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Geld Papier ist wertvoller als Münzen

Scheine und Münzen sind immer so viel wert, wie draufgedruckt ist. Klar. Für einen Fünfzig-Euro-Schein kann man mehr kaufen als für eine Zwei-Euro-Münze. Aber warum sind die Papierscheine immer mehr wert als die Metallmünzen?

Von: Börni Schulz

Stand: 07.11.2017

Junge zählt seine Ersparnisse | Bild: colourbox.com

Schwere Münzen, leicht zu fälschen

Münzen sind unpraktisch. Und das sogar aus mehreren Gründen: Münzen wiegen viel und sind hart. Sie machen den Geldbeutel schwer oder beulen die Hosentasche aus. Bei 3 oder 4 Euro ist das kein Problem. Aber 20 Euro in Münzen? Da hängt die Hosentasche in den Seilen.

Noch wichtiger aber ist, dass Münzen nicht besonders fälschungssicher sind. Das heißt: Münzen lassen sich leichter fälschen als Geldscheine. In Geldscheinen sind etliche Sicherheitsmerkmale, die es schwer machen, einen Schein zu fälschen: zum Beispiel die kleinen Kippbildchen, die Hologramme. Oder kleine Striche, die man mit den Fingerspitzen ertasten kann. Außerdem ein Silberstreifen mit winziger Schrift darauf, die man nur gegen das Licht sehen kann. Bei Münzen wäre für all das gar kein Platz.

Achtet mal auf diese Sicherheitsmerkmale: 

Die Sicherheitsmerkmale machen es schwer, einen Schein zu fälschen, etwa indem man ihn einfach kopiert oder mit einem Farbdrucker ausdruckt. Und gleichzeitig machen sie es möglich, einen Schein als echt zu erkennen.

Bei den Kosten für Material und Herstellung sind Münzen und Scheine übrigens ziemlich gleich: Es kostet höchstens 20 Cent, um eine Zwei-Euro-Münze zu prägen, also herzustellen. Ein Fünfhundert-Euro-Schein kostet in der Herstellung auch ungefähr 20 Cent. Obwohl Papier doch eigentlich billiger ist als Metall! 

Aus Metall oder Baumwolle

Bei einer Münze werden verschiedene Metalle verwendet. Beim Zwei-Euro-Stück sind es zwei unterschiedliche Metalle, das sieht man schon an der Farbe. Diese Metalle werden geprägt. Das heißt, sie kommen in eine Maschine. Dort werden sie mit sehr viel Druck zwischen zwei Stempel gepresst. Dadurch bekommen sie ihre Form. Noch ein bisschen durch die Poliermaschine und sie sind fertig.

Geldscheine werden aus Baumwolle gemacht, aus den sogenannten Baumwollkämmlingen. Das sind eigentlich Restprodukte aus der Stoffherstellung: die Teile der Baumwollpflanze, die übrig bleiben, nachdem man die Baumwolle für die T-Shirts abgenommen hat. Mit diesen kurzen Baumwollfasern macht man den Brei für das Papier der Banknoten. Dieses Baumwollpapier ist dann sehr robust gegen Nässe und Reißen. Und es eignet sich sehr gut, um die Fäden und Hologramme darin unterzubringen. 


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