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radioMikro-Kinderbuch-Tipp Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission (Alexandra Fischer-Hunold)

Hundefutter, Hundehütte, Katzen jagen? Von wegen! Als Lieblingshund von Queen Victoria lebt Lord Gordon im Buckingham Palace und schläft auf seidenen Kissen. Bis eines Tages sein Freund, der Küchenjunge Colin, des Diebstahls beschuldigt wird und aus dem Palast flieht. Lord Gordon ist überzeugt, dass er diesen Fall bis zum zweiten Frühstück gelöst haben wird. Doch die Spur führt in die dunklen Gassen Londons ...

Von: Cornelia Neudert

Stand: 02.10.2017

Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission  | Bild: Ravensburger Buchverlag

Lord Gordon ist ein Mops. Also einer dieser kleinen Hunde mit der platten Schnauze, den großen Kulleraugen und den vielen Falten. Aber Lord Gordon ist nicht irgendein Hund. Er ist der Lieblingshund der englischen Königin Victoria! Er wird verwöhnt von vorne bis hinten und hat sogar einen eigenen Butler.

Lord Gordons Geschichte spielt in London vor etwa hundertfünfzig Jahren. Damals ratterten noch Pferdekutschen durch die Straßen der Stadt, die Luft war voll von Kohlequalm aus Schornsteinen und Dampfmaschinen und in den Armenvierteln gab es viele Kinder, die schwer arbeiten mussten oder gezwungen waren zu stehlen, um etwas zu essen zu bekommen.

Infos zum Buch:

Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission

Von Alexandra Fischer-Hunold
Ravensburger Buchverlag
Ab acht Jahren

Lord Gordon weiß nicht, dass es in seiner Stadt bitterarme Menschen gibt. Er hält die Geschichten, die der Küchenjunge Colin ihm erzählt, für erfunden. Colin ist Lord Gordons bester Freund.

Eines Tages wird Colin beschuldigt, der Königin einen wertvollen Löffel gestohlen zu haben. Er bekommt Angst und flieht. Lord Gordon macht sich auf, um seinen Freund zu finden und seine Unschuld zu beweisen. Dabei erfährt er zum ersten Mal vom rauen Leben draußen auf den Straßen:

"'Weg da, du blöder Köter!' Überrascht starrte Lord Gordon auf die heranjagende Pferdekutsche. Überall um ihn herum waren nur Pferdehufe und Kutschräder. Schrecklich viele davon! Wohin konnte er rennen? Wie den donnernden Hufen entkommen? Völlig unerwartet traf ihn ein Schlag in die Seite. Wie ein Kricketball kullerte Lord Gordon zwischen den Pferdebeinen über das holprige Pflaster und wurde schmerzhaft vom Rinnstein gestoppt ..."

aus: Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission

Alexandra Fischer-Hunold, die die Geschichte geschrieben hat, wollte als Kind immer einen Hund. Erst als Erwachsene konnte sie sich diesen Wunsch erfüllen. Ihre Geschichte ist ganz aus Hundesicht erzählt. Beim Lesen verfolgt man mit Lord Gordons oftmals nicht besonders gutem Hundespürsinn den verschwundenen Jungen und versucht gemeinsam mit Lord Gordon, das Rätsel um den gestohlenen Löffel der Königin zu lösen.

So gefällt uns das Buch:

Wer das Buch liest oder sich vorlesen lässt, bekommt eine spannende Geschichte mit einem ungewöhnlichen Helden. Der geübte Krimileser wird zwar lange vor Lord Gordon wissen, wer der eigentliche Dieb ist. Aber wichtiger als die Auflösung ist, wie der kleine Mops seine Abenteuer besteht, Gefahren meistert und großen Mut beweist.

Die ungewöhnliche Erzählsicht hat auch der Jury eines Preises für Kinder- und Jugendkrimis gefallen. Hansjörg-Martin-Preis heißt er in Erinnerung an den Krimiautor Hansjörg Martin. 44 Bücher waren für den Preis vorgeschlagen, gewonnen hat den Preis "Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission".


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