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Die Asservatenkammer am Münchner Flughafen Besuch in der "Kammer des Schreckens"

Bestimmt fahrt ihr auch im Sommer in den Urlaub. Vielleicht sogar weiter weg. Meist nimmt man sich ein schönes Andenken vom Ferienort mit. Aber darf wirklich alles mit nach Hause? Nein! Einige Dinge werden einem bereits vom Zoll zum Beispiel am Flughafen wieder abgenommen. Sie kommen dann in die Asservatenkammer.

Von: Geli Schmaus und Simone Wichert

Stand: 01.09.2017

Habt ihr schon mal überlegt, ob ihr die Muscheln oder Seesterne, die ihr am Meer gefunden habt, mit nach Hause nehmen dürft? In den meisten Fällen ist das sicher kein Problem: wie aus Italien und Frankreich oder Holland. Aber es gibt ja noch andere exotische Dinge aus ferneren Ländern und von denen darf man viele eben nicht heimnehmen. Einige Erwachsene tun das trotzdem: Sie stecken ausgestopfte Tiere, Krokodil- oder Schlangenhandtaschen, Papageienfedern, Elfenbeinketten oder geschnitzte Figuren aus Walknochen in ihre Koffer.

Wenn die "Schmuggler" am Zoll erwischt werden, müssen sie hohe Strafen zahlen und die Gegenstände werden beschlagnahmt. Sie bekommen sie also nicht wieder. Diese Dinge landen in der "Asservatenkammer". Asservat kommt vom lateinischen Wort asservare - bewahren. Alles was an Tierischem in einer Asservatenkammer liegt, fällt unter das "Washingtoner Artenschutzübereinkommen" und ist damit geschützt. Es darf nicht mitgenommen und auch nicht verkauft werden. Und wenn ein Tier geschützt ist, dann ist wirklich alles an und von ihm geschützt: der Stoßzahn des Elefanten genauso wie ein Armreif aus seinen Haaren (das sind die stabilsten Haare, die man kennt!).

Die Asservatenkammer am Münchner Flughafen gibt es seit 1992. Der Polizeibeamte Thomas Meister vom Hauptzollamt München wacht dort über die beschlagnahmten Schätze.

Möchte man etwas aus dem Urlaub mitnehmen, sollte man sich vorher überlegen: Was bringt mir das? Ist es nicht vielleicht besser für Natur und "Ökosystem", wenn die Dinge da bleiben, wo sie gewachsen sind? Manchmal erholen sich Bestände auch wieder: Die Riesenfechterschnecke zum Beispiel war mal bedroht und geschützt, heute geht’s ihr wieder besser – eben auch, weil die Leute sie in Ruhe gelassen haben.

Aber was tun mit Elfenbeinarmreifen oder Gepardenmänteln, die man noch von der Oma zu Hause hat? Früher sind solche Dinge leichter ins Land gekommen. Man kann sich den Besitz vom Landratsamt bestätigen lassen, dann kann einem nichts passieren.


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