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Delfine Intelligente Meeressäuger

Dass Delfine intelligente Tiere sind, weiß man schon länger. Genauere Untersuchungen von Forschern an Delfingehirnen haben das bestätigt. Wenn ihr wissen wollt, was die Forscher dabei genau untersucht haben, lest hier weiter!

Von: Simone Wichert

Stand: 17.08.2017

Delfin im Moskauer Delfinarium | Bild: picture-alliance/dpa

Als die US-amerikanische Forscherin Lori Marino im Jahr 2010 die Gehirne von drei Großen Tümmlern näher untersuchte, fand sie dabei heraus, dass die Delfingehirne denen der Menschen sehr ähnlich sind. Die Hirnmasse der Delfine ist zwar geringer, dafür sind ihre Gehirne wesentlich stärker gefaltet als die aller anderen Säugetiere. Dadurch könnten Delfine so intelligent sein wie Menschen, so die Forscherin. Und ein Ethikprofessor meint, es sei nicht richtig, diese schlauen Tiere in Delfinarien fürs Shows und andere Zwecke gefangenzuhalten.

Große Tümmler - große Gehirne

Großer Tümmler im Meer.

Die bekannteste Delfinart ist der "Große Tümmler". An ihnen hat die Forscherin Lori Marino ihre Untersuchungen vorgenommen. Und sie hat festgestellt, dass die Delfine Gehirne haben, die denen von uns Menschen ebenbürtig sind. Ihre Hirnmasse ist zwar geringer, das gleichen sie aber dadurch aus, dass ihre Gehirne viel stärker gefaltet sind. Die Forscherin meint sogar, dass keine andere Art auf der Welt ein so gewundenes Gehirn hat.

Ein stark gefaltetes Gehirn hat eine größere Oberfläche. Den Unterschied könnt ihr euch gut vorstellen, wenn ihr bei euch zu Hause eine in Falten gelegte Gardine glattstreicht. Auf einmal ist das Stück Stoff sehr viel größer! Im Gehirn kann die größere Oberfläche die fehlende Masse ausgleichen.

Großer Tümmler beim Sprung.

Und gefaltet ist das Delfingehirn an ganz besonders wichtigen Stellen: nämlich am sogenannten "Neocortex". Dort werden komplizierte Denkvorgänge gesteuert, außerdem Selbstbewusstsein und auch die Gefühle. Delfine können also fühlen, traurig oder froh sein, sogar Respekt und Zuneigung für andere Delfine zeigen. Sie können denken und planen und Aufgaben lösen. Sie können intensiv und sehr lange leiden. Und noch etwas Besonderes können sie, was sonst nur noch Menschen und Menschenaffen können: sich selbst im Spiegel erkennen.

Sein Steckbrief

Bekanntester Delfin: Großer Tümmler (lat. tursiops truncatus)
Größter Delfin: Orca (lat. orcinus orca)
Familie: Gehört zu den Walen, es gibt etwa vierzig Delfinarten.
Wohnort: Alle Meere
Größe: 1,5 bis 4 Meter lang, Orcas (oder "Große Schwertwale") bis zu 8 Meter.
Farbe: Schwarz bis weiß, Unterseite heller, Rücken dunkler.
Lieblingsessen: Fische, Kalmare, Robben, auch andere kleine Wal- und Delfinarten.
Lieblingssport: Natürlich Wassersport, also schwimmen und tauchen, erreicht dabei Geschwindigkeiten von 55 Kilometern pro Stunde.
Namen seiner Flossen: "Finne" = Rückenflosse, "Flipper" = Brustflosse, "Fluke" = Schwanzflosse.
Besonderes: Kann extrem gut sehen und hören, auch sehr hohe Töne im Ultraschallbereich, die Menschen nicht mehr hören können. Fängt seine Beutetiere mit Hilfe von Echoortung.

Das Recht auf Freiheit

Tümmler in Freiheit.

Tiere, deren Gehirn so ähnlich aufgebaut ist wie das eines Menschen, die damit wie Menschen denken und fühlen können, die müssten auch das Recht haben, wie er als ein "Individuum" angesehen zu werden. Und ein Individuum - also jemand, der denken kann und ein Bewusstsein hat - hat zum Beispiel das Recht auf Freiheit. Das sagt Ethikprofessor Thomas White. Ethiker beschäftigen sich damit, wie Menschen handeln, handeln sollten und aus welchem Grund ihr Handeln richtig oder falsch ist.

Delfine im Delfinarium.

Wegen ihres Rechts auf Freiheit ist es nicht richtig, die Delfine in Delfinarien zu halten, wo sie in Shows auftreten müssen, sagt der Ethikprofessor. Das sei wie Sklaverei. Und auch das Schwimmen mit Delfinen, eine Touristenattraktion, und sogar die medizinische Delfintherapie sollten aus diesem Grund verboten werden.

Ob Delfine als Individuen angesehen werden können, vor denen man Achtung haben sollte und die man nicht als Eigentum betrachten dürfe, das will Thomas White in einer Studie überprüfen und nachweisen.


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