0

Blätter Warum werden sie im Herbst braun?

Im Herbst, da fallen die Blätter: Auf den Straßen, den Wiesen, im Wald, überall liegt Laub. Die Hausmeister haben viel Arbeit, denn - das Laub muss weg. Auf dem Rasen sollte es tatsächlich nicht liegen bleiben, sonst geht er im Winter kaputt und auf dem Gehweg ist es gefährlich, weil nasse Blätter extrem rutschig sind. Also wird gefegt und geharkt - und es entstehen wunderbare Laubhaufen aus roten, gelben und braunen Blättern.

Von: Nicole König und Isabelle Auerbach

Stand: 03.11.2017

Gelbe und rote Ahornblätter | Bild: picture-alliance/dpa

Warum werden die Blätter braun?

Rötliche Blätter am Baum

Wie eine Fabrik Strom braucht, so braucht ein Blatt Sonnenstrahlen, sonst stirbt es. Nur mit Hilfe der Sonne sind die Blätter grün. Außerdem können in den Blättern nur mit Sonnenlicht lebenswichtige Stoffe hergestellt werden wie zum Beispiel Zucker. Wenn die Sonne im Winter weniger stark strahlt, verliert das Blatt seine grüne Farbe und wird ganz bunt: gelb, rot und braun. 

Herumwirbelnde Blätter

Ohne ausreichend Sonnenlicht verschwindet also der grüne Farbstoff und andere Farben breiten sich im Blatt aus. Die Blätter geben auch noch wichtige Mineralstoffe ab wie zum Beispiel Eisen. Der Baum speichert die nötige Menge der Stoffe in seinen Ästen und seinem Stamm. So kann er gut überwintern. Auf den Boden fallen dann nur die ausgetrockneten, verfärbten und abgestorbenen Blätter. 

Laubhaufen - Ein Universum von Lebewesen

Ein Regenwurm im Herbstlaub

Im Wald ist das Laub auf dem Boden richtig wichtig. Insekten, Würmer, Ameisen, Käfer, Spinnen, Schnecken, Pilze und Bakterien, sie alle tummeln sich im Laub. Sie fressen, zersetzen und zerkleinern die Blätter und verwandeln sie in Dünger beziehungsweise in Erde. Und diese Erde enthält so viele frische Nährstoffe, dass die Bäume damit wieder richtig gut wachsen können.

Die meisten Lebewesen im Laub sind winzig klein - so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop sehen kann. Ganze Heerscharen von Bakterien leben in den Blätterhaufen. Diese "guten" Bakterien machen nicht krank, sondern helfen mit, das Laub zu zerkleinern. Wie viele Lebewesen in einer Hand voll frischer Walderde leben, ist unglaublich: Es sind nämlich so viele, wie auf der ganzen Erde Menschen leben. 

Ein Winterversteck für Igel

Ein Igel zwischen bunten Blättern

Noch ein Tipp für kleine Gärtner: Das Laub im Herbst besser nicht abtransportieren, sondern zu einem Haufen zusammenrechen, das ist ein prima Winterversteck für Igel. Man kann das Laub aber auch auf den Beeten verteilen, dort wird es dann von seinen kleinen Bewohnern bis zum Frühjahr in prima Dünger verwandelt.

Was man gar nicht tun sollte: mit dem Laubbläser arbeiten. Denn der ist nicht nur höllisch laut, sondern pustet auch noch jede Menge Abgase in die Luft. Außerdem wirbelt er die Blätter so herum, dass viele der kleinen Laubbewohner getötet werden. Und ohne sie hat das Ganze ja keinen Sinn. 


0