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Alkohol Schadet Gehirn und Organen

Alkoholische Getränke trinken die Menschen nicht erst heutzutage. Schon vor 5.000 Jahren wurden sie in alten Schriften erwähnt. Jedoch ist Alkohol nicht ungefährlich, obwohl alkoholische Getränke bei vielen Menschen täglich auf dem Tisch stehen.

Von: Simone Wichert

Stand: 10.10.2017

Mehrere leere Schnapsfläschchen stehen bei einem Faschingzug auf einem Stromkasten (Symbolbild). | Bild: picture-alliance/dpa/David Ebene

Alkoholische Getränke wurden schon vor 5.000 Jahren in den Schriften der Sumerer erwähnt. Die erste Bierbrauerei gab es vermutlich vor nicht ganz 4.000 Jahren im Alten Ägypten, wo Bier auch als Grundnahrungsmittel galt, denn es hat viele Kalorien. In der Grabkammer von Pharao Tutenchamun haben die Forscher sogar Weinreste gefunden. Bei uns wird seit dem Mittelalter Bier gebraut und Wein gekeltert – oftmals in Klöstern, wo starkes Bier besonders in der Fastenzeit als Ersatz einer Mahlzeit als "flüssiges Brot" getrunken wurde.

Legale, aber gefährliche Droge

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Viele Menschen trinken zumindest ab und zu, manche auch recht häufig oder regelmäßig Alkohol: Bier, Wein oder manchmal auch Schnaps stehen in manchen Familien sogar täglich auf dem Tisch. Dass Alkohol eigentlich eine Droge ist und für den Körper ein Gift, mit dem er fertig werden und das er abbauen muss, macht sich dabei niemand ständig klar. Denn für gesunde Erwachsene ist eine kleine Menge Alkohol ab und zu noch nicht schädlich.

Kinder und Jugendliche aber dürfen überhaupt keinen Alkohol trinken – wenn sie es doch tun, ist das für sie weit gefährlicher als für Erwachsene. Alkohol regelmäßig in großen Mengen macht süchtig – jeden Menschen.

Keinen Alkohol für Kinder! 

Kinder und Jugendliche dürfen absolut keinen Alkohol trinken. Wie bei jedem wirkt auch bei ihnen der Alkohol als ein sogenanntes Zellgift. Bei Kindern ist aber zudem die Entwicklung von Gehirn und Organen noch nicht abgeschlossen und die kann durch Alkohol empfindlich gestört werden. Zudem wird die Leber eines Kindes kaum mit Alkohol fertig.

Alkohol ist ein Zellgift. Überall dort, wo er auf seinem Weg durch unseren Körper vorbeikommt, kann er auch Schäden anrichten. So kann er auf dem Weg vom Mund bis zur Blase die Zellen der Mundschleimhaut, der Speiseröhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse, des Darms und der Blase angreifen und schädigen. Dadurch steigt für jedes dieser Organe das Krebsrisiko.

Je höher die Alkoholmenge im Getränk ist – wie "hochprozentig" dieses Getränk also ist, desto schlimmer kann die zerstörerische Wirkung sein. Und wer eine sehr große Menge Alkohol in sehr kurzer Zeit trinkt, kann sich damit auch vergiften: Man kann bewusstlos werden, ins Koma fallen und sogar sterben – an Herzstillstand oder Atemstopp.

Prozent? Promille? 

Mit "Prozent" wird die Menge reinen Alkohols in einem Getränk angegeben. In "Promille" wird der Alkoholspiegel im Blut ausgedrückt – wie viel reinen Alkohol man im Vergleich zur eigenen Körperflüssigkeit aufgenommen hat: Ein sehr großer Mensch wird nach einem Glas Wein weniger Promille Alkohol im Blut haben als ein kleinerer Mensch.

Das kann schon bei zwei bis drei Promille passieren – wie groß die Menge Alkohol und wie kurz die Zeit sein müssen, damit das geschieht, hängt vom einzelnen Menschen ab; nicht jeder "verträgt" gleich viel Alkohol. Und das wiederum hängt damit zusammen, wie dessen Leber arbeitet und wie viele sogenannte Enzyme ("Abbausäfte") dessen Körper dafür produziert. Im Allgemeinen vertragen Männer mehr Alkohol als Frauen.

Besonders giftig für die Leber

Unser Körper erkennt Alkohol als Gift - und das muss möglichst schnell wieder aus ihm raus! Dafür sorgt die Leber: Sie ist unser Entgiftungsorgan und baut auch Alkohol ab – und sie nimmt sich immer den giftigsten Stoff zuerst vor! Dafür lässt sie ihre sonstige Arbeit sein. Während sich die Leber dem Alkohol widmen muss, kann sie kein Fett abbauen, was sie sonst unter anderem tut. Sie lagert Fett ein und kann dabei krank werden: "Alkoholische Fettleber" nennt sich dieses erste Stadium.

Schon auf unsere Leberzellen wirkt Alkohol giftig: Manche seiner Abbauprodukte sind sogar schädlicher für sie als der Alkohol selbst. Gesundes Lebergewebe ist normalerweise sehr weich und gut durchblutet – trinkt man häufig, viel und über einen längeren Zeitraum Alkohol, wird die Leber hart und knotig und vernarbt im Laufe der Zeit. Dadurch wird sie immer weniger durchblutet und arbeitet immer schlechter. Das Endstadium davon nennt man "Leberzirrhose" – und die ist nicht mehr umkehrbar.

Mit dem Blut via Herz ins Gehirn

Alkohol greift nicht nur die inneren Organe an. Er gelangt auch ins Blut und wird damit im gesamten Körper verteilt. Er kann nicht nur die Blutbahnen, sondern auch die empfindlichen Zellen des Herzens schädigen. Ebenso gefährdet sind Nerven- und Hirnzellen. Forscher sind nicht ganz sicher, ob diese absterben oder aber die Verbindungen zwischen ihnen zerstört werden. In jedem Fall funktioniert das Gehirn unter Alkohol sehr schnell schlechter. Und auch Torkeln und Lallen eines Betrunkenen zeigen: Die Nerven in seinen Beinen und seiner Zunge arbeiten gerade nicht richtig.

Kein Alkohol am Steuer!

Alkohol wirkt auch auf die Psyche beziehungsweise auf bestimmte Zentren im Gehirn, was zunächst ganz angenehm ist: Man fühlt sich entspannt, belebt, besser gelaunt, hat vielleicht weniger Angst. Je mehr Alkohol man trinkt, desto übermütiger wird man, desto weniger überlegt man und desto eher tut man Dinge, die man nüchtern wahrscheinlich gelassen hätte.

Viele Menschen werden beim Alkohol trinken aber auch gereizt und aggressiv. Wer zu viel trinkt, fühlt sich eher betäubt. Das Gedächtnis ist gestört, man hat einen "Blackout" und erinnert sich an manche Dinge später nicht mehr.

Ein "Kater", den viele nach einem Rausch haben, ist eine Nachwirkung der giftigen Abbauprodukte in der Leber – und sollte auch als eine Warnung unseres Körpers verstanden werden, nicht noch einmal oder zu oft zu viel zu trinken.


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