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Eis Gefrorene Süßspeise

Es gibt doch nichts Besseres im Sommer als ein leckeres Eis! Und das schmeckt nicht nur uns heutzutage: Eis essen die Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Nur hat dieses Eis anders ausgesehen und geschmeckt als unser Eis heute.

Von: Simone Wichert

Stand: 04.05.2017

Mädchen mit Eistüten | Bild: colourbox.com

Süßer Schnee mit Gewürzen

Schon vor über 3.000 Jahren hat man in China geeiste Süßspeisen gegessen. Natürlich gab es damals noch keine Tiefkühltruhen oder Eismaschinen! So hat man einfach Schnee oder gefrorenes Wasser mit Honig, Wein oder Gewürzen wie Ingwer oder zerstoßenen Früchten vermischt. Den Schnee hat man von den Berggipfeln geholt und tief unter der Erde in dunklen Kellerräumen aufbewahrt. Das Eis wurde immer erst kurz vor dem Essen zubereitet, denn aufbewahren konnte man es nicht.

Auch in Europa hat man schon vor 2.000 Jahren Eis gegessen - natürlich nicht jeder, denn leisten konnten sich das nur Könige und Adlige. In Griechenland war "Schnee vom Olymp" eine geradezu göttliche Speise! Und der Arzt und Gelehrte Hippokrates hat Eis bei Entzündungen, Schwellungen oder Bauchschmerzen verordnet. Kaiser Nero hat sich das Eis von Schnellläufern aus den Alpen holen lassen. Alexander der Große hat es seinen Offizieren zu essen gegeben, um sie bei Laune zu halten.

Gefrorener Genuss aus der Tiefkühltruhe.

Von unserem Speiseeis heutzutage war das alles weit entfernt, denn Milch oder Sahne konnte man noch nicht gefrieren lassen. Wasser gefriert bei Null Grad Celsius - Milch und Sahne enthalten Fett und damit das überhaupt gefriert, muss es sehr viel kälter sein. Man vermutet aber, dass die Chinesen schon vor ungefähr 1.400 Jahren Milchprodukte einfrieren konnten.

Marco Polo brachte das Speiseeis nach Europa

Seefahrer Marco Polo.

Der Seefahrer Marco Polo brachte vor etwa siebenhundert Jahren Speiseeis-Rezepte aus China mit nach Venedig in Italien. Vor fünfhundert Jahren hat man in Europa zum ersten Mal künstliche Kälte erzeugt. Ab dann konnten also auch Milchprodukte gefroren werden. Bald wurde das Eisherstellen sogar zum Beruf: Eismacher, auch "Gelatiere" genannt.

Und als Katharina von Medici nach Frankreich heiratete – vor knapp fünfhundert Jahren wurde sie so Königin von Frankreich – durfte sie als Mitgift Eisrezepte und einen Gelatiere mitnehmen. So ist Eis auch an den französischen Königshof gekommen – und war dort gleich so begehrt, dass die französischen Könige das Rezept wie ein Staatsgeheimnis gehütet haben: Wer es verriet, wurde geköpft!

Ludwig XIV., der Sonnenkönig.

Zum Glück kam Ludwig XIV., der Sonnenkönig, auf die Idee, mit Eis Geld zu verdienen: Er führte vor knapp dreihundertfünfzig Jahren eine Speiseeissteuer ein und verkaufte gleichzeitig die Rezepte. Das allererste Eiscafé der Welt hat dann sein Koch, der Italiener Franceso Procopio di Cultelli, in Paris eröffnet. Dieses Café gibt es heute immer noch!

Um das Jahr 1800 wurde in Amerika die erste Speiseeismaschine erfunden, ein paar Jahrzehnte später hat man dann in Baltimore die erste Speiseeisfabrik gebaut.


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