Franken


9

Wintervogelzählung 2013 Kohlmeise verdrängt den Spatz vom 1. Platz

Rund 23.000 Teilnehmer haben in Bayern bei der Stunde der Wintervögel mitgemacht und fast 700.000 Vögel beobachtet. Die überraschenden Ergebnisse: Die Kohlmeise belegt den ersten Platz, und es gibt eine Invasion der Seidenschwänze.

Stand: 04.02.2013

In ganz Deutschland beteiligten sich rund 90.000 Menschen an der Vogelzählung, bei der 2,7 Millionen Tiere gemeldet wurden. Auch der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ist sehr zufrieden, denn noch nie nahmen hier so viele Menschen an der "Stunde der Wintervögel" teil, wie im Januar 2013. Trotz regnerischen Wetters konnte mit 23.000 beteiligten Vogelfreunden das Rekordergebnis von 2011 übertroffen werden.

Überraschendes Endergebnis

In diesem Winter hat die Kohlmeise ihren 1. Platz wieder zurückerobert. Der Singvogel, der aufgrund seines Rufes auch "Zizibe" genannt wird, war schon 2011 am häufigsten gesichtet worden. Große Scharen vermutlich russischer Kohlmeisen zogen durch Deutschland und machten an den Futterhäuschen Station. Dank dieses Zuwachses verwies er den Haussperling auf Platz zwei.

Spatz und Feldsperling

Spatz

Doch selbst auf dem zweiten Platz wird es für den Spatz eng, denn der Feldsperling, dieses Jahr noch Dritter, kommt ihm immer näher. Im Gegensatz zum bundesweiten Trend wurde der Feldsperling in Bayern immer häufiger in den Gärten und an den Futterhäuschen beobachtet. Vor allem in Niederbayern scheint sich der Vogel wohl zu fühlen.

Seidenschwanz-Invasion

Ein ganzer Schwarm Seidenschwänze macht Zwischenrast.

Nur alle sieben bis zehn Jahre zieht der Seidenschwanz in Scharen aus Sibirien nach Bayern und beehrt uns mit seinem Besuch. Diese Invasion fand in diesem Jahr wieder statt und so wurden in diesem Winter knapp 6.500 Seidenschwanzexemplare gezählt, während es 2012 nur 96 waren. Da diese sogenannten Invasionsvögel noch einige Wochen in Bayern bleiben, bietet sich auch noch genügend Geglegenheit, sie in aller Ruhe zu beobachten.

Blaumeise legt zu - Sorgen machen die Amseln

Blaumeise: der vierthäufigste Vogel in Bayern

Die Blaumeise legt in Bayern weiter zu und so schiebt sie sich Jahr für Jahr in der Rangliste weiter nach vorne. Derzeit liegt sie auf Platz vier. Sorgen machen den Vogelschützern dagegen die Amseln. Sie gehen weiter zurück, stagnieren auf Rang sechs. In bestimmten Gebieten, wie in Unterfranken, hat sich ihre Anzahl im dritten Jahr hintereinander deutlich verringert. Auch von den Buchfinken und Grünfinken wurden weniger gezählt als im Vorjahr.

Wo man am meisten Vögel sah

Ergebnisse

Wenn Sie die Ergebnisse aus Ihrer Region wissen möchten, können Sie die genauen Zahlen zu den einzelnen Vögeln und Gebieten auf der Kartenübersicht des LBV nachlesen.

Insgesamt wurden in allen bayerischen Regierungsbezirken mehr Vögel beobachtet als im Vorjahr. Die vogelreichsten Gärten waren diesen Winter in Niederbayern zu finden, mit 52 Vögeln pro Garten, gefolgt von der Oberpfalz und Schwaben mit je 47 und Oberfranken mit 46. Am wenigsten Vögel im Durchschnitt konnten die Oberbayern mit nur 38 zählen. Insgesamt lag der Durchschnitt bei 42 Vögeln pro Garten. Am schlechtesten schnitten die Großstädte ab: Nürnberger bekamen im Schnitt nur 33 Vögel, Würzburger 31 und Münchner sogar nur 27 zu sehen.

Großer Erfolg der Winterzählung

Vogelführer für Smartphones

Wer beim Wandern ausschließlich auf den Weg schaut, dem entgeht das Schönste der ganzen Tour. Zum Beispiel Vögel: Was ist denn das da vorne eigentlich für ein toller Vogel mit den roten Flügeln? Wem der 300-seitige Vogelführer im Rucksack zu schwer ist, kann einfach sein Smartphone fragen.

Nach dem großen Erfolg in den Jahren 2011 und 2012 organisierten der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) heuer zum dritten Mal deutschlandweit die "Stunde der Wintervögel". Dabei konnte vom 4. bis 6. Januar jeder, der mitmachen wollte, eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park auflisten.

Stunde der Gartenvögel

Informationen zur Sommerzählaktion finden Sie hier:

Die nächste Zählaktion findet vom 09. bis 12. Mai 2013 statt: die Stunde der Gartenvögel, bei der die Brutvögel im Mittelpunkt des Interesses stehen. Durch das Zählen und das Erfassen von Vergleichsdaten hoffen die Vogelschützer mehr Erkenntnisse über die Veränderungen bei den Vogelzügen zu gewinnen. Sie wollen herausfinden, ob diese mit dem Klimawandel zusammenhängen. In diesem Jahr ist zum Beispiel die Anzahl klassischer Zugvögel wie Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zilpzalp, Star oder Bachstelze wieder gestiegen und viele Zugvögel haben auf einen Weiterflug Richtung Süden verzichtet.


9