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11.-13.10. Simchat Tora Ein Fest auf die Tora

Noch am Abend des letzten Tages des jüdischen Laubhüttenfestes Sukkot prägen Freudentänze in der Synagoge ein eigenständiges Fest: Simchat Tora.

Stand: 04.04.2017

Der hebräische Name des Festes Simchat Tora sagt alles über seine Bedeutung: es ist das Fest der Freude über die Tora, die Fünf Bücher Moses. Sie beinhalten die Lehre von den Zehn Geboten und sie bilden zusammen mit dem Talmud, dem Kompendium rabbinischer Überlieferungen, die Grundlage der jüdischen Religion und Tradition.

Schmini Azeret: Das Fest vor dem Fest der Torafreude

Einerseits wird der Tag nach Sukkot als ein Teil des siebentägigen jüdischen Laubhüttenfestes begriffen, andererseits gilt er als ein eigenständiger Festtag: Schmini Azeret lautet der hebräische Name für den "achten Tag der Versammlung". Man liest zu diesem Anlass aus den erweiterten Schriften (Kohelet) der jüdischen Bibel und erinnert an die Toten. In Israel werden Simchat Tora und Schmini Azeret allerdings an einem einzigen Tag gefeiert. In den Ländern der jüdischen Diaspora ist Schmini Azeret ein zweitägiges Fest. Der Abend des zweiten Festtages ist der Vorabend von Simchat Tora und wird ebenfalls in der Synagoge gefeiert.

Nach dem Studium ist vor dem Studium

Die Tora wird über das Jahr in der Synagoge Zeile für Zeile gelesen. Das geschieht wohldosiert in einzelnen Wochenabschnitten. An Simchat Tora endet dieser Lesezyklus. Am Vorabend sowie am Morgen des eigentlichen Festtages werden alle Torarollen der Synagoge aus dem Schrein gehoben und in einem fröhlichen Umzug siebenmal durch das Gebetshaus getragen. Anschließend wird der Segensspruch auf die Tora gesprochen. Der letzte Wochenabschnitt aus den Fünf Büchern Moses wird zu Ende gelesen.

Und auch für Kinder ist Simchat Tora ein besonderes Ereignis: sie werden mit Süßigkeiten und Früchten beschenkt und sprechen gemeinsam mit den Erwachsenen die Segenssprüche. Schließlich wird die Tora wieder an den Anfang gerollt: das Lesen beginnt von vorn, nämlich beim Abschnitt vom Anfang der Welt, und so nimmt auch das Studium der Tora seinen neuen Lauf – wie in jedem Jahr.


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