Israel-Reise Auf schwieriger Mission

Bundespräsident Joachim Gauck ist nach Israel gereist. Er will mit seinem Staatsbesuch ein Zeichen der Solidarität setzen. Die viertägige Visite wird ihn auch in die Palästinensergebiete führen.

Stand: 28.05.2012
Joachim Gauck und die israelische Flagge | Bild: picture-alliance/dpa; BR; Montage: BR

Gut zwei Monate nach seinem Amtsantritt besucht der Bundespräsident Israel. Er will damit "in schweren Zeiten" Solidarität und Unterstützung für den jüdischen Staat demonstrieren. Der Termin der viertägigen Visite im Nahen Osten fällt zusammen mit der politischen Krise zwischen Israel und dem Iran. Erst kürzlich verkündete Teheran, im nächsten Jahr ein zweites Atomkraftwerk bauen zu wollen.

Ein Herzensanliegen

Heute beginnt das offizielle Programm mit einem Treffen Gaucks und seines Amtskollegen Simon Peres. Nach der Begrüßung mit militärischen Ehren besuchen die beiden Staatsoberhäupter zusammen die Gedenkstätte Yad Vashem. Später trifft Joachim Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, mit Überlebenden des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972 zusammen. Am ersten Abend seines Aufenthalts folgt dann ein Staatsbankett. Zur Delegation Gaucks gehört auch Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Gauck bezeichnete seinen Besuch in Israel als Herzensanliegen. Damit würden die "auf immer besonderen Beziehungen" der beiden Länder unterstrichen.

Gegenwart und Zukunft

Am Mittwoch stehen dann Termine unter der Bezeichnung "Gegenwart und Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen" auf der Tagesordnung. So ist unter anderem ein Besuch des Weizmann-Instituts für Wissenschaften und ein Mittagessen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant. Gauck will dann noch Überlebende des Holocaust treffen.

Signal für Palästinenserstaat

Am letzten Besuchstag fährt der Bundespräsident in die palästinensischen Gebiete. Diesen Abschnitt seines Aufenthalts bezeichnet das Präsidialamt als Zeichen des "nachhaltigen Engagements" Deutschlands für den Aufbau eines Palästinenserstaates. In den Stunden dort wird Joachim Gauck eine mit deutschen Mitteln errichtete Mädchenschule eröffnen und in Ramallah mit Präsident Mahmud Abbas und Ministerpräsident Salam Fayyad politische Gespräche führen.


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