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Äquator Wo Nord- und Südhalbkugel aufeinandertreffen

Wir hier in Deutschland leben auf der Nordhalbkugel, bei uns beginnt der Herbst am 22. September. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte länger und es wird kälter. Auf der Südhalbkugel ist es genau andersherum. Dort beginnt dann der Frühling, es wird wärmer. Aber wie ist das eigentlich dort, wo Nord- und Südhalbkugel aufeinandertreffen, also am Äquator?

Von: Julia Nether und Simone Wichert

Stand: 04.10.2017

Am Äquator - auf der Null-Linie | Bild: BR/Julia Nether

Lionel und Rafael wohnen in Quito, das ist die Hauptstadt von Ecuador. Dieses Land liegt auf dem Äquator, also dort, wo unsere Erde am dicksten ist. Mehr als 40.000 Kilometer lang ist der Äquator. Er durchquert Länder wie zum Beispiel Kenia in Afrika oder Brasilien, Kolumbien und Ecuador in Südamerika. Lionel ist 13 Jahre alt, sein Bruder Rafael 11. Vor einem Jahr sind sie zusammen mit ihren Eltern nach Ecuador gezogen und gehen dort in die deutsche Schule. Die geht früher los als bei uns, um halb acht.

Rafael und Lionel müssen sich jeden Tag mit Sonnencreme einschmieren, auch wenn es draußen regnet. Denn auch wenn die Sonne sich hinter den Wolken versteckt, kommt die UV-Strahlung trotzdem durch. Oft wird es innerhalb von wenigen Stunden sonnig und warm. Morgens ist es meist kalt und nass, mittags richtig heiß und nachmittags oder abends fängt es meist an zu regnen. Das geht das ganze Jahr über so. Anders als bei uns in Deutschland, wo wir im Sommer schwitzen und im Winter frieren, ist es am Äquator im Dezember genauso warm wie im Juni.

Der Grund dafür liegt in der Erdneigung: Die Erde dreht sich im Verlauf eines Jahres um die Sonne und aufgrund der Erdneigung wird die Erde unterschiedlich stark von der Sonne beschienen. Das führt dazu, dass es bei uns in Europa unterschiedliche Jahreszeiten wie Sommer und Winter gibt. Im Sommer wird die Nordhalbkugel länger beschienen, was zu wärmeren Temperaturen führt. Am Äquator wirkt sich die Erdneigung kaum aus, da dort die Sonnenstrahlen mehr oder weniger das ganze Jahr über senkrecht einfallen und deshalb gibt es am Äquator keine Jahreszeiten, wir wie sie kennen. Wir in Deutschland liegen auf der Nordhalbkugel, deshalb haben wir im Sommer mehr Sonneneinstrahlung und im Winter weniger.

Quito, die Hauptstadt von Ecuador, liegt nicht ganz genau auf dem Äquator, sondern ein bisschen südlich von der "Null-Linie“ – so wird der Äquator auch genannt. Man kann drüberhüpfen – von der südlichen auf die nördliche Seite und zurück. Außer Ecuador liegen noch 15 andere Länder am Äquator; das ist übrigens die dickste Stelle der Erde.

Übrigens lohnt es sich besonders, am Äquator in den Himmel zu schauen: Dort kann man nämlich im Verlauf eines Jahres alle Sterne beobachten, die des Nordens und die des Südens. In Europa und Deutschland sehen wir nur den großen Wagen oder den Polarstern, aber nicht das Kreuz des Südes. Am Äquator kann man alles sehen.

Und noch etwas ist anders am Äquator: Bereits um Viertel vor sieben am Abend ist es stockduster wie in der Nacht. Das geschieht ziemlich schnell, im Zeitraum von zehn Minuten kann es schon dunkel sein. Zwölf Stunden lang ist es dann dunkel, bevor am nächsten Morgen um kurz nach sechs die Sonne wieder aufgeht – und das das ganze Jahr über. Auf der Nord- wie auch auf der Südhalbkugel werden die Tage Richtung Winter immer kürzer und Richtung Sommer dann wieder länger.


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