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Obdachlosigkeit Auch Kinder leben auf der Straße

In Deutschland sind ungefähr 1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren von Armut betroffen. Wenn es ganz schlecht läuft, leben sie sogar auf der Straße. Doch es gibt viele Hilfsangebote, damit es nicht so weit kommt.

Von: Tina Gentner und Veronika Baum

Stand: 12.09.2017

Hinter einem Einkaufswagen, der mit Plastiktüten behängt ist, sitzt ein Obdachloser. (Symbolbild)  | Bild: picture-alliance/dpa

Allein in München leben 7.500 Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben. Darunter sind auch schätzunsweise 1.600 Jugendliche und Kinder. Sie wohnen und schlafen entweder auf der Straße oder in Obdachlosenheimen. Diese Notunterkünfte gibt es in vielen Städten: Menschen ohne Wohnung können dort übernachten und essen.

Jugendliche Straßenkinder

Wenn Jugendliche auf der Straße leben, sind ihre täglichen Ziele ein Schlafplatz, Geld und Essen. Ihr Leben ist ein ständiger Kampf. Sie betteln und schnorren. Wenn das Geld nicht ausreicht, begehen sie vielleicht auch kleinere Diebstähle. Einige fangen an, Alkohol zu trinken oder Drogen zu nehmen. Mit ihren Handys versuchen sie über die sozialen Netzwerke Leute zu finden, bei denen sie übernachten können. In Deutschland reißen Jugendliche meist von zu Hause aus, weil sie dort geschlagen und misshandelt werden.

Warum werden Erwachsene obdachlos?

Oft haben wir uns an Bettler auf unseren Straßen gewöhnt und gehen achtlos vorbei.

Die Gründe, warum Erwachsene auf der Straße landen, sind vielschichtiger: Meist fängt es mit dem Verlust der Arbeit an oder die Ehe oder Beziehung geht in die Brüche. Viele haben dann Schulden, sie werden krank und können die Miete nicht mehr bezahlen. Irgendwann kommt es dann zur "Zwangsräumung": Sie müssen per Gerichtsurteil aus ihrer Wohnung ausziehen. Obwohl den Menschen dann ein Platz in einer Notunterkunft zusteht, landen viele auf der Straße.

Orte zum Aufwärmen

In Suppenküchen und Wärmestuben gibt's eine warme Mahlzeit.

Keine eigene Unterkunft zu haben, ist immer schwierig und hart. Doch im Winter, wenn es draußen manchmal bitterkalt ist, kann es für die Obdachlosen extrem gefährlich werden: Sie könnten erfrieren! In größeren Städten gibt es oft eine ganze Reihe von Notunterkünften. Dort können sich Obdachlose aufwärmen oder auch übernachten. Viele Kirchen haben Räume, wo Obdachlose übernachten können oder duschen und ihre Wäsche waschen. In Wärmestuben und Suppenküchen gibt es Mahlzeiten oder warme Getränke, für wenig Geld oder kostenlos.

Wer hilft?

Leben unter der Brücke: Bei Kälte und Schnee ist es für Obdachlose besonders hart.

In manchen Städten bleiben im Winter die U-Bahnhöfe geöffnet, damit Obdachlose dort übernachten können. Vereine, Kirchen und andere Organisationen sammeln auch Kleiderspenden. Obdachlose können dann bei ihnen warme Jacken, Hosen, Strümpfe und Schuhe bekommen. Bezahlt werden diese Angebote durch Spenden oder manchmal auch durch die Steuern, die eure Eltern an den Staat bezahlen. Vor allem in kleineren Städten oder auf dem Land gibt es diese Einrichtungen jedoch nicht.


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