotischen Gefühle aus."

Bundestagsabgeordnete "nicht überbezahlt"

Der ehemalige Bundesfinanzminister nahm auch Bundestagsabgeordnete gegen Kritik an ihren Diäten in Schutz. Diese arbeiteten fast sieben Tage die Woche, durchschnittlich zwölf bis 13 Stunden. Gemessen an ihrer Leistung seien sie nicht überbezahlt.

Bundestagsabgeordnete erhalten so genannte Diäten in Höhe von derzeit 7.960 Euro pro Monat. Dazu kommt noch eine steuerfreie Kostenpauschale: 4.029 Euro pro Monat. Weiter gibt es einen Zuschuss von rund 250 Euro im Monat zur Krankenversicherung. Die Angestellten der Abgeordneten werden bis zu einer Gesamtsumme von 15.053 Euro pro Monat direkt vom Bundestag gezahlt. Außerdem dürfen Abgeordnete nach Belieben Nebentätigkeiten ausüben.


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Manfred Finken, Sonntag, 30.Dezember, 19:42 Uhr

9. Arroganz pur!

Herr Steinbrück tritt immer auf wie ein Oberlehrer, ist an arroganz nicht zu überbieten und verhöhnt die eigenen Wähler. Frank-Walter Steinmeier wäre für Deutschland besser gewesen! Aber was soll's, dann behalten wir halt die Bundesmutti.

Anita, Sonntag, 30.Dezember, 18:57 Uhr

8. Politikergehälter

In der Tat hat Herr Steinbrück recht: Das Gehalt einer(s) Bundeskanzler(in)(s) steht in keinem Verhältnis zu dem von Bankmanagern oder Industriemanagern. Aber Politiker leiden trotzdem keine Not und ihre Verantwortung ist gleich null. Es ist höchste Zeit, dass sich generell etwas bei Gehältern ändert. Aber Herr Steinbrück ist der letzte, von dem ich da etwas erwarten würde. Er hat die Realität - wie viele Politiker - zur wählenden Bevölkerung verloren. Wählen: Nein danke!

andreas, Sonntag, 30.Dezember, 18:36 Uhr

7. Kanzlereinkommen

Im Grundatz teile ich die Meinung des SPD Kanzlerkandidaten,
strategisch aber wohl eher ein großer Fehler. Eine ehrliche Meinung kommt
beim Wähler nur gut an, wenn er selbst was davon hat.
Frau Merkel, denke ich, wird die Äußerung sehr erfreut haben.